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„Den Soundtrack zur EM haben die Isländer geschrieben!“

„Den Soundtrack zur EM haben die Isländer geschrieben!“

Die Sportfreunde Stiller spielen am 22. Juli beim Festival „Rostock Rockt“ Songs ihrer im Herbst erscheinenden Platte / Dem OZelot sagt Sänger Peter Brugger, warum für ihn Rostocker „harte Hunde“ sind.

Peter, Ihr geltet als tolle Live-Band und seid in diesem Jahr auf einigen Festivals dabei, unter anderem bei „Rostock Rockt“. Ist das etwas ganz Besonderes, draußen zu spielen?

 

OZ-Bild

Florian Weber (v.l.), Rüdiger Linhof und Peter Brugger sind auch, wenn sie mal nicht Musik machen, Freunde.

Quelle: Gerald von Foris

Peter Brugger: Der Unterschied zwischen draußen und drinnen liegt lediglich im Unterschied der Vor- und Nachteile. Bei Regen, drinnen gut, ebenso bei Schnee und Eis. Bei Hitze, drinnen schlecht, ebenso bei Dampf und Luftfeuchtigkeit. Draußen, unter Sternenklarer Nacht, mit leicht säuselndem Wind in Abendrot getaucht – Traum! Also: Die Qualität der Konzerte ist unabhängig vom Stand der Bühne. Bock herrscht überall.

Nach einer Auszeit von vier Jahren ist eure aktuelle Platte (2013) wieder oben in den Charts gelandet. Hat euch das viel Energie gegeben?

Peter: Ein guter Charteinstieg macht froh, klar. Er zeigt, dass den Leuten das Album gefällt. Deswegen kommen viele zu den Konzerten. Wiederum wird das dann, im besten Falle, zu einem Wahnsinnserlebnis. Das wiederum macht dann Bock auf mehr neue Lieder. Das eine bedingt das andere, das Gesamtkonstrukt blinkt und glitzert. Und dann wären wir bei der Beantwortung der Frage: Jawohl, das gibt Schub. Und Elan. Und Energie.

Ihr habt euch schon mehrere Auszeiten genommen. Das steht jetzt aber erst mal nicht mehr zur Debatte, oder?

Peter: Anfang Oktober kommt unser neues Album. Dazu gibt's eine Tour im Herbst. Im nächsten Jahr geht's weiter mit Konzerten, so wie auch diesen Sommer bei euch. Also ist eine Auszeit meilenweit entfernt. Wenn allerdings ein Album fertig ist – mit Komponieren, Aufnehmen, Bewerben, Auftreten – ist eine kleine Auszeit sehr nötig.

Ihr habt alle neben den Sportfreunden noch andere Musik- oder auch Literaturprojekte. Rücken die mehr und mehr in den Vordergrund oder steht für euch weiterhin die Band an erster Stelle?

Peter: Die anderen Projekte stehen für den kreativen Ausgleich. Sie sind wichtig und sorgen dafür, dass wir uns auch bei den Sportfreunden weiterentwickeln und uns für neue Ideen inspirieren lassen. Ausgleichsgymnastik, sozusagen. Die Hauptsportart wird aber weiterhin Sportfreunde Stiller bleiben.

Einen Namen habt ihr euch vor allem mit euren Fußball-Songs gemacht. Nervt es, dass viele euch damit verbinden?

Peter: Wer sich näher mit uns beschäftigt, wird schnell merken, dass unsere Vita bis ins Jahr 1996 zurückreicht. Dass das Fußballlied für viele der erste Kontakt zu uns war, ist voll okay.

Die Reduzierung auf eine Fußballband bringen auch nur die, welchen die Musik nicht gefällt oder die uns ärgern wollen. Auch das ist völlig in Ordnung. Wir selbst wollen die Zeit der WM 2006 nicht missen, sehen das aber nur als eines von vielen Abenteuern in unserem Musikerleben.

Habt ihr Lust, mal wieder einen Song zu einer WM oder EM zu schreiben? Die EM ist ja gerade erst zu Ende. Habt ihr dazu vielleicht schon einen passenden Song geschrieben oder habt es noch vor?

Peter: Den Soundtrack zur EM 2016 in Frankreich haben die Isländer geschrieben. Den Text kann auch jeder: „Huh!“ Geiler geht’s nicht.

Wann können die Fans in euer neues Album reinhören?

Peter: Mit „Raus in den Rausch“ wird eine Vorabsingle mit einem Video dazu im Juli erscheinen.

Ihr engagiert euch mit eurer Musik auch gegen rechts. Anti-Nazi-Konzerte würden in ländlichen Bereichen MVs auch viel Sinn machen.

Peter: Absolut. Man darf auch keinen Millimeter davon abrücken, gegen den Rechtsruck gemeinsam zu stehen. Das Problem sind die Stimmen, die mit wirklich hohlen, platten und hetzerischen Aussagen Ängste schüren, aber hinter denen kein Hauch eines Ansatzes einer Lösungsfindung zu den wichtigen Fragen steckt. Hier muss aber auch die Politik deutliche Zeichen setzen. Und: Die AfD zerbröckelt sich ja schon selbst. Das zeigt, die unsicheren Wähler, welche sich für die Wahl dieser Partei entschieden, folgen einer faulen Idee.

Kennt ihr MV und Rostock?

Peter: Wir waren schon im Mau-Club und in der Ospa Arena. Wir haben mal mit dem damaligen Veranstalter des Mau-Clubs vor einigen Jahren in Neustrelitz Fußball gespielt. Da kam er mit anatomisch fragwürdig abgewinkeltem Finger auf uns zu und fragte: „Ihr seid doch Sportstudenten. Ist da an dem Finger was kaputt?“ Wir entgegneten ihm blass: „Dafür muss man kein Sportstudent sein.

Der Finger ist ausgerenkt, gebrochen und steht kurz vor der Amputation.“ Er zog achselzuckend von dannen. Seitdem wissen wir: Die Rostocker sind harte Hunde!

Noch Tickets erhältlich!

Das erste Konzert gab das Trio aus Germering beiMünchen 1996, damals unter dem Namen Stiller und mit dem Bassisten Andi Erhard. Seit 1997 nennt sich die Band aus rechtlichen Gründen Sportfreunde Stiller. Namensgeber der Band war Hans Stiller, Trainer des SV Germering, in der Peter und Florian Fußball spielten.

Erfolge feierten die drei befreundeten Musiker mit ihrem WM-Song „54, '74, '90, 2006“. Nach ihrem Album „La Bum“, das zwar oben in den Charts landete, sich aber vergleichsweise schlecht verkaufte, legte das Trio eine längere Auszeit ein.

Ihr Album „New York, Rio, Rosenheim“ (2013), mit dem sie ihre mehrjährige Pause beendeten, war ein voller Erfolg – es landete auf Platz zwei der Charts und verkaufte sich mehr als 200 000 Mal. Im Herbst (Oktober ) soll die neue Platte „Sturm und Stille“ erscheinen.

Am 23. Juli spielen sie bei „Rostock Rockt“. Beim Festival (22.-23. Juli) stehen auch Bosse und Feine Sahne Fischfilet auf der Bühne.

Live: Iga Park, An der Hanse Messe, 14 Uhr

Tickets: ☎ 0381/38 3030 17

www.rostockrockt.de

Interview von Nele Baumann

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