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Grimmen Streit um den Auftritt im weltweiten Netz

Grimmens Bürgermeister verspricht einen Zeitplan der Vorgehensweise für die nächste Woche

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Wie geht es weiter mit der Homepage der Stadt Grimmen? Das Thema wird zurzeit bei den Stadtvertretern heiß diskutiert.

Grimmen. Die Stadtverwaltung will in der nächsten Woche in einem Zeitplan vorlegen, wie es mit dem umstrittenen Internetauftritt der Stadt weitergeht. Das versprach Bürgermeister Benno Rüster (CDU) den Mitgliedern von vier städtischen Ausschüssen, die auf Anregung des Ausschusses für Wirtschaft, Tourismus und Verkehr zu einer Sondersitzung mit dem einzigen Thema „Internetauftritt der Stadt Grimmen“ eingeladen waren.

OZ-Bild

Grimmens Bürgermeister verspricht einen Zeitplan der Vorgehensweise für die nächste Woche

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Dem vorangegangen waren Diskussionen – teilweise sehr emotional geführt. Laut Einladung war die Präsentation der Grimmener Homepage geplant. Ingo Belka, Fachbereichsleiter in der Verwaltung und seit Jahren für den Internetauftritt verantwortlich, nahm die gesamte Veranstaltung jedoch als persönliche Kritik und ließ sich nicht darauf ein. Bürgermeister Benno Rüster sprang ihm verbal zur Seite.

„Wir sollten Ingo Belka das Begonnene beenden lassen, die Seite ist im Aufbau“, sagte er. „Seit mehr als einem Jahr ist der Internetauftritt aber Thema in unserem Ausschuss“, sagte Marco Jahns (CDU), Vorsitzender des Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Verkehr. Deshalb habe man jetzt auf diese Aussprache gedrängt. Und um mehr Meinungsvielfalt zu erreichen und auch, um Ideen zu sammeln, gleich mehrere Ausschüsse eingeladen, begründete er.

Andere Stadtvertreter, wie beispielsweise Margit Gierke, hörten von der Kritik an der Internetseite zum ersten Mal. Sie sei sicherlich nicht immer ganz aktuell, „aber gibt es wirklich so viele Kritikpunkte?“. Henry Schulz, als sachkundiger Einwohner im Wirtschaftsausschuss aktiv, wurde konkret. Er bemängelte die Suchfunktionen auf der Seite, aber auch die allgemeine Präsentation und Information. „Ich finde, die Homepage ist veraltet.“ Sie müsse den Einwohnern Hilfestellung geben, beispielsweise sollten sie schnell finden, wann und wo sie einen Personalausweis beantragen können und was dafür notwendig sei. Auch funktionierende Verlinkungen zu städtischen Einrichtungen wie Tierpark, Schwimmbad, Museum und Kulturhaus seien notwendig. Das sei für Grimmener, aber auch für Tagestouristen wichtig. Schulz regte an, sich mit den Machern seiner Meinung nach guter Homepages wie beispielsweise der vom Amt Franzburg-Richtenberg in Verbindung zu setzen. Steffen Gleß (CDU) zeigte sich von der Kritik überrascht und meinte, der richtigere Weg sei ein konkreter Auftrag an die Verwaltung hinsichtlich des Internetauftritts mit einem genauen Zeitrahmen gewesen.

Genau das wolle man ja endlich mit dieser Sondersitzung erreichen, verteidigte Marco Jahns seine Ausschussmitglieder. Dabei müsse man Klarheit schaffen, ob die Abgeordneten der Verwaltung Termine setzen, um die Seite strukturierter zu entwickeln, oder ob diese Aufgabe von einer externen Firma angegangenen werden solle.

„Für einen Fremdauftrag, der etwa 100000 Euro kostet, hat die Stadt kein Geld“, betonte Benno Rüster. Und die Ausschussmitglieder dürften nicht vergessen, dass Ingo Belka das Thema Internet während seiner Arbeitszeit nur nebenbei betreue und vieles davon zusätzlich in seiner Freizeit erledige.

Es gehe nicht um persönliche Kritik an Ingo Belka und es sei wohl allen klar, dass er nicht allein in der Lage sei könne, eine Homepage der Stadt Grimmen ständig aktuell zu halten, betonte Marco Jahns. „Es geht nicht darum, heute jemanden vorzuführen“, sagte auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Lutz Herzberg. „Aber ich bin enttäuscht. Ich habe eine Präsentation erwartet, um Informationen zu bekommen – zur Internetseite, zu den Problemen und Möglichkeiten, zu technischen Hintergründen, zur notwendigen Zuarbeit und zum Zeitaufwand. Um danach zu diskutieren und schließlich festzulegen, wie es weitergehen soll.“

Von einem großen Kommunikationsproblem sprach deshalb die CDU-Abgeordnete Birgit Mietzner, die in den Ausschüssen für Jugend, Senioren und Soziales sowie für Schule, Sport und Kultur mitarbeitet. Sie selbst habe bisher auf der Stadtseite immer gefunden, was sie suchte, betonte sie außerdem. Dennoch sollte festgelegt werden, was optimiert werden könne und wie diese Arbeit zu schaffen sei. „ Wir Abgeordnete müssen uns zunächst einig sein, dass ein guter Internetauftritt wichtig ist.“ Gemeinsam mit Brigitte Bathke sei sie bereit, die notwendige Zuarbeit aus den Bereichen Bildung und Soziales zu leisten.

Konstruktiv wurde auch CDU-Mann Fred Gladrow: Er regte an, das Thema in Fraktionen und Ausschüssen zu beraten und Ideen und Kritik schriftlich dem Bürgermeister und Ingo Belka zukommen zu lassen. Die beiden wiederum sollten dann erarbeiten, was möglich ist und zeitnah die Abgeordneten informieren. Daraufhin versprach Benno Rüster den bereits angesprochenen Zeitplan.

Almut Jaekel

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