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Macron und Netanjahu erinnern an Holocaust in Frankreich

Massenverhaftung vor 75 Jahren Macron und Netanjahu erinnern an Holocaust in Frankreich

Franzosen, die 1942 bei der Deportation von Juden helfen - lange wollte niemand darüber sprechen. Erst 1995 erkannte der damalige Präsident Chirac die Verantwortung seines Landes öffentlich an. 75 Jahre nach den Verhaftungen ist das Thema wieder brandaktuell.

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Davidstern mit dem Schriftzug "Juif" (Jude). Annette Krajcer war zwölf Jahre alt, als im Juli 1942 innerhalb von zwei Tage 13 000 Juden, darunter tausende Kinder in Paris festgenommen wurden.

Quelle: Clare Byrne

Paris. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat im Beisein von Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu die Verantwortung seines Landes für die größte Massenverhaftung von Juden während des Zweiten Weltkrieges in Frankreich bekräftigt.

Bei der „Razzia vom Vél d'Hiv“ hatten französische Polizisten am 16. und 17. Juli 1942 im Auftrag der deutschen Besatzer 13.000 Juden verhaftet. Die Menschen wurden anschließend von der nationalsozialistischen SS in Sammel- und Konzentrationslager in Frankreich verschleppt, später in Vernichtungslager.

„Es war Frankreich, das die Razzia organisierte und später die Deportation“, sagte Macron am Sonntag in Paris bei einer Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag. „Nicht ein einziger Deutscher“ habe an der Organisation teilgenommen. Die Beteiligung Frankreichs war lange ein Tabu-Thema. Erst 1995 entschuldigte sich der damalige Staatspräsident Jacques Chirac öffentlich.

Unter den Festgenommenen waren damals auch 4000 Kinder. Ein Großteil von ihnen wurde in der Winter-Radsporthalle (Vélodrome d'Hiver) eingepfercht, andere kamen gleich ins Sammellager Drancy bei Paris. Die Halle in der Nähe des Eiffelturms wurde 1959 abgerissen.

Macron wies bei seiner Ansprache vor Mitgliedern der jüdischen Gemeinde jede Relativierung der französischen Verantwortung zurück. Ohne die Rechtspopulistin Marine Le Pen dabei beim Namen zu nennen, nahm er damit Bezug auf eine Äußerung von ihr kurz vor der französischen Präsidentschaftswahl. Die Kandidatin der rechtsextremen Partei Front National hatte im Fernsehen gesagt, Frankreich sei nicht verantwortlich für die Razzia. Die mit Nazi-Deutschland zusammenarbeitende Vichy-Regierung sei „nicht Frankreich“ gewesen.

Netanjahu bezeichnete die Einladung zu der Gedenkveranstaltung in Paris als eine „sehr, sehr starke Geste“. Sie beweise die tiefe Freundschaft zwischen Frankreich und Israel.

Im Anschluss kamen Macron und Netanjahu zu einem Gespräch im Élyséepalast zusammen. Dabei ging es unter anderem um den Nahostkonflikt. Macron rief zu einer Wiederaufnahme der Verhandlungen über eine Zweistaaten-Lösung auf. „Frankreich ist bereit, alle diplomatischen Anstrengungen zu unterstützen, die in diese Richtung gehen“, sagte er. Der Friedensprozess zwischen Israelis und Palästinensern liegt seit 2014 brach.

dpa

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