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Frische Form aus Wismar: Hochschule kürt beste Ideen

Heute eröffnet die Ausstellung „DIA“ in Wismar: Nachwuchs-Designer zeigen ihre Projekte Frische Form aus Wismar: Hochschule kürt beste Ideen

Absolventen der Studiengänge Design, Innenarchitektur und Architektur der Hochschule Wismar stellen ab heute in Wismar ihre Abschlussarbeiten vor / Eine Jury entscheidet, wer den „Dia“-Preis gewinnt

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Zu spät, um noch die Verwaltung aufzusuchen? Johann Mikkat entwirft in seinem Abschlussprojekt die Utopie, dass sich alle Verwaltungsgänge bequem online erledigen lassen.

Quelle: Georg Hundt

Den Wohngeldantrag noch nicht abgegeben? Und am nächsten Morgen ist keine Zeit mehr dazu? Kein Problem, auf dem Portal 115.de lassen sich alle Verwaltungs-Formulare herunterladen – zu jeder Tageszeit, auch nachts. Der Auftritt ist übersichtlich gestaltet und die Formulare sind so gestaltet, dass Missverständnisse kaum möglich sind ...

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Absolventen der Studiengänge Design, Innenarchitektur und Architektur der Hochschule Wismar stellen ab heute in Wismar ihre Abschlussarbeiten vor / Eine Jury entscheidet, wer den „Dia“-Preis gewinnt

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Stopp! Jetzt bloß nicht direkt zum PC flitzen und es probieren. Es handelt sich hier noch nicht um Realität, sondern um eine Utopie. Eine Utopie, die der Rostocker Johann Mikkat (27) in seinerAbschlussarbeit entworfen hat. Er ist einer von rund 300 angehenden Designern, die ab heute ihre Projekte in der Fachhochschule Wismar bei der Ausstellung „Dia“ vorstellen.

Die drei Buchstaben „DIA“ stehen einerseits für die Studiengänge Design, Innenarchitektur und Architektur und andererseits für drei Tage und Nächte von jungen Talenten gestalterischer Disziplinen gelebte Kultur für Wismar. Gezeigt werden an drei Tagen vom 7. bis zum 9. Juli im gesamten Fakultätsgebäude und an einzelnen Standorten in der Wismarer Altstadt innovative Praxisprojekte, kreative Abschlussarbeiten und künstlerische Positionen zu wichtigen aktuellen Fragestellungen aus den Studiengängen Architectural Lighting Design, Architektur, Design mit den Studienrichtungen Produkt- und Schmuckdesign, Innenarchitektur sowie Kommunikationsdesign und Medien.

Eine Jury bestimmt, wer am Ende den „Dia“-Preis gewinnt. Zur Jury gehören in diesem Jahr Andreas Bartsch (Designer aus Wismar), Dirk Borchering (Innenarchitekt aus Berlin), Klaus Petersen (Architekt aus Lübeck), Ana Renault (Künstlerin aus Berlin), Bernd Schäfe (Designer aus Landsdorf), Christoph Schild (Hamburg), Götz Ulmer (Kommunikationsdesigner aus Hamburg) sowie die Künslerin Miro Zahra (Plüschow). „Die Entscheidung wird mal wieder nicht einfach“, sagt Miro Zahra. Seit fünf Jahren bereits ist die Leiterin des Künstlerhauses Schloss Plüschow Jury-Mitglied. Kriterien bei der Gewinnerauswahl seien vor allem Mut zur Grenzüberschreitung, Originalität und die formale ästhetische Umsetzung. „Ein Blick auf die Realisierbarkeit ist natürlich auch immer wichtig“, sagt Zahra, schließlich sei Design ja angewandte Kunst und damit sehr praxisbezogen.

