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Internet-Trolle haben hier keine Chance!

Kommunikaton im Internet ohne Beleidigungen? Plattform fordert zur respektvollen Diskussion auf Internet-Trolle haben hier keine Chance!

Trolle verfolgen in Chats das Ziel, Unterhaltungen zu zerstören / Das Portal „Nicht egal“ will junge Leute dazu animieren, respektvoll zu diskutieren

Sollte Kiffen legalisiert werden? Oder jeder Mensch Anrecht auf bedingungsloses Grundeinkommen haben? Bedeutet mehr Videoüberwachung auch mehr Sicherheit? Solche Themen stellt das Portal „Nicht egal“

zur Diskussion. Es richtet sich an junge Leute, die bereits eine bestimmte Meinung haben oder die sich eine im Austausch mit anderen bilden möchten. Auch, wer sicht nicht gut auskennt in einem Themenbereich, kann sich auf der Seite informieren und mitreden. „Ziel ist es, eine respektvolle Diskussionskultur zu fördern“, sagt Gerhard Reichert. Es gehe darum, verschiedene Meinungen zuzulassen und neue Ideen und Sichtweisen kennenzulernen. Reichert arbeitet im Landtag MV und hat zusammen mit Kollegen des Landtags, der Initiative „WIR. Erfolg braucht Vielfalt“ und der Beteiligungswerkstatt des Landesjugendrings MV das Projekt ins Leben gerufen.

Besonders angeregt diskutierten die Jugendlichen das Thema „Kiffen legalisieren?“. 330 beteiligten sich an der Abstimmung, die eindeutig ausging. 83 Prozent sprachen sich dafür aus, Kiffen zu erlauben. Teilweise wurde heftig debattiert.

So schreibt etwa Alexander: „Definitiv erlauben! Die bisher verfolgte Politik des Verbietens und Kriminalisierens ist insofern gescheitert, als dass sie nicht die Ursache des Konsums bekämpfen kann.

Warum wird Cannabis in Deutschland in Riesenmengen konsumiert? Weil die Menschen das möchten. Die Folge ist ein unkontrollierter Schwarzmarkt.“

Monika ist da anderer Meinung. Sie sagt: „Definitiv verbieten!!! Eingeschränkte kognitive Leistungsfähigkeit, Aufmerksamkeitsdefizite und Verhaltensänderungen sind die Folgen von Kiffen. Auch wenn die langfristigen Wirkungen noch nicht nachgewiesen sind, ist es traurig anzusehen, wenn coole Kids zu Zombies werden.“ Auch zur „Videoüberwachung“ wollten viele ihre Meinung loswerden. Moritz etwa schreibt: „Wer nicht kriminell ist, sollte auch nichts gegen Videoüberwachung haben“. Florian empfindet das als „Schwachsinn“. Auch Janett möchte nicht gerne überwacht werden. „Was ist, wenn die Aufnahmen in falsche Hände geraten?“

Victoria denkt in erster Linie an ihre Sicherheit. Sie ist für Videoüberwachung, „an sämtlichen öffentlichen Plätzen“. Auf Facebook schreibt sie: „Wenn ich in der U-Bahn zusammengetreten werden würde, würde ich wollen, dass man die Bastarde kriegt. Da es aber kaum Kameraüberwachung gibt, muss man sich auf Zeugen verlassen und wir wissen alle, wie das mit der Zivilcourage hier aussieht.“

Dennis kommentiert diese Meinung in wenig respektvoller Weise: „Genau, lasst euch alle noch mehr kontrollieren! Wie dumm seid ihr eigentlich?“ An dieser Stelle schaltet sich das Moderatorenteam ein:

„Bitte keine Beleidigungen, danke“.

Dennis verhält sich in dieser Diskussion wie ein typischer Troll. So nennen sich Personen, die eine Unterhaltung mit unangebrachten, oft beleidigenden Kommentaren stören wollen. Sind in einer solchen Situation keine Moderatoren da, die eingreifen, kann das auch eskalieren und zu Mobbing führen. „Gerade das Internet bietet dafür eine gefährliche Plattform. Die Verbreitung von Gerüchten und Beleidigungen ist schnell und weit, kaum aufzuhalten. Die Täter sind schwer zu fassen“, sagt die Rostockerin Ulrike Wolf. In ihrem Bekanntenkreis hat sie erlebt, welche Ausmaße Mobbing im Netz annehmen kann.

Ist den Nutzern bekannt, dass Moderatoren die Diskussion überwachen, ist die Hemmschwelle für Trolle höher. Das zumindest vermutet Gerhard Reichert. „Insgesamt sind die jungen Leute relativ respektvoll miteinander umgegangen“, sagt Reichert. Es habe kaum Anlass gegeben, einzugreifen.

„Nicht egal“ war den Jugendlichen neben dem „Kiffen“ und der Videoüberwachung das Thema „Grundeinkommen“. Hier hatten viele etwas zu zu sagen. „Würden dann die Preise für Miete & Co nicht steigen?“ fragt Rafael auf Facebook. Juris antwortet: „Ich denke, die meisten würde nach einem langen Urlaub trotzdem weiter arbeiten gehen. Nur müsste Arbeit dann angemessen entlohnt werden, weil keiner es nötig hätte, zu arbeiten.“

Nele Baumann

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