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50 Wohnungseinbrüche seit Jahresbeginn

Wismar 50 Wohnungseinbrüche seit Jahresbeginn

Präventionsberater der Wismarer Polizei klären über Betrugsmaschen auf und geben Tipps für mehr Sicherheit

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Ein Räuber will in ein Haus eindringen, schleicht sich auf der Terrasse an. In der Hand hält er einen Kuhfuß, ein Nageleisen, mit dem er die Terrassentür aushebeln will.

Quelle: StockAndPeople

Wismar. Es ist Mittwoch, 23. März. Das Ehepaar Drevs besucht seine Kinder, die nur 200 Meter entfernt im gleichen Dorf bei Wismar wohnen. „Als wir gegen 20.25 Uhr zurückkommen, steht die Tür vom Wintergarten offen. Die Einbrecher sind raus, als wir ins Haus kamen“, sagt Wolfgang Drevs. Er findet Spuren im Garten. Ein fremdes Auto fällt im Dorf auf. Die Täter haben Kreditkarten, Geld und Schmuck gestohlen. „Das Gefühl, fremde Leute haben in unseren intimsten Sachen rumgewühlt, das macht mich fix und fertig.“ Wolfgang Drevs plant mit der Polizei einen Präventionsabend im Dorf. „Wir müssen die Leute mehr sensibilisieren“, sagt er. „Das ist unsere einzige Chance gegen Einbrecher, dass jeder Nachbar wachsam ist.“

OZ-Bild

Präventionsberater der Wismarer Polizei klären über Betrugsmaschen auf und geben Tipps für mehr Sicherheit

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In diesem Jahr hat die Polizei schon rund 50 Wohnungseinbrüche in Nordwestmecklenburg registriert. Vor allem in Einfamilienhäuser und Parterrewohnungen stiegen die Täter ein. „Sie werden immer dreister, kommen am helllichten Tag“, berichtet Hans-Jürgen Schröder. Der langjährige Präventionsberater bei der Wismarer Polizei rät unter anderem: „Schließen Sie alle Fenster und Türen, wenn Sie die Wohnung verlassen. Ziehen Sie die Eingangstür nicht nur ran, sondern schließen Sie sie ab.“ Tipps, das eigene Heim mit einfachen mechanischen Mitteln sicherer zu machen, gibt die kriminalpolizeiliche Beratungsstelle in Schwerin (Telefon 0385/6171683).

Häufig werden vor allem Senioren in ihrer Wohnung bestohlen, weil sie falschen Handwerkern, Finanzberatern, Bettlern oder angeblichen Bekannten Zutritt gewähren. „Lassen Sie niemals Fremde in die Wohnung. Schließen Sie zunächst die Tür, um sich rückzuversichern. Rufen Sie bei der entsprechenden Firma an, ziehen Sie Ihre Kinder zurate oder lassen Sie sich den Dienstausweis oder Auftrag zeigen“, empfiehlt Polizeihauptmeister Schröder den zumeist älteren Zuhörern. Sie wollen sich zum Thema „Wie wir unser Leben sicherer machen“ informieren. Eingeladen hat der Arbeitskreis Kagenmarkt, dem auch der Kontaktbereichsbeamte Jens Brügmann angehört.

Enkeltrick, angebliches Kaufinteresse in Inseraten, Gewinnversprechen, Trickdiebstähle mittels Geldwechsel-Masche: Die Betrüger täuschen gerne eine Notlage vor und nutzen die Hilfsbereitschaft vor allem von Älteren schamlos aus. „Es ist nett, wenn Sie helfen. Aber es gibt Leute, die wollen Sie nur austricksen“, warnt Präventionsberater Schröder. Er schildert neueste Tricks der Betrüger:

Sie treten zu zweit auf, oft vor Einkaufsmärkten, bitten, ihnen Geld zu wechseln. Während der ältere Mensch in sein Portemonnaie schaut, wird er in ein Gespräch verwickelt. Dabei gelingt es den geschickten Dieben, dem Rentner Geldscheine aus der Börse zu nehmen. Der gleiche Trick funktioniert bei vorgetäuschtem Geldfund auf der Straße. Schaut der ältere Mensch ins Portemonnaie, ob er tatsächlich Geld verloren hat, wird es ihm in diesem Moment gestohlen.

Präventionsberaterin Ines Buchholz erläutert, woran Falschgeld zu erkennen ist. „Jeder sollte nach dem Einkauf das Wechselgeld genau prüfen. Ist falsches dabei, wird es eingezogen und nicht ersetzt.“ Die neuen Geldscheine sind fälschungssicherer.

Von Haike Werfel

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