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Digitalisierung: Deutsche ängstlich, Chinesen forsch

Digitalisierung: Deutsche ängstlich, Chinesen forsch

Laut einer aktuellen Studie ist der Fortschrittglaube im Reich der Mitte deutlich ausgeprägter als hierzulande

Für Chinesen ist Deutschland das zweitbeliebteste Land der Welt – knapp hinter Frankreich. Für Deutsche ist China einer der wichtigsten Handelspartner – zum Teil noch vor den USA. In Sachen Digitalisierung aber ticken die Menschen beider Nationen am unterschiedlichsten: 60 Prozent der Deutschen glauben, dass durch die fortschreitende Digitalisierung bestehende Arbeitsplätze abgebaut werden. Im Gegensatz dazu sind 57 Prozent der Chinesen davon überzeugt, die Digitalisierung schaffe zusätzliche Arbeitsplätze. Grundsätzlich gilt: Während 53 Prozent der Deutschen digitale Innovationen eher als Gefahr wahrnehmen, sehen rund 66 Prozent aller Chinesen den Nutzen. Das ist ein Ergebnis der großen Länder-Studie des Informations- und Kommunikationstechnologie-Unternehmens Huawei, die nach 2012 und 2014 nun zum dritten Mal vorgelegt wurde. Erstmals wurde in diesem Jahr der „Digitalisierung“ ein eigener Thementeil gewidmet.

Die Huawei-Studie wurde in Zusammenarbeit mit GIGA German Institute of Global and Area Studies, der Universität Duisburg-Essen und TNS Emnid durchgeführt. Insgesamt wurden bei der repräsentativen Befragung 2 600 Personen (jeweils 1 000 aus der Bevölkerung, je 200 Wirtschaftsentscheider und je 100 politische Entscheider beider Länder) interviewt. Die Wahrnehmungen wurden durch empirische Befunde und statistische Kennzahlen in einen wissenschaftlichen Gesamtkontext gestellt. Zudem wurde in einer Medienanalyse die Berichterstattung wichtiger Printmedien über das jeweils andere Land ausgewertet.

Wie denken Deutsche und Chinesen über den Schutz persönlicher Daten? Die Studie gibt auch hierzu Aufschluss. Unter der Bedingung, dass finanzielle Vorteile gewährt werden, wären 69 Prozent der befragten Chinesen bereit, persönliche Daten zum eigenen Fahrverhalten an ihre Autoversicherung weiterzugeben; rund 67 Prozent würden Gesundheitsdaten an ihre Krankenversicherung übermitteln.

Deutsche hingegen sind bei diesem Thema sehr viel zurückhaltender. 60 Prozent würden es ablehnen, dass Daten über ihr Fahrverhalten von ihrer Autoversicherung eingesehen werden können. Persönliche Gesundheitsdaten gegen finanzielle Vorteile einzutauschen, lehnen 75 Prozent aller Befragten ab.

Überraschend ist das Ergebnis zum alltäglichen Umgang mit digitalen Produkten: Deutsche sind der Meinung, Kinder seien mit knapp 13 Jahren reif genug, um ein eigenes Smartphone zu besitzen. Nach Ansicht der Chinesen sollten Kinder indes erst ab einem Alter von 15 Jahren ein eigenes Smartphone erhalten (Mittelwert). Fast jeder zweite Chinese (47 Prozent) hält sogar ein Alter von 16 bis 18 für angemessen.

Zwar ist der Großteil der Deutschen der Meinung, China stünde in erster Linie für Massenproduktion (85 Prozent). Doch das Bild wird differenzierter. Rund 64 Prozent glauben an die internationale Wettbewerbsfähigkeit chinesischer Technologieprodukte, 83 Prozent sprechen chinesischen Unternehmen eine Kompetenz im Bereich Hightech zu. Auch nimmt die Bekanntheit chinesischer Marken konstant zu.

OZ

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