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Virtuelles Geld für echte Transaktionen

Virtuelles Geld für echte Transaktionen

Das Internetgeld Bitcoin sorgt regelmäßig für Schlagzeilen / Aber wie funktioniert das eigentlich mit dieser Währung? Der OZelot erklärt’s

Mal verschwinden Hunderttausende „Münzen“ von einer Tauschplattform, mal wird die virtuelle Währung für den Handel mit Drogen und anderen illegalen Produkten benutzt. Immer wieder gibt es zudem Gerüchte, der mysteriöse Erfinder von Bitcoin sei enttarnt worden. Nun soll es der australische Unternehmer Craig Wright gewesen sein.

Was ist Bitcoin?

Es handelt sich um eine virtuelle Währung, die es seit dem Jahr 2009 gibt. Die einzelnen „Münzen“ werden durch komplexe Rechenoperationen unter Beteiligung zahlreicher Computer erschaffen – dieser Vorgang wird als „Mining“ bezeichnet. Alle Zahlungen mit Bitcoins oder sonstige Weitergaben der „Münzen“ erfolgen via Internet und lassen sich dank eines ausgeklügelten Protokolls für alle Teilnehmer des Systems nachverfolgen. Maximal 21 Millionen Bitcoins können erschaffen werden.

Hinter dem virtuellen Geld steckt der Gedanke, eine Währung zu schaffen, die unabhängig von Staaten, Zentralbanken und der Geldpolitik ist. Erfunden wurde sie unter dem Eindruck der Finanzkrise 2008/2009. Die für das „Mining“ und die Transaktionen mit Bitcoin nötige Software wurde von einem Entwickler geschrieben, der unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto firmiert. Möglicherweise stehen dahinter auch mehrere Menschen.

Wie kommen Nutzer an das digitale Geld und was können sie damit machen? Bitcoins können nicht nur per „Mining“ hergestellt, sondern auch gekauft und verkauft, also in reale Währungen umgetauscht werden. Der Wechselkurs schwankt immer wieder enorm – anfangs gab es für ein Bitcoin lediglich ein paar US-Cents, später waren es zeitweise mehr als 1000 Dollar.

Heutzutage liegt der Wert bei einigen hundert Dollar.

Außerdem können Bitcoins für alle möglichen Arten von Transaktionen eingesetzt werden und so den Besitzer wechseln. Zum Teil geht es dabei um virtuelle Güter, zum Beispiel die Bereitstellung von Speicherplatz für Internetseiten, doch es gibt auch Unternehmen, die für ihre ganz realen Produkte die Zahlungsart Bitcoin akzeptieren.

Welche Vorteile und Nachteile gibt es? Befürworter von Bitcoin und virtuellen Währungen allgemein finden es gut, dass das Internetgeld nur von der Nutzer-Gemeinschaft beeinflusst werden kann.

Während etwa ein Staat seine Währung künstlich abwerten kann, um zum Beispiel seine Schulden zu verringern, ist so etwas bei Bitcoin nicht möglich.

Andererseits besteht abgesehen von den stark schwankenden Währungskursen und der eingeschränkten Einsatzfähigkeit der „Münzen“ die Gefahr, dass Bitcoins aus dem virtuellen Portemonnaie gestohlen werden. Um eine sichere Geldanlage handelt es sich hier eher nicht.

Dass Bitcoin-Transaktionen anonym ablaufen und das Geld für gewöhnlich nicht zu einer Person zurückverfolgt werden kann, halten Befürworter für einen Vorteil, Gegner hingegen für einen Nachteil, etwa bei der Verbrechensbekämpfung.

Gibt es noch andere virtuelle Währungen? Ja, sogar eine ganze Menge. Die Europäische Zentralbank (EZB) zählte schon im vergangenen Jahr mehrere hundert solcher Währungen.

Allerdings ist Bitcoin mit Abstand die bekannteste.

Mit einer virtuellen Währung können Verbraucher auf Internet-Plattformen und in Online-Gemeinschaften für unterschiedliche Güter bezahlen – oft für rein virtuelle Güter, wie Ausrüstungsgegenstände in Onlinespielen. Die Währungssysteme werden zum Teil von Unternehmen betrieben und kontrolliert.

OZ

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