Demgemäß betrachtet auch der 27-jährige Johann sich nicht als Künstler. „Ich bin als Kommunikationsdesigner eher so etwas wie ein Problemlöser“, sagt er und grinst. Mit der Idee, „Electronic Govement“ zu gestalten befasst er sich schon seit einiger Zeit. Schließlich gibt es hier seiner Ansicht nach viele Probleme zu lösen. „Die Formulare und Online-Auftritte von Verwaltungen sind oft nicht gut gestaltet“, sagt Johann. Ihm sei das vor allem beim Kindergeldantrag aufgefallen. „Der ist ziemlich schwer verständlich für Bürger“, meint er. Und kompliziert sei es, weil das Geld vom Bund kommt, man es aber über die Länder beantragen müsse. Johann hat sich viele Gedanken gemacht, wie man das Formular vereinfachen kann und wie ein bundeseinheilicher Auftritt des Portals 115.de aussehen könnte, auf dem man jederzeit per Mausklick Behördengänge erledigen kann. Die drei Ziffern sind die Durchwahl der Verwaltung. Wie das aussehen kann, das zeigt er allen interessierten Besuchern heute in Wismar.

Die können sich auch die architektonischen Entwürfe von Dominik Siebold anschauen. Der 36-Jährige hat untersucht, wie man die Gebäude der Hochschule Wismar so umgestalten könnte, dass ein hervorragendes räumliches Umfeld für Forschung und Lehre an Hochschulen entsteht. Seinem Entwurf zufolge sollen die Gebäude so konzipiert sein, dass die Institutionen, Ausbildungsformen und Fachrichtungen zusammenarbeiten können. In Wismar etwa macht es aus seiner Sicht Sinn, wenn ein nachhaltig gebautes Gebäude im Zentrum stehen würde – und als Standort für die Kooperation von Wissenschaft und Handwerk dienen könnte.

Lässt sich diese Idee in die Realität umsetzen? „Der Entwurf ist fiktiv, aber er soll Anregungen schaffen, wie wir in Zukunft Forschungs- und Laborgebäude planen und gestalten können“, sagt Dominik.

Und wie sieht es mit Johanns Idee aus? „Ich denke, dass das leider utopisch ist“, sagt Johann. Auf einer Konferenz in Warnemünde will er sein Projekt im Dezember noch einmal der Öffentlichkeit vorstellen. Wie viele andere seiner Kommilitionen wohnt er dann allerdings vielleicht schon nicht mehr in MV. „Ich habe in Hamburg einen Job in einer großen Kommunikationsagentur in Aussicht“, sagt er. Eigentlich wolle er gerne in MV bleiben, aber jobtechnisch habe er dort nicht viele Möglichkeiten.

Dominik wohnt schon nicht mehr in Wismar. „Ich komme aus dem Handwerk und arbeitete schon mehrere Jahre als Tischler in meiner Heimat im Harz“, sagt er. Dort beginnt er Mitte Juli einen Job in einem Planungsbüro.

Während Dominik seine Zukunft im Harz plant, kann sich Johann vorstellen, später wieder nach MV zurückzukehren. Damit würde er einen Weg gehen, den vor ihm auch Künstler wie die Fotografen Janet Zeugner oder Tim Kellner und viele andere gegangen sind. Sie verbrachten nach ihrem Studium eine Weile im Ausland oder in anderen Teilen Deutschlands und kehrten wieder zurück nach MV. Kellner etwa kommt ursprünglich aus Sachsen. Nach MV wäre er vermutlich nie gekommen, wenn es die Fakultät Gestaltung nicht geben würde. „In MV gibt es keine Kunsthochschule, deshalb ist die Fakultät in Wismar so wichtig“, sagt Miro Zahra. Sie setzt sich dafür ein, dass es auch eine Ausbildungsstätte für freie bildende Kunst in MV gibt.

Buntes Programm

Heute um 18 Uhr lädt die Fakultät Gestaltung der Hochschule Wismar zur Eröffnung der Jahresausstellung DIA ein (Foyer des Hauses 7a, Campus an der Philipp-Müller-Straße 14).

Die DIA-Preisverleihung ist am 8. Juli um 21 Uhr. Öffnungszeiten der Ausstellung am 8. und 9. Juli: 10 bis 21 Uhr Gartenhopping am 8. Juli (12-16 Uhr: In dem interdisziplinären Projekt entwickeln rund fünfzig deutsche und internationale Studierende sowie Flüchtlinge, Gartenräume. An zwei Standorten (Hochschulgarten Parzelle 87, Flöter Weg 1e und der Garten am Filmbüro) wird gegrubbert, gesät und geerntet.

• Online: www.fg.hs-wismar.de

Nele Baumann

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