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Neues Apple-Smartphone: Kleines Display, kleiner Preis

Neues Apple-Smartphone: Kleines Display, kleiner Preis

Mit einem neuen, kleineren und günstigeren Einsteiger-Smartphone will Apple das Wachstum ankurbeln

Die Absatzkurve des Apple-Erfolgsprodukts iPhone kannte seit der Premiere 2007 nur eine Richtung: steil aufwärts. Doch vor wenigen Wochen musste Apple-Chef Tim Cook die Investoren erstmals davor warnen, dass im auslaufenden Vierteljahr vermutlich weniger Geräte verkauft werden als im Vorjahresquartal. Mit einem neuen Einsteiger-iPhone in kleinerer 4-Zoll-Größe will sich Cook nun diesem Trend entgegenstemmen und nimmt dafür auch niedrigere Margen in Kauf. Für Konkurrenten bedeutet dieser Kurswechsel eine Kampfansage.

2014 hatte Apple erstmals einen zaghaften Anlauf genommen, mit dem iPhone 5c in bunten Plastikgehäusen ein neues Marktsegment zu erschließen. Der Vorstoß hatte damals nur begrenztem Erfolg, denn die Ingenieure in Cupertino packten 2014 im Prinzip eine im Vergleich zum damaligen Spitzenmodell veraltete Technik in das 5c, etwa bei der Kamera.

Beim aktuellen Einsteigermodell iPhone SE ist zwar alles eine Nummer kleiner als bei den aktuellen Modellen der 6er-Serie. Und es fehlt auch der drucksensible Bildschirm („3D Touch“), bei dem man mit stärkerem Druck auf das Display zusätzliche Inhalte wie bei einem rechten Mausklick anzeigen lassen kann. Doch sonst entsprechen quasi alle anderen technischen Features dem derzeitigen Flaggschiff iPhone 6S. Dazu gehören der schnellere Prozessor, schnelles LTE, schnelles WLAN, der Fingerabdruck-Sensor „Touch ID“, die 12-Megapixel-Kamera und der NFC-Chip, der unter anderem für mobile Bezahlsysteme wie Apple Pay benötigt wird.

In den USA drückt Apple den Preis bei der kleinsten Variante des iPhone SE erstmals unter die psychologisch wichtige Schwelle von 400 Dollar, auch wenn diese dann im Laden mit den lokalen Steuern in der Regel überschritten wird. Käufer in Europa bekommen den schwachen Euro zu spüren und müssen mindestens 489 Euro auf den Tisch legen (inklusive Mehrwertsteuer). Bei diesem Preispunkt können aber viele Mobilfunkprovider immer noch Vertragspakete schnüren, bei dem das iPhone SE für einen symbolischen Euro den Besitzer wechselt, auch wenn die Kunden den wahren Kaufpreis für das neue Smartphone dann über einen Zwei-Jahresvertrag indirekt abstottern.

Mit dem neuen iPhone SE kann Apple nun zum einen versuchen, Besitzer eines älteren Kompakt-Smartphones zu einer Neuanschaffung zu bewegen. Da das neue Gerät aber auch preisgünstiger ist, wird Apple einen neuen Anlauf unternehmen, in den Schwellenländern zu punkten, in denen bislang vor allem Android-Smartphones fast konkurrenzlos den Markt beherrschen. Dazu passt ins Konzept, dass Apple in Ländern wie Indien neue Ladengeschäfte eröffnen will, um den Absatz anzukurbeln.

OZ

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