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Eklat bei Verleihung des Deutschen Computerspielpreises

Angebliche Manipulationen Eklat bei Verleihung des Deutschen Computerspielpreises

Die Verleihung des Deutschen Computerspielpreises sollte eine schillernde Party im historischen Westhafen in Berlin werden. Doch Unstimmigkeiten hinter den Kulissen warfen einen Schatten auf die Gala.

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Das Abenteuerspiel „Portal Knights“ ist als bestes deutsches Spiel des Jahres ausgezeichnet worden.

Quelle: Fabian Sommer

Berlin. Die glamouröse Show zur Verleihung des Deutschen Computerspielpreises 2017 in Berlin ist von einem Eklat überschattet worden.

Auf der von Barbara Schöneberger moderierten Gala weigerten sich die Entwickler der Firma Mimimi Productions aus München am Mittwochabend kommentarlos, ihre mit 40 000 Euro dotierte Auszeichnung für das beste Spieldesign in Empfang zu nehmen. Gamedesigner Dominik Abé teilte auf der Bühne die Entscheidung mit einem kurzen Satz und ohne weitere Begründung mit.

Auch am Donnerstag gab es zunächst aus der Entwicklerschmiede keine weitere Erklärung. Das Spiel „Shadow Tactics: Blades of the Shogun“ war in zwei Kategorien nominiert gewesen - für das beste Gamedesign, wofür nun das Preisgeld winkte, aber auch für das beste deutsche Spiel. Diesen Preis räumte die Frankfurter Spielschmiede Keen Games mit ihrem Abenteuerspiel „Portal Knights“ ab.

Hintergrund des überraschenden Auftritts dürften Unstimmigkeiten in der Hauptjury gewesen sein. Schon im Vorfeld der Preisverleihung seien „Gerüchte ins Kraut“ geschossen über angebliche Manipulationen oder gar Betrug bei der Stimmabgabe, schrieb Journalistin und Jury-Mitglied Petra Fröhlich in ihrem Blog „GamesWirtschaft“. Sie war Mitglied in der Fachjury, die die Kategorie Bestes Gamedesign betreute, sowie Teil der 25-köpfigen Hauptjury. Wie Fröhlich ausführt, greifen die Vorwürfe jedoch weitgehend ins Leere. Befeuert worden seien sie durch eine angeblich vertrauliche Mail des mitveranstaltenden Game Bundesverbands, die an mehrere Medien ging.

Vom Game Bundesverband gab es am Donnerstag zunächst keinen Kommentar. Der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU), der ebenfalls zu den Ausrichtern zählt, betonte am Donnerstag unterdessen lediglich die „großartige Entwicklung“, die der Preis genommen habe. „Das zeigt nicht zuletzt die sehr erfolgreiche Gala in diesem Jahr“, heißt es in einer Stellungnahme. Neben Barbara Schöneberger als Moderatorin war viel Prominenz aus Politik und und Show-Business gekommen: Neben Schöneberger auch die Hamburger Drag-Queen Olivia Jones, Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU), der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) und der Komiker und Schauspieler Kurt Krömer.

Mimimi Productions klärte die Lage bislang nicht näher auf. „Der Vorgang hinterlässt eine gewisse Ratlosigkeit und viel zerschlagenes Porzellan“, resümiert Fröhlich. Die Verhandlungen über eine Fortführung des Computerspielpreises stünden damit unter keinem guten Stern. „Alle Fragen zur zukünftigen Weiterentwicklung des Deutschen Computerspielpreises werden wir gemeinsam mit den beiden weiteren Ausrichtern in den kommenden Monaten partnerschaftlich beraten“, teilte der BIU mit. Neben BIU und Game Bundesverband gehört auch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur zu den Ausrichtern.

dpa

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