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Am Lagerfeuer im Wohnzimmer Tee gekocht

Stralsund Am Lagerfeuer im Wohnzimmer Tee gekocht

Mit ihrem Job sorgen sie für Sicherheit in der Hansestadt / Stralsunder Polizisten geben Einblick in ihre Arbeit

Stralsund. Es waren ein paar dünne Rauchwölkchen, die Passanten an einem Sonntagnachmittag in der Frankenvorstadt beim Blick gen Himmel auffielen. Der Qualm stieg aus einem offenen Dachflächenfenster auf. Sicherheitshalber informierte jemand die Polizei.

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Polizeigespräch

„Als die Kollegen an die Tür zu der Wohnung klopften, aus der die Rauchwolken aufstiegen, öffnete eine 37-jährige Frau“, berichtet Dietmar Grotzky. Der Leiter des Stralsunder Polizeihauptreviers weiß

auch, dass die Polizisten hinter der Frau einen flackernde Lichtschein im Flur bemerkten, der aus einem der hinteren Räume zu kommen schien.

„Tatsächlich stellte sich heraus, dass im Wohnzimmer Holzreste in einer Schale brannten, die auf dem Fußboden stand“, sagt Grotzky. Das Verwunderliche dabei: Die Frau war offensichtlich gerade damit beschäftigt, sich an einer Art Lagerfeuer ein Essen zu wärmen. Das Teewasser kochte ebenfalls still vor sich hin.

Widerwillig folgte die Bewohnerin der Aufforderung der Beamten, das Feuer in der Schale zu löschen. „Sie tat es. Konnte die Forderung aber nicht nachvollziehen – weil sie es immer so mache, seit ihr der Energieversorger den Strom abgestellt hatte“, erzählt der Revierleiter die Geschichte weiter. Doch die sollte noch einiges Potenzial zur Eskalation in sich haben.

Die Polizisten hatten sicherheitshalber Fachleute der Feuerwehr hinzugezogen. „Zwar hatten die Flammen nicht um sich gegriffen, aber es musste jemand prüfen, ob durch die heiße Feuerschale nicht der Fußboden der Dachgeschosswohnung in Mitleidenschaft gezogen worden war“, weiß Grotzky.

Doch als die Feuerwehrleute sich nun daran machten, der Ärmsten die Feuerschale aus der Hand zu nehmen, setzte Gegenwehr ein. „Die Frau wurde in der Auseinandersetzung um die Schale regelrecht aggressiv“, sagt Grotzky. So aggressiv, dass die Polizisten die Tobende schließlich zur Begutachtung ins Klinikum bringen mussten. Der Vermieter wurde zudem von der Zündelei in der Wohnung informiert.

Jörg Mattern

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