Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 5 ° Regenschauer

Navigation:
Das ganz große Abenteuer

Das ganz große Abenteuer

Das neueste Spiel der „Zelda“-Reihe bricht mit Traditionen und lässt Spielern alle Freiheiten – ein spannendes Abenteuer

Ein Held mit Schwert und Schild, eine Prinzessin und ein Königreich voller Monster: „The Legend of Zelda“, 1986 für den Konsolenklassiker NES erschienen, ist so etwas wie der Urahn aller Spiele mit offener Welt. Und die besten Episoden der Serie, „Ocarina of Time“ von 1998 zum Beispiel, dienen Videospielen bis heute als Blaupause.

„Breath of the Wild“ schmeißt nun fast alle Konventionen der Serie über Bord – und schafft gerade so einen würdigen Nachfolger für das erste „Zelda“. Anstatt den Spieler mit langen Tutorials zu nerven, wie zuletzt „Skyward Sword“ oder „Twilight Princess“, schmeißt das neue „Zelda“ Spieler ins kalte Wasser. Wohin Serienheld Link zuerst geht und was er dort macht, ist völlig dem Spieler überlassen.

Natürlich gibt es im neuen „Zelda“ trotzdem eine Story, und es gibt Aufgaben zu erledigen. Aber „Breath of the Wild“ stößt Spieler nie mit der Nase darauf. Stattdessen lässt es alle Freiheiten, mit kleinen Schubsern werden wichtige Spielmechanismen beigebracht. Oberflächlich ist „Breath of the Wild“ zwar ein relativ simples Action- und Abenteuerspiel: Link kämpft gegen Monster, geht auf Schatzsuche und löst Rätsel. Doch das ist erst der Anfang – denn er kann auch jagen, Wildpferde zähmen und Zaubertricks lernen.

„Breath of the Wild“ ist dabei überraschend schwer. Wer sich vor dem Kampf gegen eine Bande Goblins keinen ordentlichen Plan zurechtlegt, beißt schnell ins Gras. Denn selbst schwache Gegner können Link mit ein oder zwei Hieben ausschalten. Das könnte frustrierend sein, ist es aber nicht. Unter anderem, weil „Breath of the Wild“ den Spielertod kaum bestraft: Mehr als etwas Zeit verliert man dabei nie. Und da die Spielwelt so gigantisch groß ist, lassen sich zu schwere Rätsel oder zu gefährliche Monster einfach umgehen.

Technisch kann das Spiel für Wii U und Nintendos neue Konsole Switch zwar nicht mit der aktuellen Konkurrenz für Playstation 4, Xbox One oder PC mithalten. In Sachen Stil und Kreativität braucht sich „Breath of the Wild“ aber nicht zu verstecken: Der simple, aber sehr effektive Zeichentrick-Look zaubert immer wieder wunderschöne Bilder.

Ganz frei von Schwächen ist das neue „Zelda“ aber nicht: Dass Waffen und Schilde nach ein paar Kämpfen zerbrechen, ist zwar einerseits eine gute Idee. Oft verbringt man dadurch aber unnötig viel Zeit mit dem Sortieren der Waffensammlung. Hinzu kommt, dass die Menüs für die Ausrüstung etwas zu unübersichtlich sind. Und dass die meisten Dialoge im Spiel nicht vertont sind, wirkt es in einem so teuer produzierten Titel wie aus der Zeit gefallen.

Keine Schwäche ist dagegen, dass Nintendo seine offene Spielewelt nicht so mit Aufgaben vollgestopft hat wie andere Entwickler. Es gibt genug zu tun, nie kommt das Gefühl auf, dass Link nur Checklisten abarbeitet - ganz im Gegensatz zu ähnlichen Spielen wie „Far Cry“ oder dem jüngsten „Dragon Age“.

Stattdessen leistet sich „The Legend of Zelda: Breath of the Wild“ etwas, das es in modernen Spiele-Blockbustern kaum noch gibt: Momente der Stille, in denen Spieler mit Link einfach nur ziellos herumstreifen – und gerade dann oft in die spannendsten Abenteuer stolpern. Wäre schön, wenn das neue „Zelda“ mit solchen Tugenden erneut zur Blaupause für andere Spiele wird.

„The Legend of Zelda: Breath of the Wild“ kostet rund 60 Euro, ist ab 12 Jahren freigegeben und steht ab dem 3. März für Nintendos Konsolen Wii U und Switch in den Läden.

Tobias Hanraths

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Hohenfelde

Seit sechs Monaten arbeiten vier „Kümmerer“ im Krankenhaus / Die OZ begleitete eine von ihnen

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Multimedia