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Patric Heizmann: „Essen soll Spaß machen!“

Patric Heizmann: „Essen soll Spaß machen!“

Der Entertainer stellt am 7. Oktober in Schwerin und am 8. Oktober in Rostock sein aktuelles Programm „Essen ist erlaubt!“ vor / Darin verbindet er Humor mit Fachwissen über gesunde Ernährung

Der frühere Fitnesstrainer aus Freiburg hat bereits mehrere Bücher veröffentlicht und eine eigene Fernsehshow moderiert.

 

OZ-Bild

Kürbis gehört mit zu Patric Heizmanns Lieblings-Gemüse. Auch Scharfes isst der 42-Jährige gern.

Quelle: Thomas Mandt / Rostockfoto

Anerkennung ist auch beim Essen für viele wichtig. Würden wir als letzter Mensch auf der Welt eine Kohlsuppendiät machen?“

Patric Heizmann (42), Entertainer

Patric, seit wann beschäftigt dich das Thema „Gesundheit und Ernährung“?

Patric Heizmann: Schon sehr lange. Mit 16 Jahren habe ich begonnen, mich sehr dafür zu interessieren. Ich sehe das als ein lebenslanges Studium an. Ich brenne für das Thema.

Warum?

Patric: Ich habe mich damals richtig ungesund ernährt – war abhängig von Schoko-Nuss-Aufstrich. Immer nachts habe ich das in mich reingelöffelt, weil ich dachte, da gelten andere Gesetze.

Snickers-Brötchen hab’ ich auch gerne gegessen – Weißbrötchen aufgerissen und das Snickers reingelegt – und literweise Cola getrunken. Ich habe mich süß ernährt. Ich komme aus einer sechsköpfigen Familie und mit Kohlenhydraten kann man schnell und kostengünstig viele Leute satt bekommen.

Warst du damals übergewichtig?

Patric: Das nicht, aber ich war kuschlig und flauschig – und ständig erkältet. Da ich schon immer gerne Sport gemacht habe, hat mich das immer wahnsinnig zurückgeworfen. Also hab’ ich irgendwann angefangen, meine Ernährung zu hinterfragen. Intuitiv habe ich angefangen, einen „perfekten Tag“ – so nenne ich ihn heute – einzulegen. An einem Tag in der Woche habe ich mich bewusster ernährt und mich mehr bewegt. Irgendwann hab’ ich gemerkt, dass es mir durch diesen Tag besser ging und dass ich automatisch einige Dinge mit in andere Tage übernommen habe – ohne darüber nachzudenken.

Welche Fehler machen denn viele Menschen bei der Ernährung?

Patric: Viele möchten gerne von einem Tag auf den anderen alles verändern – getrieben durch die Bikini-Saison, getrieben durch eine Hochzeit. Nur wenn eine ganz starke Emotion im Spiel ist, funktioniert es, von heute auf morgen alles zu ändern. Ich rate eher dazu, klein anzufangen – und Schritt für Schritt das Essensprogramm zu ändern. Dabei soll es natürlich immer schmecken. Deshalb rate ich auch dazu, Gemüse ordentlich in Öl oder Butter zu schwenken – ohne Angst vor dem Fett zu haben. Eine meiner Thesen lautet: Die Angst vor dem Fett hat uns fett gemacht.

Du lehnst klassische Diäten also ab?

Patric: Ganz klar. Die sind kopfgesteuert und werden auf lange Sicht vom Körper sabotiert. Ich hab’ früher auch alle möglichen Diäten angetestet und gemerkt, dass es nicht meine Welt ist.

Wie hat es sich denn ergeben, dass du als Entertainer auf der Bühne gelandet bist ?

Patric: Das hat sich so entwickelt. Ich hab in der Fitnessbranche angefangen. Dort hab ich die Gruppen darin eingewiesen, wie man sich fit hält und dabei richtig ernährt. Fachwissen war da die Basis. Als nächsten Schritt habe ich diese wissenschaftlichen Fakten in eine Bildsprache verpackt. Dann kam der Humor dazu. Ich hab’ die ersten Gags eingebaut und gemerkt, dass es den Leuten Spaß

macht und es mir so gelingt, ihre Aufmerksamkeit zu behalten. Ich möchte mit meinem Bühnenprogramm etwas vermitteln und nutze den Humor als Transportmittel, um auch solche Menschen zu erreichen, die sich mit dem Thema gar nicht so tief auseinandersetzen.

Das aktuelle Programm heißt „Essen ist erlaubt“. Worum geht’s da konkret?

