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Samsung plant Neukauf-Anreize nach Note-7-Pleite

Geräte-Austauschprogramm Samsung plant Neukauf-Anreize nach Note-7-Pleite

Samsung versucht nach dem Produktionsstopp für sein Pannen-Smartphone Galaxy Note 7, das Vertrauen der Kunden zurückgewinnen. Eine Gutschriftenaktion gab es schon. Jetzt winken den Kunden Vergünstigungen bei der Wahl neuer Samsung-Modelle.

Seoul. Nach dem Debakel mit seinem Pannen-Smartphone Galaxy Note 7 will Samsung mit einem neuen Geräte-Austauschprogramm seine Kunden halten.

Käufer in Südkorea, die ihr Note 7 durch ein Smartphone des Typs Galaxy S7 ersetzten, könnten dieses später gegen „neue Flaggschiff-Modelle“ von Samsung austauschen, die im nächsten Jahr auf den Markt kämen, teilte das Unternehmen am Montag mit.

Dabei könnte es sich um ein Galaxy S8 oder ein Phablet Galaxy Note 8 - eine Mischung aus Smartphone und Tablet-Computer - handeln. Hunderte von Note-7-Käufern in Südkorea hätten Samsung unterdessen auf Schadenersatz verklagt, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap.

Ob die neuen Modelle der S- und Note-Serie wie üblich in der ersten beziehungsweise zweiten Jahreshälfte herauskämen, könne zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht gesagt werden, betonte ein Samsung-Sprecher. Das Upgrade-Programm gelte nur für Kunden, die einen Zwei-Jahres-Nutzungsvertrag für ihr Galaxy S7 hätten. Sollten sie sich später für eines der neuen Flaggschiff-Modelle entscheiden, bräuchten sie nur die Hälfte des Preises für ein S7-Modell zahlen. 

Das Programm gelte zunächst nur für Südkorea, sei aber später für andere Länder geplant, wobei es von Land zu Land unterschiedlich ausfallen werde, sagte der Sprecher. Samsung hatte in Südkorea bereits eine Gutschrift von 100 000 Won (81 Euro) angeboten, wenn die Kunden der Marke treu bleiben und ihr Note 7 gegen ein anderes Modell des Unternehmens austauschen wollten. Auch in den USA galt eine ähnliche Bonus-Regelung.

Zuletzt stellte Samsung die neuen Modelle der S-Reihe jeweils Ende Februar beim Mobile World Congress in Barcelona vor. Branchenbeobachter werfen die Frage auf, ob der Zeitplan wackeln könnte, wenn sich die Aufklärung der Note-7-Probleme hinzieht.    

Samsung hatte das Note 7, das als High-Tech-Modell gegen Apples iPhone 7 antreten sollte, in diesem Monat komplett vom Markt genommen. Zuvor hatten Verbraucher in den USA und anderen Ländern berichtet, dass auch vermeintlich sichere Ersatzgeräte Feuer fingen. In den USA wurden rund eine Million Geräte des Modells verkauft. Zusammen mit Austauschgeräten wurde der Rückruf zuletzt auf 1,9 Millionen Smartphones ausgeweitet.    

In einer gemeinsamen Klage gegen Samsung forderten dem Bericht von Yonhap zufolge insgesamt 527 Note-7-Käufer Schadenersatz in Höhe von 500 000 Won (405 Euro). Die Klage sei beim Seouler Bezirksgericht eingereicht worden. Die betroffenen Verbraucher hätten wegen des Geräts Stress erlitten, wurde ein Anwalt der beauftragen Kanzlei Harvest Law Office zitiert. Außerdem hätten sie mehrmals Kundendienst-Zentren aufsuchen müssen, um die Geräte-Akkus überprüfen zu lassen und ihr Note 7 auszutauschen.

Das „Wall Street Journal“ berichtete unterdessen, Samsung habe die erste Umtauschaktion Anfang September aufgrund von Röntgen-Aufnahmen und Computertomographen-Scans eingeleitet, die eine Wölbung in einigen Batterien zeigten. Das sei als Ursache der Brände angenommen worden, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Die Entscheidung, auf dieser Wissensbasis den Austausch gegen neue Geräte einzuleiten, sei von Mobilchef D.J. Koh getroffen und vom einflussreichen Vizevorsitzenden Lee Jae Yong aus der Samsung kontrollierenden Familie unterstützt worden, hieß es. Als auch die Austauschgeräte anfingen, Feuer zu fangen, wurde klar, dass das Problem komplexer sein dürfte. Samsung äußerte sich bisher nicht zu den Gründen für die Brände.

dpa

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