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GÜSTROW Schnelles Internet kostet 55 Millionen

25 Gemeinden aus dem Landkreis bekommen eine Bundesförderung des Breitbandausbaus

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Güstrow. In Sachen „schnelles Internet“ ist der Landkreis Rostock noch immer ein Entwicklungsland. Nur jeder fünfte Nutzer zwischen Rerik und Krakow am See, Graal-Müritz und Tessin kann bisher schnelle Breitband-Netze (mit mindestens 50 Mbit/s) nutzen. Doch das soll sich schon bald ändern. Demnächst sollen die ersten 25 Gemeinden mit Breitband versorgt werden. „Ein Schritt nach vorn“, bezeichnet Rövershagens Bürgermeisterin Verena Schöne diese Entwicklung. Ende April werden die Förderentscheidungen vom Bund für das Millionen-Projekt erwartet.

OZ-Bild

25 Gemeinden aus dem Landkreis bekommen eine Bundesförderung des Breitbandausbaus

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Wir wollen die digitale Infrastruktur deutlich voranbringen und sind Partner der Kommunen beim Breitband- ausbau.“ Sebastian Constien (SPD), Landrat

Danach folgen die Arbeiten.

Der Landkreis Rostock hat als erster Kreis in Mecklenburg-Vorpommern Ämter, Gemeinden und Vertreter des Landes zu einer Regionalkonferenz eingeladen. Landrat Sebastian Constien (SPD) spricht von einem „Mammutprogramm“. „Wir wollen die digitale Infrastruktur deutlich voranbringen und sind Partner der Kommunen beim Breitbandausbau. Es gibt noch viel zu klären, um dieses Vorhaben zu realisieren“, sagt er. Die Chancen auf Förderung seien aber gut. Das bestätigt auch Eckhard Riege aus dem Energie- und Infrastrukturministerium. „Der Breitbandausbau ist die derzeit wichtigste Infrastrukturmaßnahme im Land“, sagt er.

Begonnen wird zunächst in den Ämtern Bützow, Tessin, Rostocker Heide und Carbäk. Rund 55,4 Millionen Euro Investitionskosten sind hier veranschlagt. Bei der Verteilung soll der Bund mit 31 Millionen Euro den Löwenanteil übernehmen, gefolgt vom Land (14,8 Millionen) sowie den Kommunen (9,6 Millionen). „Es ist wichtig, dass die Breitbandversorgung kommt. Wir haben viele Nachfragen von Privatpersonen, die sich hier in den vergangenen Jahren ein Haus gebaut haben“, sagt Verena Schöne.

Auch in den Nachbarorten steigt die Freude über den bevorstehenden Breitbandausbau. Vor ein paar Jahren wurde in Blankenhagen das Netz ausgebaut. Jetzt bekommen auch die dazugehörigen Ortsteile eine schnelle Breitbandverbindung. „Gut für unsere Bürger, darunter auch viele ältere Menschen, die sich eine gute Internetverbindung wünschen“, berichtet der Blankenhäger Bürgermeister Detlef Kröger. Auch in Mönchhagen gibt es viele ansässige Unternehmen, die schon seit Längerem diesen Fortschritt wünschen. „Wir haben uns als Gemeinde dafür eingesetzt und bekommen bald unseren Anschluss“, sagt Bürgermeister Karl-Friedrich Peters.

Doch die klammen Kassen in einigen Gemeinden lassen noch viele Fragen offen. Bürgermeister und Vertreter von den Ämtern haben darauf hingewiesen, dass es noch erhebliche Unsicherheiten bei der rechtlichen und finanziellen Gestaltung der Förderung gebe. „Wir arbeiten mit dem Finanz- und dem Infrastrukturministerium zusammen, um die Verfahren haushaltsrechtlich abzusichern“, erklärt Gerd Czyborra vom Innenministerium. Es werde derzeit geklärt, wie eine Unterstützung für finanzschwache Gemeinden aussehen kann. „Wir wollen jedoch nicht, dass Gemeinden aus finanziellen Gründen Verträge zum Breitbandausbau nicht unterschreiben können“, so Czyborra. In den kommenden zwei Wochen soll es Gespräche zu den Finanzierungen geben.

Mit den 25 Gemeinden ist erst einmal ein kleiner Teil des Kreises abgedeckt. Deshalb werde seitens der Verwaltung angestrebt, weitere Kommunen für die zweite Antragsrunde beim Bund unterzubringen.

Die Frist dafür läuft Ende April ab. Landrat Constien fordert nun die restlichen Ämter und Gemeinden auf, Anträge zu stellen. „Die Zeit drängt, denn die Förderung des Bundes ist eine einmalige Chance, um die digitale Infrastruktur im Landkreis voranzubringen“, erklärt er.

Bis 2018, so der Plan der Regierung, soll es in ganz Deutschland schnelles Internet mit mindestens 50 Mbit/s geben. Bundesminister Alexander Dobrindt (CSU) startet deshalb das erste Bundesförderprogramm für den Breitbandausbau. Insgesamt stehen für die Breitband-Förderung 2,7 Milliarden Euro bereit. Ziel des Programms ist es, den Ausbau hochleistungsfähiger Netze in unterversorgten Gebieten zu unterstützen, in denen in den kommenden drei Jahren kein privatwirtschaftlicher Netzausbau zu erwarten ist.

Vier Projektgebiete

55,4 Millionen Euro müssen für die ersten Projektgebiete in den Ämtern Bützow, Tessin, Rostocker Heide und Carbäk investiert werden.

Profitieren vom Breitbandausbau sollen die Gemeinden Bernitt, Rühn, Klein Belitz, Tarnow, Jürgenshagen, Warnow, Baumgarten, Selpin, Zepelin, Dreetz, Penzin, Tessin, Cammin, Gnewitz, Grammow, Nustrow, Stubbendorf, Thelkow, Zarnewanz, Klein Kussewitz, Poppendorf, Rövershagen, Gelbensande, Mönchhagen und Blankenhagen.

Von Mathias Otto

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