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„Die Bässe müssen über den Tanzfloor rollen“

„Die Bässe müssen über den Tanzfloor rollen“

DJ Drauf & Dran liebt treibende Musik, durchzechte Nächte und eine feierwütige Meute / Seit Neuestem genießt er aber auch gern die Ruhe / Woran das liegt, hat er dem OZelot verraten

In der Elektro-Szene ist er schon lange kein unbeschriebenes Blatt mehr: Jonas Mohr alias Fips alias DJ Drauf & Dran. Im September wird er beim Holi Open Air im IGA-Park auflegen. Doch nicht nur das zieht den DJ nach Rostock ...

Eigentlich bist du Berliner durch und durch, doch nun bist du in das vergleichsweise beschauliche Rostock gezogen. Wie kommt’s?

Fips: Naja, ich wollte ein wenig frische Landluft schnuppern. (lacht) Nee. Ich habe mich vor drei Monaten verlobt und da meine zukünfige Frau in Rostock lebt, hat es mich hierher verschlagen.

Der Liebe wegen also. Aber es ist ja doch ein Unterschied zu Berlin. Wie ist es nun für dich hier zu leben?

Fips: Ruhiger. Es ist ruhiger. Und es ist alles zu Fuß zu erreichen. Das ist ein großer Vorteil und gefällt mir, gerade auch, weil ich einen Hund habe. Und der Unterschied ist, in Berlin haben wir Seen, in Rostock habe ich ein ganzes Meer. (lacht) Hier gibt es allerdings nicht so eine Szene wie in Berlin. Vermisst du das?

Fips: Natürlich vermisse ich irgendwie den Trubel um einen herum, aber wiederum bin ich auch nicht mehr der Jüngste mit meinen 31 Jahren. Ich will so langsam mal aus diesem ganzen Berliner Hektik-Alltag rauskommen und das funktioniert natürlich sehr gut hier.

In Rostock gibt es nicht so viele und vor allem große Clubs um aufzulegen. Ist das mit deinem Job zu vereinbaren?

Fips: Meine Bookings sind auf ganz Deutschland verteilt. Das bedeutet, dass ich jetzt vielleicht zu manchem Ziel zwei Stunden länger unterwegs sein werde als zuvor, aber generell hat sich nichts verändert.

Du wirst also deutschlandweit gebucht. Bist du auch ab und an über die Grenzen Deutschlands hinaus unterwegs?

Fips: Ja. Im Rahmen der Album-Tour 2013 war ich viel in Europa unterwegs. Dann hatte ich in Israel noch eine Tour und in Brasilien. Das waren meine großen Touren, ansonsten sehe ich eben, wo es mich hinverschlägt. Vor kurzem zum Beispiel war ich auf Malta, um aufzulegen.

Du kommst gut rum. Was begeistert dich denn sonst noch an deinem Beruf?

Fips: Ich würde mich selbst als Entertainer bezeichnen. Ich raste beim Auflegen gerne aus und animiere die Leute, auch auszurasten. Es macht mir einfach Spaß vor Leuten zu stehen und dadurch, dass ich gar keine Hemmungen habe, auch mal den Hampelmann zu machen, ist es für mich immer schön, die Musik, die ich spiele, auch zu verkörpern. Es ist interessant zu sehen, wie die Leute im Publikum darauf reagieren. In den verschieden Städten sind die Menschen auch anders drauf und es fasziniert mich, das zu beobachten.

Du hast früher HipHop gemacht. Wie kamst du dann zu Elektro?

Fips: Ich hab jahrelang selbst zu Hip Hop nicht mehr feiern können, weil es einfach extrem aggressiv wurde, gerade als diese Aggro-Berlin-Welle kam und alle auf einmal Gangster-Rap machen wollten. Ich habe genau das Gegenteil gemacht, hab viel in der Antifa-Szene zu tun gehabt, Spaß-Rap gemacht und kritische Themen behandelt. Das kam nicht mehr an und dann haben wir zu Elektro gefeiert – mit Goa und Psytrance fing es an, bis es sich dann zu Tech House gewandelt hat. Durch einen Kollegen bin ich dann da quasi reingerutscht und es hat sich entwickelt bis zu Drauf & Dran.

Was macht denn deine Musik aus?

Fips: Da musst du andere Fragen. (lacht) Es ist schwer sowas über sich selbst zu sagen, man kann da so schnell arrogant klingen. Naja, meine Musik ist treibend, die Bässe müssen über den Tanzfloor rollen.

Du bist ja viel nachts unterwegs in deinem Beruf. Ist Schlafmangel ein Problem?

Fips: Nö. Ich bin ein sehr hibbeliger Mensch und wenn ich wach bin, bin ich wach. Spiele ich in einem Club bis fünf oder sechs Uhr morgens und schlaf dann drei Stunden, bin ich auch wieder fit.

Bald ist ja das Holi Open Air in Rostock und da wirst du auch mit dabei sein. Freust du dich schon darauf, in deiner neuen Heimat aufzulegen?

Fips: Das Holi in Rostock ist ein besonderes Open Air für mich, weil ich da schon seit Anfang an dabei bin. Ich hab in den vergangenen fünf Jahren auf vielen Holis gespielt, aber hier ist es immer am besten. Ich freu mich drauf. Und nun ist der Weg auch nicht mehr weit!

Interview von Maria Baumgärtel

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Berlin
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