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Von Rindern produzierte Methanmenge könnte stark steigen

Prognose Von Rindern produzierte Methanmenge könnte stark steigen

Rinder sind nicht besonders umweltfreundlich: Sie rülpsen große Mengen Methan aus, ein am Klimawandel beteiligtes Treibhausgas. Forscher warnen, dass ihr schädlicher Einfluss immens steigen könnte.

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Zwei Kühe in Gmund am Tegernsee: Rinder gelten unter Umwelt- und Klimaschützern schon länger als Klima-Killer.

Quelle: Marc Müller/illustration

Frankfurt. Die von Rindern produzierte Menge des Treibhausgases Methan könnte in den nächsten Jahren deutlich steigen.

Zum einen nehme die von einzelnen Tieren freigesetzte Methanmenge zu, zum anderen würden wegen des steigenden Fleischbedarfs immer mehr Rinder gehalten, erklären Wissenschaftler im Fachjournal „Biogeosciences“. Ein Hausrind stößt täglich etwa 150 bis 250 Liter Methan aus. Derzeit werden weltweit etwa 1,5 Milliarden der Tiere gehalten.

Methan ist als Treibhausgas in der Atmosphäre 25 Mal so wirksam wie Kohlendioxid und macht daher einen substanziellen Teil des menschengemachten Treibhauseffekts aus. Das Gas entsteht, wenn organisches Material unter Luftausschluss abgebaut wird - wie zum Beispiel Gras im Verdauungssystem einer Kuh. In Deutschland ist die Land- und Forstwirtschaft eine bedeutsame Methan-Quelle, insbesondere die Massentierhaltung. Auch in Klärwerken und Mülldeponien entsteht das Gas. In anderen Ländern werden beim Nassreisanbau große Mengen Methan freigesetzt.

Die Forscher, zu denen Peter Manning vom Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum in Frankfurt gehörte, gehen davon aus, dass der Methan-Ausstoß jeder Kuh bis 2050 im Mittel um bis zu 4,5 Prozent steigen könnte. „Wenn man jetzt noch bedenkt, dass die Viehbestände drastisch steigen werden, könnte Vieh im Jahr 2050 Methan in einer Menge emittieren, die dem Erwärmungspotenzial von 4,7 Giga Tonnen Kohlendioxid entspricht“, erklärte Manning zu der Modellrechnung. „Das wäre ein über 70 Prozent höherer Wert als zum gegenwärtigen Zeitpunkt.“

Ursache für den Anstieg je Tier sei der im Zuge des Klimawandels vielfach sinkende Nährwert von Futterpflanzen, erklären die Forscher. Untersuchungen zufolge hätten sie in wärmeren Gebieten häufig einen geringeren Nährwert als in kühleren. Die Rinder müssten zum Ausgleich mehr davon fressen und verdauten länger, was wiederum zur verstärkten Bildung von Methan führe. „Was wir beobachten, ist ein Teufelskreis“, warnte Mark Lee von den Royal Botanic Gardens in London.

Steigende Methan-Emissionen würden in Nordamerika, Mittel- und Osteuropa sowie Asien verzeichnet - hier gebe es auch den größten Anstieg bei der Viehhaltung, hieß es weiter. Manning plädierte dafür, nährstoffreichere Pflanzen zu kultivieren und die Viehhaltung in den Regionen zu begrenzen, die sich am schnellsten erwärmen. „Es ist aber auch wichtig, den individuellen Fleischkonsum zu reduzieren.“

Die derzeitigen Mehrwertsteuerbegünstigungen für tierische Produkte seien eine umweltschädliche Investition, hatte das Umweltbundesamt (UBA) in Dessau-Roßlau zu Jahresbeginn erklärt. „Tierische Produkte wie Fleisch und Milch profitieren von nur sieben Prozent Mehrwertsteuer, obwohl sie deutlich klimaschädlicher sind als Getreide, Obst oder Gemüse“, hieß es. „Die Produktion von einem Kilo Rindfleisch verursacht zwischen 7 und 28 Kilo Treibhausgasemissionen - Obst oder Gemüse dagegen liegen bei weniger als einem Kilo.“

Auf die gesamten Treibhausgasemissionen bezogen machen wiederkäuende Rinder allerdings nur einen kleinen Bruchteil der Quellen aus: In Deutschland sind Ackerbau und Viehzucht zusammengenommen nach Daten des UBA für etwa sieben Prozent der Emissionen verantwortlich. Den stärksten Einfluss haben der Energiesektor, Industrieprozesse und der Verkehr.

dpa

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