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Sechs junge Bands haben „Heimspiel“ in Rostock

Sechs junge Bands haben „Heimspiel“ in Rostock

Vom 20. bis zum 22. April spielen Nachwuchsmusiker aus MV beim TV-Festival im Mau Club / Rok TV zeichnet die Konzerte für die Sendung „Heimspiel“ auf / Der OZelot stellt das Festival und die Bands vor

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Die Bands Five Aces (u.l.), The Rabby‘n‘Bosmus (u.r.), Zum Anker (r. Mitte), Larrikins (Mitte), das Walter Martínez Trio (l. Mitte) und Looney Roots (oben).

Quelle: Veranstalter

Eine ganz besondere Aufgabe haben sie beim TV-Festival alle zu erledigen: Jede Band muss dem „Heimspiel“-Moderator, dem selbst ernannten Landesbeauftragten für Liebe und Harmonie alias Jörk Krempien, ein Ständchen bringen, indem sie „Dat du min Leevsten büst“ singen. Five Aces, Zum Anker, The Rabby‘n‘Bosmus, das Walter Martínez Trio, Looney Roots und Larrikins sind in diesem Jahr dabei — und alle haben sich bereits viele Gedanken gemacht, wie sie das alte niederdeutsche Lied so interpretieren, wie es zu ihrer Band am besten passt. Das Ergebnis zeichnet dann der Sender Rok TV Ende April im Mau Club auf. „Dieses Mal haben sich 15 Bands aus Rostock und ganz MV auf die sechs Plätze beworben und die Auswahl ist uns wie immer nicht leichtgefallen“, sagt Selina Pavlitschek vom Landesverband für Populäre Musik und Kreativwirtschaft MV (PopKW), der das Festival mit veranstaltet. „Dabei gucken wir vor allem, dass wir jeden Abend einen anderen musikalischen Schwerpunkt setzen, um eine möglichst große stilistische Bandbreite abzudecken.“

So steht am 21. April Weltmusik auf dem Programm. Die Rostocker Band Rabby'n'Bosmus hat schon einen Plan, wie ihr Ständchen an den Landesbeauftragten für Liebe und Harmonie aussehen soll. „Das ist keine leichte Aufgabe“, sagt Sänger und Gitarist Rasmus Gunst (27). Er hat den Song „Dat du min Leevsten büst“ schon einmal in seinem Studium an der Hochschule für Musik und Theater klassisch singen müssen. Als „Heimspiel“-Variante haben er und seine drei Bandkollegen sich jetzt aber etwas anderes ausgedacht. „Wir machen daraus eine Art lateinamerikanischen Jazz-Standard“, sagt er. „Ich glaube, das passt gut zu uns.“ Seit 2014 macht Rasmus zusammen mit Tica Pulpitz (Vocals, Melodica), Bobby Müller (Cajon, Percussion, Vocals) und Henning Böhnke (Elect. Guitar, Vocals) als Rabby‘n‘Bosmus Musik. Als eine Mischung aus Akustik, Funk, Reggae und Jazz bezeichnen sie selbst ihren Stil, wenn es denn unbedingt irgendeine Schublade sein müsse. Die vier haben sich an der HMT kennen- und schätzen gelernt und direkt bemerkt, dass sie musikalisch harmonieren. „Wir sind da alle voll auf einer Linie“ sagt Rasmus, der als Einziger der vier nicht aus MV, sondern aus Schleswig-Holstein stammt.

Alle vier im Bunde studieren Musik auf Lehramt. Zumindest Rasmus hätte aber auch nichts dagegen, wenn er am Ende doch eine Karriere zum Profimusiker einschlägt. „Ich kriege aber mit, wie schwer es ist, professionell klarzukommen“, sagt er. „Letztendlich geben auch viele, die kein Lehramt studiert haben, trotzdem zusätzlich Musikunterricht, weil es sonst finanziell eng wird.“ Rasmus ist es wichtig, dass er nicht dazu gezwungen wird, Musik zu machen, die er nicht mag — nur, um finanziell über die Runden zu kommen. Umso mehr freut er sich über die Einladung zum „Heimspiel“-Festival. Denn hier können Rabby‘n‘Bosmus zeigen, was sie draufhaben. „Wir waren als Gäste schon da und mir gefällt die „Wohnzimmer“-Atmosphäre, die an diesen Tagen im Mau-Club geschaffen wird“, sagt er.

