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Was ist für euch Jugendsprache?

Was ist für euch Jugendsprache?

„Schmoof“, „Bambusleitung“, „Cheedo“, „Swagphone“? Kennt ihr diese Wörter nicht? Dann könnt ihr euer Repertoire ja jetzt erweitern.

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Welches Wort ist besonders lustig? „Fleischdesigner“? „Banalverkehr“? „Uhrensohn“? Welches nutzen junge Leute besonders viel? Bis Ende Oktober könnt ihr online eure Stimme abgeben.

Quelle: Fotos: Fotolia / Drubig-Photo (groß), Christian Rödel (3), Maria Baumgärtel (3)

„Schmoof“, „Bambusleitung“, „Cheedo“, „Swagphone“? Kennt ihr diese Wörter nicht? Dann könnt ihr euer Repertoire ja jetzt erweitern. Denn all diese Wörter sind unter den 30 Begriffen gelandet, die 2016 „Jugendwort des Jahres“ werden können. Seit 2008 ruft der Langenscheidt-Verlag junge Leute dazu auf, das „Jugendwort des Jahres“ zu wählen. Der OZelot stellt euch die Ausdrücke vor, die 2016 zur Auswahl stehen. Eingereicht hatten sie Jugendliche.

OZ-Bild

„Schmoof“, „Bambusleitung“, „Cheedo“, „Swagphone“? Kennt ihr diese Wörter nicht? Dann könnt ihr euer Repertoire ja jetzt erweitern.

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am fly sein

Ich bin „total fly“ bedeutet so viel wie: „Ich gehe total ab!“.

Analag-Spam

Was kommt denn da Antiqiertes in den Briefkasten geflatter? „Analog-Spam“ ist Werbung per Post bae

Wer als „bae“ bezeichnet wird, kann sich sicher sein, dass er derzeit für den anderen die Nummer eins ist, denn „bae“ kommt von „before anyone/anything else“.

Bambusleitung

Es kann nerven, wenn das Internet langsam ist. Dann hat man mit einer „Bambusleitung“ zu kämpfen.

Tintling

Fast jeder hat heute ein Tattoo. Rund 15 Prozent der Deutschen sind laut Umfragen „Tintlinge“, Tätowierte.

Banalverkehr

„Alles gut bei dir“ ... „Läuft ... und selbst?“ Wenn ein Chat so oder ähnlich verläuft, ist es nichts anderes als „Banalverkehr“.

cheedo

Statt „cool“ sagen viele Teenager „cheedo“.

darthvadern

Wie nervig, wenn der Vater mal wieder „darthvadert“ – total den Vater raushängen lässt!

Dumfal

Mit dem Fahrrad vor einen Pfahl gefahren! Doof gelaufen, dieser „Dumfall“ (= „dummer Unfall“).

Fleischdesigner

Manchmal bleibt nichts anderes übrig, als sich beim Fleischdesigner (= Chirurgen“) unters Messer zu legen.

Googleschreiber

Jemand, der bei google die URL eingibt

gz

Wer viel chattet, weiß Bescheid – gz ist die Abkürzung für „gratz“ – was wiederum die Abkürzung für „congratulations“ ist.

Hopfensmoothie

Bei heißem Wetter bringen Hopfensmoothies (Biere) eine angenehme Abkühlung.

Internetausdrucker

Jemand, der Websites ausdruckt und so viel Papier verschwendet

Interneteier

Bezeichnet Menschen, die sich nur online trauen, laut zu sein.

isso

Eine Kombi aus „ist“ und „so“

mailden

Meldet man sich per Mail bei einem Freund, heißt das „mailden“.

modeln

Hunger aushalten

Mois Alter, Kumpel, Bro sind veraltet – heute heißt das „Mois“.

Overcut Halbglatze schmoof

geschmeidig, smooth slearning sleeping while learning – das passiert wohl vor allem im Unterricht Süßmo

süße Person bzw. Kosename für eine süße Person Swaggernaut

extrem coole Person Swagphone Smartphone zum Angeben Tindergarten Sammlung von Onlinedating-Kontakten

Tweef Beef, also Streit, über Twitter

Uhrensohn Jemand, der sich zur falschen Zeit wie ein Idiot benimmt.

Yologamie Eine Kombi aus Yolo und Monogamie, die eine offene Beziehung bezeichnet.

Vollpfostenantenne Selfiestick

FÜNF FRAGEN AN...

1 Was charakterisiert Jugendsprache und wozu dient sie? Jugendsprache ist geprägt von Ausdrücken, die Erwachsene, also vor allem Eltern und Lehrer, nicht verstehen bzw. nicht verstehen sollen. Die Jugend will sich mit Jugendsprache von älteren Generationen abgrenzen und damit ihren eigenen Weg der Kommunikation finden. Gerade Wörter aus dem World Wide Web oder Smartphone-Bereich sind meist Fremdwörter für die Eltern-Generation, was die Jugend dazu nutzt, sich in ihrer eigenen „Geheim“-Sprache zu verständigen.

2Mit welchem Ziel hat Langenscheidt das Voting 2008 ins Leben gerufen? Wir möchten der Jugend ein Forum für ihre Sprache geben und Außenstehenden die Möglichkeit bieten, einen Einblick in die aktuelle Jugendsprache zu bekommen. Durch das „100% Jugendsprache“-Wörterbuch, das jedes Jahr aktualisiert wird, besteht das ganze Jahr über die Möglichkeit, die Jugendlichen ein wenig besser zu verstehen.

3 Nach welchen Kriterien sind die 30 Worte, die es in die Endauswahl geschafft haben, ausgesucht worden? Unsere Kriterien sind Häufigkeit der Einreichung und der Verwendung der Worte, Kreativität, und ein aktueller zeitgenössischer Bezug ist natürlich auch ein spannendes Kriterium.

4 Werden diese Worte wirklich benutzt? Wird das geprüft? Wir überprüfen die Verwendung der Wörter vor allem online bei Facebook, Twitter und Instagram. Dort schauen wir, ob die Wörter in Gruppen oder als Hashtag vorkommen. #isso gibt es zum Beispiel 414 198 Mal (Stand 13.9. 2016), #bae 10 723 563 Mal auf Instagram. Ob die Wörter dann auch wirklich im täglichen „real life“-Sprachgebrauch ankommen, ist regional ganz unterschiedlich. Meistens entsteht ein Wort als „Insider“ in einer Clique oder auf einem Schulhof und verbreitet sich dann in der Region und viral über das Internet.

5 Inwiefern hat sich aus Ihrer Sicht die Jugendsprache in den vergangenen acht Jahren (seit 2008) verändert?

Wir merken einen deutlichen Zuwachs von Anglizismen, aber auch Wörter aus anderen Sprachen sind häufiger vertreten. Die Jugendlichen tauschen sich international mehr aus, was vor allem an der Internationalität des Internets liegt. In den vergangenen Jahren haben vor allem negative Ausdrücke überwogen, dieses Jahr merken wir wieder einen Trend hin zu positiven Wörtern.

Nele Baumann

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