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„ Ich rege die Fantasie an!“

„ Ich rege die Fantasie an!“

Wann hast du begonnen, dich für die Magie zu begeistern? Thimon von Berlepsch: Als kleines Kind habe ich bereits mit dem Zauberkasten herumhantiert.

Wann hast du begonnen, dich für die Magie zu begeistern?

 

OZ-Bild

Der Magier und Hypnotiseur Thimon von Berlepsch

Quelle: B. Brundert

Thimon von Berlepsch: Als kleines Kind habe ich bereits mit dem Zauberkasten herumhantiert. Mit 13 habe ich dann in dem Schloss, in dem ich aufgewachsen bin, ein altes Zauberbuch gefunden und begonnen, mich richtig dafür zu interessieren. Nachdem ich zwei Jahre später meinen Mentor kennengelernt hatte, ging‘s dann richtig los.

 

Wo hast du deinen Mentor kennengelernt?

Thimon: Das war bei der Weltmeisterschaft der Zauberkunst. Dort habe ich einen älteren, zaubernden Herrn aus Nürnberg kennengelernt — Carlhorst Meier. Er lud mich zu sich ein und es stellte sich lustigerweise heraus, dass er früher ein Kunde von meinem Vater gewesen ist und sich eine Zauberunterlage von ihm hat bauen lassen. Die hat Carlhorst mir dann vererbt. Eine wunderbare Geschichte, auf die ich auch näher in meiner Show eingehe.

 

Was fasziniert dich denn an der Zauberei?

Thimon: So vieles! (lacht) Ein faszinierender Aspekt ist, dass man in die Zeit zurückgeworfen wird, in der man über alles gestaunt hat. Als Kind sieht man etwas und will es erforschen. So entwickelt man sich weiter. Diese natürliche Neugierde wird auch durch die Zauberei angeregt. Man fühlt dieses Urverständnis von Staunen und Wunder. Gleichzeitig ist nur noch das Hier und Jetzt wichtig, die Kreativität wird angeregt und man fragt sich: „Wie kann das sein?“ Man will ja unbedingt herausfinden, wie ein Trick funktioniert, um zu wachsen.

 

Kannst du dich noch an deinen ersten Trick erinnern, den du beherrscht und vor Publikum aufgeführt hast?

Thimon: Wie man eine Münze durch einen Tisch zaubert. Man drückt sie einfach auf die Tischoberfläche, es macht „klack“ und fällt unter dem Tisch in die Hände des Zuschauers

 

Verrätst du, wie der Trick geht?

Thimon (lacht): Natürlich nicht. Ich sehe mich als Magier als eine Person oder einen Wegweiser, der dazu da ist, die Fantasie anzuregen. Der Wissenschaftler hat die Aufgabe, zu forschen und Ergebnisse zu erhalten. Jeder hat da seinen Bereich. Wenn ich das Staunen auslöse und gleich danach erkläre, würde sich das sich gegenseitig aufheben. Mit der Erklärung würde ich verhindern, dass eigene Gedanken und Ideen entstehen, die die Zuschauer zum Nachdenken anregen.

 

Du bist der Sohn eines Grafen und auf einem Schloss aufgewachsen. War es auch dieses Ambiente, was dich zur Magie hingezogen hat? Schlösser können ja ganz schön geheimnisvoll wirken.

Thimon: Auf diesem Schloss gibt es natürlich viel, das die Fantasie anregt. Bilder meiner Ahnen, Schwerter, Ritter-Rüstungen oder Geheimgänge. Als Kind habe ich mit meinen drei Brüdern auch viel auf dem Dachboden, den Mauern und im Park Rollenspiele gespielt. Heute im Rückblick hat das bestimmt viel dazu beigetragen, dass ich mich für eine so sonderbare und märchenhafte Kunst wie die Magie begonnen habe zu begeistern.

 

Welche Eigenschaften muss man aus deiner Sicht besitzen, um ein guter Magier zu sein?

Thimon: Man sollte an Wunder glauben können, ein ausgeprägtes Gespür für Menschen haben und natürlich die Leidenschaft entwickeln, viel zu üben. Um gut zu sein, darf man nie stehen bleiben und Spaß daran haben, sich ständig weiterzuentwickeln.

Du bist nicht nur Magier, sondern auch Hypnotiseur seit acht Jahren. Wie kam es dazu?

Thimon: Ich habe auf der Bühne gesehen, wie jemand hypnotisiert wurde und konnte nicht nachvollziehen, was da vor sich geht. Spielt der jetzt, ist es abgesprochen? Später habe ich direkt neben einer hypnotisierten Person gesessen und an den Augen gesehen, dass diese Person wirklich in einer anderen Welt war. Es war also kein Schauspiel. Der Hypnotisierte erlebte wirklich etwas, was für ihn total real war. So real wie das nächtliche Träumen. Das war ein magischer Moment für mich und ich wollte mehr darüber erfahren.

Wie funktioniert Hypnose?

Thimon: Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das seine innere Welt realer machen kann als die äußere. Wir brauchen uns nur vorzustellen, dass wir mit dem Flugzeug abstürzen und unser Körper wird die gleichen Reaktionen zeigen, als würde es tatsächlich passieren. Im Gehirn werden die gleichen Areale angesprochen. Der Hypnotiseur macht nichts anderes, als mit Worten Emotionen und innere Bilder hervorzurufen. Hypnose verändert also den Bewusstseinszustand einer Person und setzt den analytischen Verstand aus. Wenn jemand dann wie ein Hühnchen gackert, ist er in diesem Moment wie ein Kind, das Spaß am Spiel hat und nicht hinterfragt, ob sich das jetzt schickt.

Morgen stehst du in Rostock auf der Bühne. Kennst du die Stadt und MV?

Thimon: Mein Bruder Gabriel hat dort an der Hochschule für Musik und Theater Schauspiel studiert. Deswegen habe ich die Stadt öfter besucht. Rostock ist sehr gemütlich und ich freue mich schon sehr auf den Abend und das Rostocker Publikum.

Shows in Rostock und Schwerin

Als Sohn des Grafen Hans-Sittich von Berlepsch ist Thimon von Berlepsch auf einem Schloss in Hessen aufgewachsen. Bereits als Kind hat er begonnen, sich für die Magie zu

interessieren. Bevor er professioneller Zauberkünstler wurde, schloss er eine Ausbildung

als Goldschmied ab. Thimon hat drei Brüder, von denen einer in Rostock Schauspiel

studierte.

Die Zauberkunst lernte Thimon bei seinem Mentor Carlhorst Meier und im Alter von 15 Jahren gewann er die deutschen Jugendmeisterschaften der Kartenmagie.

Vor etwa acht Jahren erlernte Thimon die Kunst der Hypnose und wendet sie seitdem auch in seinen Shows an. Er versetzt seine Gäste in Trance und bringt sie dazu, wie ein Huhn zu gackern oder plötzlich einzuschlafen.

Live: 11. März, Stadthalle Rostock (ClubBühne), Beginn: 20 Uhr; 12. März, Capitol Schwerin (Wismarsche Str. 128), Beginn: 20 Uhr

Von Interview von Nele Baumann

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