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Erpressung übers Internet: Hilfe gegen Ransomware

Erpressung übers Internet: Hilfe gegen Ransomware

Die Schad-Software blockiert den Computer und erpresst den Nutzer / Wie kann man dem vorbeugen?

Erpressungssoftware ist eine noch junge Bedrohung und gleichzeitig eine der gefährlichsten. Seit ein paar Jahren schleichen die Ransomware genannten Trojaner auf Rechner – getarnt als harmlose Datei. Die Programme verschlüsseln wichtige Daten, was den Zugriff für den Nutzer unmöglich macht. Um wieder an die Daten zu kommen, verlangen die Kriminellen hinter der Ransomware ein Lösegeld. Anfang des Jahres machte die Ransomware „Locky“ von sich reden und legte sogar Rechner in Behörden lahm.

Wie funktioniert Ransomware?

Ransomware sind Trojaner, also Schadprogramme, die sich in scheinbar harmlosen Dateien verstecken. Sie können in E-Mail-Anhängen, Software-Downloads oder auch in den Werbebannern von unseriösen Webseiten versteckt sein. Einmal aktiviert, beginnen sie, Dateien auf dem PC zu verschlüsseln. Aufgrund dieser Funktion werden sie auch oft als Krypto-Trojaner bezeichnet.

Wie verbreitet ist Ransomware?

Genaue Zahlen gibt es nicht. Doch laut einer Umfrage des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) war im April 2016 jedes dritte deutsche Unternehmen in den vergangenen sechs Monaten von Ransomware betroffen. Die Bedrohung ist so akut, dass das BSI dazu ein umfangreiches Themenpapier mit Tipps und Vorgehensweisen veröffentlichte. Dennis Schirrmacher von Heise Security berichtet davon, dass Ransomware das derzeit bestimmende Thema in Hilfe-Foren und Hotlines ist: „Es ist für die Kriminellen dahinter so erfolgreich, dass es momentan andere Themen an den Rand drängt.“

Wie kann man sich davor schützen?

Für Chris Wojzechowski vom Institut für Internet-Sicherheit in Gelsenkirchen kommt es in erster Linie auf den richtigen Basisschutz an. „Eine stets aktuelle Anti-Virussoftware ist Pflicht und erkennt die meisten Schädlinge sofort.“ Bei E-Mail-Anhängen rät der Experte vor dem Öffnen zu Vorsicht: Kenne ich die Person, die mir diese Datei geschickt hat?

Was tun, wenn es doch passiert ist?

Ist Ransomware auf den Rechner gelangt, wird sie sich bald bemerkbar machen. Je nach Art erscheint direkt eine Nachricht – oder der PC stürzt erst ab. In beiden Fällen ist es sinnvoll, den PC direkt auszuschalten, damit nicht noch weitere Dateien verschlüsselt werden können. Auch die betroffene Festplatte sollte nicht mehr verwendet werden. Der PC kann mit einer Boot-CD oder einem Boot-Stick neu gestartet werden, wenn im BIOS zuvor ein anderes Laufwerk für den Bootvorgang als die infizierte Festplatte festgelegt wird. So lässt sich feststellen, welchen Schaden die Ransomware angerichtet hat. Auch kann so eine verschlüsselte Datei gesichert werden. id-ransomware.malwarehunterteam.com bietet ein Tool an, mit dem man herausfinden kann, um welche Ransomware es sich handelt. Websites wie Botfrei.de des Verbands der Internetwirtschaft e.V. eco sammeln Informationen über Ransomware und mögliche Gegenmittel.

Benjamin Krüger

OZ

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