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Ein Video, das kann so vieles!

Ein Video, das kann so vieles!

In MV betreiben einige junge Leute eigene Youtube-Kanäle / Sie geben Tutorials zu Computerspielen, unterhalten mit lustigen Videos oder geben technische Tipps

Ob Let’s-Player Gronkh, die Beauty-Expertinnen Bibi und Daggi Bee oder LeFloid, der so ziemlich jedem hierzulande seit seinem Interview mit Kanzlerin Angela Merkel bekannt ist: Youtuber sind aus dem Netz nicht mehr wegzudenken. Sie erreichen eine große Community, setzen Trends, prägen Meinungen und unterhalten eine ganze Generation.

Bis man als Youtuber jedoch solch einen Status erreicht hat, ist es ein weiter Weg. Denn was für viele nach leicht verdientem Geld aussieht, ist in Wirklichkeit harte Arbeit. Für viele Youtuber beginnt es als Hobby und entwickelt sich zum Vollzeitjob.

So geht es auch einigen Nachwuchs-Youtube-Stars aus MV, beispielsweise dem Rostocker Nico Serapins. „Videos produziere ich schon seit meiner Kindheit“, erzählt der Betreiber des Kanals „Tutorialcenter“ – einer Plattform für Tutorials und Berichte zu Themen, Entwicklungen und Nachrichten aus der Technik-Welt. „Mein Kanal ist eine Anlaufstelle für alle Nutzer, die ein technisches Problem haben und darauf eine kompakte und gut verständliche Antwort suchen“, sagt der 18-Jährige. Das Konzept hat Erfolg: Über 67000 Nutzer haben „Tutorialcenter“ bereits abonniert.

Angefangen habe alles mit der Teilnahme an einem Filmwettbewerb. „Später wollte ich meine Videos jedoch einem größeren Publikum zugänglich machen und lud sie deshalb auf Youtube hoch.“ Das war 2012.

Nach einigen Folgen zum Videospiel Minecraft orientierte sich Nico jedoch um, produziert nun professionellere Videos für ein älteres Publikum über Technik-Themen und zeigt sich auch immer öfter selbst vor der Kamera. „Ich arbeite daran, dem Kanal mehr Persönlichkeit zu geben.“ Des Weiteren sollen in Zukunft auch Tutorials zu anderen Themen, wie Alltags- und Lerntipps, Reiseanleitungen, sowie im Bereich Coaching zum Aufbau eines Youtubekanals folgen. „Angehenden Youtubern empfehle ich, sich zuallererst intensiv mit ihrer Idee auseinanderzusetzen und ein wenig Zeit in die Planung zu investieren“, sagt der Rostocker, der seit September auf Reisen ist, das Youtube-Hauptquartier in San Francisco besuchte und derzeit Neuseeland entdeckt.

Große Investitionen in Videotechnik seien anfangs nicht notwendig. Vielmehr solle man als Einsteiger vorhandene Tools, wie ein Smartphone, zur Videoproduktion nutzen. Außerdem sei das zeitaufwendige Management des Kanals nicht zu unterschätzen. „Um einen Kanal aufzubauen ist es wichtig, sich mit der Optimierung seiner Videos in der Suche zu beschäftigen, aber auch seine erste Community gut zu pflegen.“

Vielleicht kann Nico mit seinen Tipps auch mehr Leute aus MV ermutigen, einen Youtube-Kanal zu eröffnen. Denn bislang kenne er hierzulande nur wenige Leute, die auf der Plattform aktiv sind. „Eine direkte Verbindung der Szene in MV ist schwer zu erkennen, wäre aber durchaus eine tolle Sache, um auch in dieser Hinsicht die Region zu stärken.“

Einer seiner bekannten Youtuber-Freunde aus MV ist Philipp Collin, der den Kanal „Coli“ betreibt. Der Rostocker ist auf Tutorials für das Computerspiel Minecraft spezialisiert, produziert jedoch auch immer häufiger Tutorials über den Umgang mit Youtube, beispielsweise wie man auf der Plattform Geld verdient. „Dass Youtuber Geld mit Werbung vor ihren Videos verdienen, ist kein Geheimnis“, erklärt Philipp am Anfang des Videos worauf eine zehnminütige Erläuterung zu Google AdSense, dem Denken der Werbewirtschaft und Steuern folgt. In den Kommentaren kommt das Tutorial an. „Wirklich hilfreich und super gut gezeigt“, schreibt beispielsweise der Nutzer OneklickLP oder MonitorParty sagt: „Super Video! Du bringst 100 Tutorials mit einem Video auf den Punkt.“ „Meine Videos sind kurz und knackig“, sagt Philipp, der hinter der Kamera bleibt und lediglich seinen Monitor in den Clips zeigt.

Präsenter ist hingegen Max Frolinger auf seinem Channel „MagicBiber“. Der 16-Jährige aus der Nähe von Rostock ist auf Youtube seit drei Jahren Experte für „Nerf“ – Spielzeug aus formfestem Schaumstoff des US-amerikanischen Spielwarenherstellers Hasbro. Jeden Sonntag präsentiert er um 9 Uhr ein neues Video, in dem er diese vorstellt, das Equipment auspackt und testet. 293 solcher Videos gibt es bereits auf dem Kanal, die sich regem Interesse erfreuen. Das Video „Nerf Schusstest – Becher umknallen“ wurde beispielsweise über eine Million mal aufgerufen. 96600 Nutzer haben Frolingers Kanal abonniert.

Aus Zahlen und Statistiken macht sich Youtuber Marcel Knaak hingegen nicht viel. Ihm ist der Spaß am Filmen und Ideenentwickeln am wichtigsten. Seine ersten Videos nahm er noch auf Kassette auf. Seit 2012 ist der Rostocker auf Youtube vertreten, zunächst mit Lets Plays des Computerspiels Minecraft, gedreht in seinem Kinderzimmer. „Irgendwann war es eher ein Aufnahmestudio“, erinnert sich Marcel.

Heute thematisiert er Themen, die ihn interessieren und Spaß machen: Snapchat, Reisen, 360-Grad-Videos oder die Wahl seines letzten Halloween-Kostüms. Seit vergangenem Jahr ist er außerdem gemeinsam mit Caro Sternhagen und Christan Manshen auf dem Kanal Schraibfeler TV aktiv – einem Unterhaltungsformat aus Rostock. „Wir wollen die Leute vom Alltag ablenken und zum Lachen bringen“. Inzwischen werde er durch seine Videos auch auf der Straße erkannt.

„Meine Erfahrungen, wie man Zielgruppen anspricht, nutze ich jetzt auch nebenberuflich“, erklärt Marcel, der mit seinem Freund Manshen die Medienagentur Mediapier gegründet hat. Hauptberuflich hat er einen Bürojob. „In MV werden neue Technologien noch nicht so ernst genommen“, meint der junge Social-Media-Experte. Allgemein seien die Menschen hier im Norden zurückhaltender als in Ballungsgebieten – für ihn ein Grund, warum es in MV keine so große Youtuber-Szene gibt. Für Marcel gilt jedoch das Gebot: Keine Angst haben. „Besonders Jugendliche sind oft verunsichert, was die Eltern oder Mitschüler sagen könnten.“ Stattdessen solle man einfach sich selbst treu bleiben, anfangs nicht zu hohe Erwartungen und vor allem Spaß am Filmen haben.

Lisa Fritsche

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