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Subway To Sally: „Wir sorgen für frischen Wind“

Subway To Sally: „Wir sorgen für frischen Wind“

Ihr gebt im März ein Konzert in der Rostocker Nikolaikirche. Warum habt ihr euch eine Kirche ausgesucht? Eric Fish: Wir haben bei der „Nackt 2“-Tournee schon mal da gespielt.

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Eric Fish (vorne) und die Band Subway To Sally haben viele Fans in der „schwarzen“ Gothic-Szene.

Quelle: Universal Music

Ihr gebt im März ein Konzert in der Rostocker Nikolaikirche. Warum habt ihr euch eine Kirche ausgesucht?

 

OZ-Bild

Eric Fish (vorne) und die Band Subway To Sally haben viele Fans in der „schwarzen“ Gothic-Szene.

Quelle: Universal Music

www.ozelot.de Kontakt: Redaktion 0381/365325 ozelot@ostsee-zeitung.de

Eric Fish: Wir haben bei der „Nackt 2“-Tournee schon mal da gespielt. 2010 war das, glaube ich. Das war eine tolle Atmosphäre damals und ist mir in nachhaltiger Erinnerung geblieben. Und bei der bald startenden Tour kommt es auch sehr auf die Atmosphäre an. Es wird ein Bühnenbild geben, das perfekt in diese Kirche passt. Wir werden alles detailverliebt und romantisch gestalten.

Was wird anders als bei der „Nackt 2“-Tournee?

Eric: Wir gehen weg von dem Mystisch-Gothichaften — hin zum Technisch-Romantischen. Das ist ganz im Sinne unseres Tourmottos „Ekustik“. Das A ist zum E für Elektro geworden, und unsere Musik und unser Bühnenbild werden sich dem anpassen. Wir werden Stilelemente des Steampunk mit einbringen, also Futuristisches mit Retro verbinden.

Inwiefern macht ihr denn jetzt elektronische Musik?

Eric: Wir stehen wie immer alle mit unseren Instrumenten auf der Bühne. Statt des Schlagzeugs benutzen wir aber ein elektronisches Drumset und es wird ein achter Mann mit dabei sein, der elektronische Samples live einspielt. Das wird den Songs einen ganz anderen Charakter geben.

Das war bestimmt nicht einfach für euch, sich auf diesen Sound einzustellen — oder?

Eric: Das ist tatsächlich mit harter Arbeit verbunden. Wir haben gerade drei intensive Probe-Wochen hinter uns und haben jetzt das Gefühl, dass es funktionieren wird. Uns ist klar, dass viele Fans an bekannten Versionen von Songs hängen. Da ist es natürlich mutig, was wir vorhaben. Ich denke aber, es wird alle überzeugen.

Wer wird denn euer achter Mann sein?

Eric: Das bleibt erst mal ein Geheimnis. Er wird so gekleidet sein, dass man ihn nicht erkennt. Vielleicht enthüllen wir ihn erst gegen Ende der Tour.

Warum habt ihr euch denn für eine E- anstelle einer Akustik-Tour entschieden?

Eric: Die Band gibt es schon seit 1990. Nach 14 Langspielplatten war es mal Zeit, neue Reize zu setzen. Da wir für eine neue Platte noch etwas Zeit brauchen, passt es gerade auch gut, so eine Tour zu starten. Es war auch schnell klar, dass es keine „Nackt 3“-Aktion werden soll. Wir sind eine Band, die sich gerne mit neuen Herangehensweisen frisch hält. Beim Proben hat sich auch schnell gezeigt, dass es ein guter Weg ist.

In zwei Wochen geht‘s los. Wahrscheinlich probt ihr gerade richtig viel — oder?

Eric: Tatsächlich kann man sich das vorstellen wie Schichtarbeit. Wir proben jeden Tag. Viele Leute denken, glaube ich, dass Musiker in der Regel eine Art Partyleben führen, immer spät aufstehen und in den Tag hineinleben. Dieses Klischee erfüllen wir gerade nicht. Mindestens sechs Stunden proben wir am Tag — in erster Linie, um Routine zu bekommen. Wir sind alle lange dabei und beherrschen natürlich unsere Parts. Aber selbst wenn im Probenraum etwas zehn Mal hintereinander klappt, kann es auf der Bühne, wenn das Adrenalin dazukommt, ganz anders laufen. Wenn du dir da die Routine nicht erarbeitet hast, kommst du in gefährliches Fahrwasser.

Und an dieser Routine arbeitet ihr gerade?

Eric: Ja, wir schleifen gerade alles rund, feilen an der neuen Sound-Ästhetik und simulieren die Bühnensituation. Dazu haben wir uns extra eine Halle bei Potsdam angemietet. Da kommen wir ja ursprünglich her, inzwischen haben wir uns aber etwas verteilt. Unser Schlagzeuger etwa wohnt in Bamberg, ich selbst wohne bei Frankfurt an der Oder.

Auf eurer aktuellen Platte geht es um „Mördergeschichten“. Wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Eric: Ich weiß gar nicht mehr genau, wer die Idee hatte. Als sie im Raum stand, hat sie auf jeden Fall alle fasziniert. Wir sind ja eine Band, die aus der schwarzen Szene kommt und die sich mit Themen wie Tod und Vergehen viel beschäftigt.

Dreht es sich um echte Mordfälle?

Eric: Ja, die sind tatsächlich alle so in der Art passiert. Wir haben bei der Recherche auch viel mit der Kriminalpsychologien Lydia Benecke zu tun gehabt, die uns sehr geholfen hat.

Ihr habt viele Fans in der „Schwarzen Szene“. Zählst du dich selbst auch zu dieser Szene?

Eric: Irgendwie gehöre ich schon dazu und weiß sehr viel über diese Szene. Ich lebe es aber nicht jede Sekunde des Tages aus, trage in der Freizeit schon mal eine blaue Jeans und gehe angeln.

Ihr werdet oft als Mittelalterband bezeichnet, ordnet euch aber anders ein. Bist du denn ein Fan des Mittelalters?

Eric: Nein. Stell dir mal vor, wie das da gestunken hat. Ich möchte nicht tauschen mit den Menschen damals und eine Zeitreise dahin brauche ich auch nicht.

Wann können die Fans mit einem neuen Album rechnen?

Eric: Der Plan sieht so aus: Erst machen wir die Neon-Tour, dann die Sommerfestivals und wollen parallel schon Ideen fürs neue Album entwickeln. Ziel ist, es 2017 rauszubringen.

Tour beginnt am 9. März

1990

h at sich die Band Subway To Sally in Potsdam gegründet. Heute besteht sie aus: Eric Fish alias Erik-Uwe Hecht (Gesang, Marktsackpfeife, Great Highland Bagpipes, Schalmei, Barockoboe, Blaswandler, Tin Whistle, Dudelsack), „Bodenski“ alias Michael Boden (Akustikgitarre, Background-Gesang, Drehleier), „Simon“ alias Simon Levko (Akustikgitarre, Background-Gesang, E-Trumscheit), Ingo Hampf (E-Gitarre, 8-saitige Renaissancelaute, Mandoline, Mandola, Geyerleier), „Frau Schmitt“ alias Silke Meyer (Violine, Viola), „Sugar Ray“ alias Silvio Runge (Bass), Simon Michael Schmitt (Schlagzeug, Perkussion) Live: 12. März, Nikolaikirche Rostock, Einlass: 18.30 Uhr

OZ

Von Interview von Nele Baumann

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