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Rückgang der iPhone-Verkäufe drückt Apple-Umsatz und Gewinn

Cupertino Rückgang der iPhone-Verkäufe drückt Apple-Umsatz und Gewinn

Seit 2003 hat Apple den Umsatz Quartal für Quartal gesteigert. Doch mit dem erstmals gesunkenen iPhone-Absatz bricht diese Serie nun ab. Apple verweist auf die schwache Konjunktur.

Cupertino. Der erste Rückgang der iPhone-Verkäufe hat den rund 13 Jahre langen Rekordlauf von Apple gestoppt. Der Quartalsumsatz ging erstmals seit 2003 im Jahresvergleich zurück.

Auch nach einem Gewinneinbruch von über 22 Prozent verdiente Apple aber immer noch 10,5 Milliarden Dollar (9,3 Mrd Euro). Die Geldreserven des Konzerns schwollen auf 232,9 Milliarden Dollar an - 17,2 Milliarden mehr als vor drei Monaten.

Apple setzte im vergangenen Quartal rund 51,2 Millionen iPhones ab, das war ein Rückgang von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Der Umsatz schrumpfte um 13 Prozent auf 50,56 Milliarden Dollar, wie der Konzern nach US-Börsenschluss am Dienstag mitteilte. Das war bereits erwartet worden, aber Analysten hatten immer noch mit einem nicht so schwachen Wert gerechnet. Auch die Prognose für das laufende Quartal fiel unter ihren Erwartungen aus.

Die Aktie verlor nachbörslich zeitweise rund acht Prozent. Damit verlor Apple rund 40 Milliarden Dollar an Börsenwert - so viel, wie der Videodienst Netflix insgesamt auf die Waage bringt.

Der Kurs der Apple-Aktie stand angesichts des erwarteten Geschäftsrückgangs bereits seit Monaten unter Druck. Die Ausschüttungen an die Anleger werden nun um weitere 50 Milliarden Dollar erhöht. Damit summieren sie sich auf 250 Milliarden Dollar. Die Quartalsdividende hob Apple von 54 auf 57 US-Cent pro Aktie an.

Das 2007 gestartete iPhone hat das Wachstum von Apple befeuert und ist das mit Abstand wichtigste Produkt des Konzerns. Es bringt rund zwei Drittel des Geschäfts ein. Damit schlug der Rückgang der Verkäufe direkt auf Umsatz und Gewinn durch.

Konzernchef Tim Cook sprach von einer „Pause“ beim Wachstum und machte für die Rückgänge vor allem einen „Konjunktur-Gegenwind“ verantwortlich, der das Wachstum im Smartphone-Markt insgesamt abgewürgt habe. „Das iPhone-Geschäft ist gesund“, betonte Cook. In dem von wirtschaftlichen Turbulenzen erfassten China sanken die Apple-Umsätze um elf Prozent. In dem Riesenmarkt macht Apple nach wie vor rund ein Viertel des Geschäfts.

In Entwicklungs- und Schwellenländer schaffen sich zwar immer mehr Menschen ein Smartphone an, dort sind aber zunächst günstigere Geräte gefragt. Apple bietet kein Billig-Smartphone und wartet stattdessen darauf, dass mehr Leute genug Geld haben, sich ein iPhone zu kaufen. Diese Strategie sichert die hohen Milliardengewinne, bremst aber zugleich auch die Marktanteile. In China ging Cooks Rechnung bisher auf. In Indien, wo Apple auch gebrauchte iPhones verkauft, gab es zuletzt ein Plus von 56 Prozent.

Seit Ende März verkauft Apple vor diesem Hintergrund das iPhone SE - das erste etwas günstigere Modell, das in kleinerem Format einen Großteil der Funktionen der aktuellen Spitzengeräte enthält. Apple habe unterschätzt, wie viele Leute die Funktionen in einem kompakten Gerät haben wollten, es gebe Liefer-Engpässe, sagte Cook.

Vor einem Jahr war die aufgestaute Nachfrage nach dem iPhone 6 mit seinem größeren Display aus dem Weihnachtsgeschäft 2014 noch so groß, dass sie ins erste Quartal 2015 überschwappte. Die iPhone-Verkäufe sprangen damals um 40 Prozent auf 61,2 Millionen Geräte hoch. Jetzt stiegen deutlich weniger iPhone-Nutzer auf neue Modelle um als damals, räumte Cook ein. Zugleich wechselten mehr Nutzer von Geräten des konkurrierenden Google-Systems Android denn je zum iPhone, sagte der Apple-Chef, ohne genaue Zahlen zu nennen.

Zugleich stiegen die Erlöse im Dienste-Geschäft um ein Fünftel auf rund sechs Milliarden Dollar. Dabei seien die Umsätze im App Store mit Anwendungen für iPhone, iPad und Mac-Computer um mehr als ein Drittel gestiegen, sagte Cook. Und der Streaming-Dienst Apple Music habe inzwischen die Marke von 13 Millionen zahlenden Abo-Kunden überschritten. Zuletzt war im Februar die Zahl von 11 Millionen genannt worden.

Die schon seit einiger Zeit schrumpfenden Verkäufe der iPad-Tablets sanken um fast ein Fünftel auf 10,2 Millionen Geräte. Bei den Macs gab es einen Rückgang von zwölf Prozent auf gut vier Millionen verkaufte Computer. Damit konnte Apple erstmals seit langem nicht besser abschneiden als der chronisch schwache PC-Markt. Der Branchen-Absatz war laut Marktforschern um rund ein Zehntel gesunken. Cook zufolge erwarb mehr als jeder zweite Mac-Käufer zum ersten Mal einen Apple-Rechner. Konkrete Zahlen zu der vor einem Jahr gestarteten Computer-Uhr Apple Watch gab es weiterhin nicht.

dpa

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