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Am grünen Pfeil nicht gestoppt

Stralsund Am grünen Pfeil nicht gestoppt

Themenorientierte Verkehrskontrollen der Polizei haben den Juli über Fehler bei Vorfahrt und Vorrang als Schwerpunkt / Beim Auftakt gestern in Stralsund wurden schon 28 Verstöße geahndet

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Auf der Rostocker Chaussee winkt Polizeioberkommissar Roland Starke ein Fahrzeug aus dem Verkehr. Die themenorientierten Verkehrskontrollen im Bereich der Polizeidirektion Neubrandenburg beschäftigen sich im Juli mit Verstößen gegen Vorfahrt/Vorrang.

Quelle: Fotos: Jörg Mattern

Stralsund. Die Verkehrskontrollen im Bereich der Polizeidirektion Neubrandenburg stehen im Juli unter dem Schwerpunkt „Vorfahrt und Vorrang“. In Stralsund waren gestern zum Auftakt 27 Polizisten an drei Kontrollstellen im Einsatz, um Rotlichtverstöße, Telefonieren im Auto und andere Auffälligkeiten im Straßenverkehr zu ahnden.

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Themenorientierte Verkehrskontrollen der Polizei haben den Juli über Fehler bei Vorfahrt und Vorrang als Schwerpunkt / Beim Auftakt gestern in Stralsund wurden schon 28 Verstöße geahndet

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„Das Thema Vorrang zieht sich durch die Straßenverkehrsordnung, ob an Kreuzungen, beim Ausparken oder in Tempo-30-Zonen“, sagt Dietmar Grotzky, Leiter des Polizeihauptreviers Stralsund.

Nicht alle Verkehrsteilnehmer sind da sattelfest. Das wird am Kontrollpunkt Rostocker Chaussee deutlich. Wer von der Bahnüberführung abfährt, auf die Chaussee einbiegen will und am grünen Rechtsabbiegerpfeil nicht stoppt, um sich zu orientieren, wird kurz darauf von Polizeioberkommissar Roland Starke aus dem Verkehr gewunken.

So wie jener Mercedes-Fahrer, der die Kontrolle gelassen, aber wenig erfreut über sich ergehen lässt. „Ich hab’ gesehen, dass Autos auf der Rostocker Chaussee bei Ampelrot hielten. Wozu sollte ich stehen bleiben, wenn mein Weg frei ist?“, ärgert er sich. Dietmar Grotzky kennt das. „Stillstand am grünen Pfeil, da gibt’s stets Diskussionen. Doch Paragraph 37 StVO regelt eindeutig das Anhalten vorm Rechtsabbiegen“, betont der Revierleiter. Für den Mercedes-Fahrer heißt das: 70 Euro Bußgeld, ein Punkt in der Verkehrssünderkartei.

Für Carolin Radloff, Pressesprecherin der Polizeidirektion Neubrandenburg, ist das kein Bagatelldelikt. „In Mecklenburg-Vorpommern sind Vorfahrtsfehler die zweithäufigste Unfallursache nach Geschwindigkeitsverstößen“, sagt die Polizeihauptkommissarin. Alleine im Bereich der Polizeiinspektion Stralsund gibt es eine steigende Tendenz zu mehr Unfällen nach Fehlern bei Vorfahrt und Vorrang.

Wurden 2013 noch 183 Unfälle gezählt, so waren es im letzten Jahr 189. 2014 und 2015 starb dabei jeweils ein Mensch. „Jeder 5. Unfall im PI-Bereich hatte im vergangenen Jahr seine Ursache im Fehlverhalten bei Vorfahrt oder Vorrang.

Bei Oberkommissar Roland Starke bleibt das Funkgerät derweil nicht still – weißer Fiat, Fahrer hat ein Handy am Ohr oder schaut mal nach dem Opel, bei dem das Rücklicht nicht leuchtet. Am Ende durchliefen 168 Autos die Kontrollen in Stralsund. Dabei wurden 28 Verstöße registriert, zehn wegen Nichtanhaltens am grünen Pfeil, 18 wegen des Überfahrens der Haltelinie vorm Stopp-Schild. Dazu kommen sechs Telefonierer, die während der Fahrt mit Handy am Ohr erwischt wurden und drei Fahrer, die ohne Gurt unterwegs waren.

Vorfahrtsfehler auf dem Vormarsch

8576 Verkehrsunfälle ereigneten sich 2015 im gesamten Bereich der Polizeiinspektion Stralsund, das sind 288 mehr als im Jahr davor.

Damit ereignen sich auf dem Gebiet des Landkreises Vorpommern-Rügen mehr als 23 Unfälle pro Tag, bei denen im Durchschnitt drei Menschen verletzt werden.

12 Menschen starben 2015 bei Unfällen auf den Straßen zwischen Arkona, Grimmen und Zingst. 203 Verkehrsteilnehmer wurden schwer verletzt, zwei mehr als im Jahr davor. 820 Unfallopfer kamen mit leichten Verletzungen davon, 27 mehr als 2014.

18,4 Prozent aller Unfälle im Bereich der Polizeidirektion Neubrandenburg haben als Ursache Fehler bei Vorfahrt/ Vorrang. Seit letztem Jahr stehen diese auf Platz eins der PD-Statistik. Durchschnittlich ereignet sich nahezu täglich ein Unfall mit Personenschaden durch diese Ursache.

In Kürze erklärt ist der Unterschied zwischen Vorfahrt und Vorrang etwa dieser: Bei einer Vorfahrtssituation für Fahrzeuge kreuzen sich zwei Fahrbahnen. Der Vorrang hingegen regelt die Reihenfolge für Fahrer oder auch Fußgänger, wenn sich Verkehrsteilnehmer begegnen.

Jörg Mattern

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