So eine genaue Vorstellung davon, wie die Atmosphäre beim „Heimspiel“ sein wird, haben die Musiker der Band Five Aces noch nicht. „Wir lassen uns überraschen“, sagt Florian Steffen. Vom Festival haben sie durch einen Newsletter des PopKW erfahren. Bekannt war den Musikern die gleichnamige Radio-Sendung „Heimspiel“ des Pop KW, die donnerstags beim Lokalradio der Hansestadt Rostock (Lohro) läuft. „Da waren wir schon mal zu Gast und es war ein toller Abend“, sagt Florian. Er und seine Bandkollegen freuen sich darüber, eine Gelegenheit zu erhalten, mal ins Fernsehen zu kommen. Da können sie dann nicht nur ihre Version von „Dat du min Leevsten büst“ spielen, sondern auch Songs ihrer neuen Platte. „Die wollen wir im Sommer fertig haben“, kündigt Florian an. Ein Album haben die fünf bereits aufgenommen — in Florians kleinem Studio in Blankenhagen bei Rostock. „Das war schon ein Akt, aber ich finde, es hat sich gelohnt“, sagt der Chemiker, der an der Fachhochschule Stralsund arbeitet.

Gegründet haben sich Five Aces 2008. Bis auf Florian studieren alle noch. Die Sängerin Marie-Louise Köchling (27) studiert auf Lehramt Deutsch und Geschichte, der Gitarrist Michel Rux (26) studiert auf Lehramt Deutsch und Philosophie und der Schlagzeuger Björn Düse (26) studiert Geschichte — alle drei in Greifswald. Martin Blum (32) ist an der HMT in Rostock eingeschrieben. Five Aces machen melodischen Rock mit Elementen aus Pop, Soul, Jazz und Funk.

Wie sie „Dat du min Leevsten büst“interpretieren werden, verraten sie nicht. „Das Geheimnis lüften wir erst am 20. April“, sagt Florian. Five Aces werden das Festival eröffnen.

Reggae oder Rock: Viele Musikstile sind vertreten

Jeden Donnerstag von 19 bis 20 Uhr läuft im Lokalradio Rostock (LoHro) die Sendung „Heimspiel“ des Landesverband für Populäre Musik und Kreativwirtschaft M-V (PopKW).

Hier stellen die Moderatoren eine Band aus MV vor und geben einen Überblick über Neuigkeiten aus der Musikszene des Landes.

Die Fernsehsendung „Heimspiel“ verfolgt ein ähnliches Konzept. Auf der gemütlichen Couch befragt der Moderator Jörg Krempin die Musiker und sie spielen eigene Songs und ihre Version des niederdeutschen Liedes „Dat du min Leevsten büst“ (hochdeutsch: Dass du mein Liebster bist).

Das erste „Heimspiel“-TV-Festival war am 20. Juni 2012 — auch damals schon im Rostocker Mau Club. Mit dabei waren Wooden Peak und Die Reise — beide Bands haben sich inzwischen einen Namen gemacht. Bei späteren Aufzeichnungen waren dann Bands wie Crushing Caspars oder Mainpoint mit dabei.

Dieses Jahr mit dabei sind: Five Aces, Zum Anker, The Rabby‘n‘Bosmus, das Walter Martínez Trio, Looney Roots und Larrikins.

Das TV Festival 2016: 20. bis 22. April im Mau Club Rostock, Einlass ist jeweils um 19.30 Uhr, Eintritt: 5 Euro

Von Nele Baumann

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