Patric: Ich möchte, dass die Leute mehr auf ihren Bauch hören, sich aber auch nicht von den Störfeuern der Füllstoffindustrie, wie ich sie nenne, ablenken lassen. Damit meine ich verarbeitete Produkte von Lebensmittelbastlern, die uns an der Nase herumführen. Im neuen Programm erzähle ich auch viel aus meinem Privatleben – unter anderem von einem Gartengrillfest bei einem Nachbarn. Was da passiert ist, das war die Grundlage für die neue Show.

Apropos Grillen. Für die eiweißreiche Ernährung, die du empfiehlst, sind Fleisch und Fisch wichtig. Was aber machen Vegetarier? Oder gar Veganer?

Patric: Ich bin ganz klar pro Fisch, pro Fleisch und pro Eier, wenn man dabei auf die Qualität achtet. Als Vegetarier kann man sich auch gut ernähren, wenn man Milchprodukte und Eier zulässt.

Schwierig wird’s bei Veganern. Aus tierethischer Sicht halte ich davon viel, in Sachen Gesundheit sehe ich das allerdings kritisch. Man muss sich echt gut auskennen, um da keine Mangelerscheinungen zu haben.

Wie wichtig ist Sport für die Gesundheit?

Patric: Sport ist wichtig, wird aber gerne überschätzt. Von Natur aus sind die meisten Menschen faul. Das ist sogar genetisch verankert – unnötiges Gehampel im Neandertal war schlichtweg lebensbedrohlich, weil Kalorien früher noch richtig viel wert waren. Also ist es normal, faul zu sein. So Sport-Verrückte wie ich, die sind nicht normal. Ich habe über den Sport früher in der Schule Anerkennung bekommen. Ich glaube, deswegen bin ich ihm so verbunden.

Spielt Anerkennung auch beim Abnehmen eine Rolle?

Patric: Ich glaube, das ist ein sehr wichtiger Punkt. Viele sagen, sie wollen „für sich“ abnehmen. Ich glaube, meistens stimmt das nicht so ganz. Würde man als letzter Mensch auf der Erde eine Kohlsuppendiät machen?

Du hast selbst Kinder, wie gehen die mit dem Thema um? Gibt’s bei euch zu Hause auch Schokolade?

Patric: Wir gehen sehr entspannt damit um, es ist aber eine Herausforderung. Wie alle Kinder stehen auch meine beiden natürlich auf Süßes. Das ist aber auch in Ordnung, weil sie sich ja den ganzen Tag bewegen. Zucker ist Muskelbenzin und sie verbrennen das wieder. Das Dumme ist nur, dass man solche Verhaltensmuster aus der Kindheit ins Erwachsenenalter mit rübernimmt. Wir belohnen deshalb nie mit etwas Süßem oder trösten damit.

Du hast zwischendurch in Hamburg gelebt, dann hat’s dich wieder in den Süden gezogen. Warum?

Patric: Ich hab immer gesagt, dass ich wieder zurück in Freiburg sein möchte, wenn meine Tochter in die Schule kommt – wegen der sozialen Kontakte. Ich kenne sehr viele, die zurückgekommen sind. Das hab ich nach 13 Jahren Hamburg auch gemacht.

In Rostock hast du ja schon mal auf der Bühne gestanden. Wie gefällt’s dir hier an der Küste?

Patric: Ich find’s wunderschön dort bei euch und freu’ mich auf die Abende in Rostock und Schwerin. Ich bin wirklich gerne am Meer, ziehe die Berge aber vor.

Zwei Auftritte in MV

In Freiburg wurde Patric Heizmann 1974 geboren und lebte zwischenzeitlich für 13 Jahre in Hamburg. Mittlerweile wohnt der verheiratete Vater von zwei Kindern wieder in seinem Heimatort. Er ist gelernter Fitnesstrainer und kam hierdurch zu seinem aktuellen Beruf: Entertainer mit den Themenschwerpunkten Gesundheit, Ernährung und Bewegung. Unter dem Titel „Ich bin dann mal schlank“ ist er Autor von Ernährungsratgebern, Rezept- und Kochbüchern sowie von Hörbüchern und DVDs. Seine Bücher „Ich mach mich mal dünn“ (2012) und „Essen erlaubt!“ (2015) schafften es auf die Spiegel-Bestsellerliste.

Als Entertainer steht er mit seiner Show „Essen ist erlaubt!“ am 7. Oktober in Schwerin (Capitol, Beginn: 20 Uhr) auf und am 8. Oktober in Rostock (Moya, Beginn: 20 Uhr) auf der Bühne.

• Online: www.patric-heizmann.de

Interview von Nele Baumann

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