Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 11 ° stark bewölkt

Navigation:
Schönes aus dem Mietfach

Schönes aus dem Mietfach

Im Rostocker Geschäft „ZweiRaumZone“ und im Stralsunder „Strandgut“ können Kreative ihre Waren anbieten

Voriger Artikel
Wooden Peak: „Wir stehen auf Melancholie“
Nächster Artikel
„Wir machen Weltmusik im wörtlichen Sinne“

Antje Grabow (43) betreibt ihren Laden „ZweiRaumZone“ mit Leib und Seele. Einige Mietfächer sind noch zu haben.

Quelle: Dietmar Lilienthal

Mietfach? Da denken die meisten bestimmt zuerst an ein Schließfach bei der Bank oder ähnliches. Doch bei Antje Grabow (43) aus Rostock hat das weder etwas mit Finanzen zu tun, noch damit, etwas wegzuschließen. Ganz im Gegenteil: Es soll gezeigt werden, was sich da in den Mietfächern befindet.

OZ-Bild

Im Rostocker Geschäft „ZweiRaumZone“ und im Stralsunder „Strandgut“ können Kreative ihre Waren anbieten

Zur Bildergalerie

Seit drei Jahren lebt Antje wieder in Rostock. Vorher tingelte sie viel durch Deutschland und lebte einige Jahre in Berlin. Dort hat sie auch die Geschäfte entdeckt, die später zu ihrem Vorbild wurden: Kombi-Läden, die verschiedenste Waren von unterschiedlichen Herstellern anbieten.

Genau so einen Laden hat die 43-Jährige vor gut einem Monat zum Rostocker KTV-Fest eröffnet. „ZweiRaumZone“ hat sie ihn genannt, da man in zwei Räumen nach Herzenslust stöbern kann. „Das Angebot spricht alle Altersgruppen an. Für jeden Stil und jeden Geldbeutel ist etwas dabei“, sagt Antje. Man merkt ihr an, dass sie ihren Laden mit Leidenschaft betreibt. Und es stimmt – das Angebot ist breit gefächert: Kleinigkeiten für Kinder, Schmuck, Töpferware, Taschen, Portemonnaies, Seifen, Kleidung und vieles mehr. Nur für Männer fehle leider noch ein größeres Angebot.

Doch was hat es nun mit den Mietfächern auf sich? Wie sieht das Konzept von „ZweiRaumZone“ aus?   Der größte Teil des Geschäfts ist liebevoll mit Kisten gestaltet, die als Fächer dienen.

„Jeder, der etwas Handwerkliches, Selbstgemachtes anzubieten hat, kann sich so ein Fach mieten“, erklärt Antje. Ein kleines Fach koste 6 Euro pro Woche, je länger man es miete, desto günstiger würde es. Ab einem Vierteljahr gäbe es zum Beispiel Prozente. „Zur Zeit gibt es auch noch ein Eröffnungsangebot: Bis Ende Juli kann man eine Fläche für die Hälfte des Preises mieten“, fügt Antje hinzu. Sie möchte damit Leuten ermöglichen, ihre handgemachte Ware leichter zu verkaufen. Sie selbst hatte vorher einen kleinen Laden, in dem sie ihre eigens produzierten Artikel wie Nähereien und Holzarbeiten verkauft hat. „Ich bin der Meinung, dass es heutzutage schwer ist, allein auf einem Standbein zu stehen“, sagt die Rostockerin. Und es sei eine tolle Möglichkeit, nicht nur auf Märkten oder über das Internet verkaufen zu können, sondern seine Produkte sechs Tage die Woche „live“ anzubieten. Werden Dinge verkauft, nimmt Antje 15 Prozent Provision, der restliche Erwerb geht an die Hersteller. Zur Zeit gäbe es 37 Anbieter, sagt Antje stolz. „Mit so viel Zuspruch habe ich anfangs gar nicht gerechnet.“ Und die Anbieter sind ganz unterschiedliche Menschen: Einige machen das nur zum Spaß als Nebengewerbe, andere leben davon. So unterstützt „ZweiRaumZone“ zum Beispiel auch junge Rostocker Labels. Eines davon ist das Modelabel „White and Sandy“, das moderne, ökologische Fairtrade-Kleidung produziert.

Eine weitere Besonderheit ist, dass man in der „ZweiRaumZone“ nicht nur nach Herzenslust shoppen, sondern sich danach bei einem Latte Macchiato auch noch entspannen kann. Denn zwischen den schnuckligen Regalen gibt es eine kleine Café-Ecke, die für die Gemütlichkeit sorgt. „Sehr praktisch für die Männer, die sich in aller Ruhe bei einem Kaffee ausruhen während ihre Frauen shoppen“, sagt Antje mit einem Schmunzeln.

Eine bunte Auswahl an selbst gefertigten Einzelstücken bietet auch Dietlind Jahn in ihrem Laden „Strandgut“ in Stralsund an. 2012 hat sie das Geschäft eröffnet und 2014 begonnen, Regalfächer zu vermieten. Etwa 7 bis 11 Flächen stellt sie im Jahr anderen Kreativen zur Verfügung. 25 Euro kostet ein Fach, mit der Größe nimmt die Stralsunderin es dabei nicht so genau. „Es geht mir um die Vielfalt im Laden“, sagt die 58-Jährige. Sie selbst stellt unter anderem Schmuck her – wie der Name des Ladens bereits verrät vor allem aus Strandgut. Maritim angehaucht sind auch die Waren, die sie auf den vermieteten Flächen anbietet – von Malerei über Fotografie, Taschen, Patchworkdecken bis hin zu Lampen aus Brückenpfeilern oder Kettenanhängern aus Donnerkeilen. Auch Stofftierchen für Kinder oder Keramik gehören mit zum Angebot. „Ein Vorteil für die Mieter ist, dass sie saisonal etwas anbieten können“, sagt Dietlind Jahn. So habe sie eine Mieterin, die nur im Winter Filzware wie etwa Schals oder Stulpen verkaufe. Wer sich das „Strandgut“ anschauen will, kann übrigens einen virtuellen Rundgang über google map starten.

Hier findet ihr die Fachvermieter (Auswahl)

Die „ZweiRaumZone“ befindet sich in der Margaretenstraße 16 in Rostock und hat Montag bis Freitag von 10 bis 19 Uhr und samstags von 12 bis 18 Uhr geöffnet.

Das „Strandgut“ ist in der Wasserstraße 75 in Stralsund und hat montags bis freitags von 11 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 14 Uhr geöffnet.

• Online: strandgut-stralsund.de Das Portal kreativbuehne.de spricht sowohl Jungdesigner, Labelgründerin, Künstler und andere Kreative an als auch Einzelhändler. Vermittelt werden Produkte an die registrierten Händler.

Interessierte Kunden können über die Seite interessante Geschäfte in ihrer Nähe finden, die ausgefallene, oft selbst designte oder angefertigte Produkte anbieten.

Online: https://kreativbuehne.de

Maria Baumgärtel und Nele Baumann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
München

Mehr als 100 000 Menschen sind bei einem bunten Straßenumzug in München für die Rechte von Homosexuellen eingetreten. Zum ersten Mal hat sich eine Gruppe der CSU an der CSD-Parade beteiligt.

mehr
Mehr aus Szene