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Jung und engagiert

Jung und engagiert

Viele junge Leute in MV sind ehrenamtlich aktiv / Rike Geist aus Rostock bildet Hunde aus

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Rike Geist mit ihren Australian Shepherds am Rostocker Strand. Die junge Frau traniert Hunde und hilft Tier- Besitzern dabei, mit ihren Vierbeinern ein funktionierendes Team zu bilden.

Quelle: Foto: Luisa Schröder

Sich sozial zu engagieren, bereitet Freude. Auch viele junge Menschen in Mecklenburg-Vorpommern tun dies gerne in ihrer Freizeit. Ob bei der Rostocker Tafel, der freiwilligen Feuerwehr oder als Rettungsschwimmer an der Ostsee. Die gebürtige Hagenowerin Rike Geist beschäftigt sich seit mehr als zehn Jahren mit Tieren: „Tierlieb war ich schon als kleines Kind“, erzählt die 31-Jährige lachend. Begonnen hat alles mit einem Reitverein, in dem sie u.a. als Jugendwart tätig war. Ihr Herz schlug neben den Pferden auch für die kleinen Vierbeiner: „Ich habe, wie wohl fast jeder Hundesportler, als normales Mitglied in einem Hundesportverein begonnen zu trainieren“, sagt Rike, die dort ihren Border Colli Mischling Nelly ausgebildet hat. Nach immer größer werdenden Meinungsverschiedenheiten innerhalb des Vereins gründete sie 2011 mit anderen Hundeliebhabern den BoddenDogs e.V. Angetrieben von der Leidenschaft für Hundesport habe sie alle Höhen und Tiefen durchlaufen, die mit einer Vereinsgründung zusammenhingen. Rike wurde zur ersten Vorsitzenden gewählt. Alle Übungsleiter und Trainer arbeiten ehrenamtlich und wollen den „Menschen-Hunde-Teams“ zu einem besseren Miteinander verhelfen. Darüber hinaus werden Welpen- und Junghundegruppen sowie die Vorbereitung zur Begleithundeprüfung angeboten. Für all das bekommen Rike und ihr Team kein Geld, „aber unbezahlbare Momente“, sagt die Lehrerin freudestrahlend. Das Geld, welches sie für die Trainingsstunden einnehmen, werde für die Pacht des Platzes und für neues Equipment ausgegeben. Gerade die Sportgeräte im Bereich Hindernisspringen (Agility) seien ziemlich teuer. Zweimal die Woche gibt Rike Kurse: „Ich führe die Hunde mit einer schnellen Geschwindigkeit durch einen Parcours.“ Die größte Belohnung sei, dass sie glückliche und erfolgreiche Teams zusammenwachsen sieht: „Ich gebe etwas von mir mit hinaus in die Welt“, sagt die stolze Besitzerin von aktuell fünf Australian Shepherds.

Rike geht allerdings nicht nur einem Ehrenamt nach, sondern engagiert sich neben der Freiweilligen Feuerwehr in Pruchten-Bresewitz (Kreis Vorpommern-Rügen), wo sie sich um die Versorgung der Feuerwehrmänner bei Bränden und die fotografische Dokumentation der Einsätze kümmert, beim Australian Shepherd Club Deutschland e.V. (kurz: ASCD e.V.). Der Verein organisiert deutschlandweit Schulungen von Züchtern sowie die gesunde und ordentliche Zucht dieser besonderen Hunderasse.

Seit rund einem Jahr hat sie dort den Vorsitz übernommen. Begonnen habe sie 2013 in dem Verein als Beisitzerin für den Gesundheitsbereich. 2015 wurde sie dann als Schriftführerin gewählt und kurz darauf im Jahr 2016 musste aufgrund personeller Schwierigkeiten ein neuer Vorstand gewählt werden. „So kam ich zu dem Vorsitz, wie die Jungfrau zum Kinde“, erzählt Rike. Sie kontrolliert die Züchter und organisiert die sogenannten Agility Events. Bei ihr laufen die Fäden aus vielen Bereichen zusammen. Die Vorstandsarbeit mit über 300 Mitgliedern raube viel Zeit: E-Mails beantworten, Flüge von amerikanischen Richtern buchen, ihren gesamten Aufenthalt in Deutschland organisieren, Geschenke für die Sieger bestellen, Kataloge drucken, Welpenvermittlungen aktualisieren. Die Liste sei endlos.

„Dafür schlafe ich halt einfach weniger“, gibt Rike lachend zu.

Auch für diese ehrenamtliche Tätigkeit gebe es keinen Cent. Wenn sie jedoch zu Veranstaltungen fahren müssten, die quer in Deutschland verteilt sind, bekämen sie Fahrt- und Hotelkosten erstattet sowie eine Verpflegungspauschale. „Bei diesem Verein ist es weniger das Glücksgefühl, was belohnend wirkt, als das Wissen, etwas Gutes für die Rasse zu tun, die ich über alles liebe“, erklärt die 31-Jährige. Über ihre Leidenschaft zu den Hunden hat die Züchterin ein Buch geschrieben, das im vergangenen Jahr erschienen ist. Dort beschreibt sie, wie die „Aussis“ richtig zu halten und zu erziehen sind.

Ehrenamts-Stiftung MV

Seit 2015 gibt es in Mecklenburg-Vorpommern die Ehrenamts-Stiftung. Mitarbeiter unterstützen und beraten in fachlichen Belangen rund ums Ehrenamt und der alltäglichen Vereinsarbeit, helfen bei der Finanzierung und bauen bürokratische Hürden ab – durch Vermittlung zwischen Ehrenamtlichen, Vereinen und Verwaltung. Sie machen Ehrenamtler fit durch Fortbildung und bringen engagierte Menschen zusammen – zum Kennenlernen, zum Erfahrungs- und Ideenaustausch, um Ressourcen zu bündeln und Kosten zu sparen.

Info: ehrenamtsstiftung-mv.de

Luisa Schröder

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