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Anschlag mit ätzender Substanz auf Arndt-Geburtshaus

Greifswald/Groß Schoritz Anschlag mit ätzender Substanz auf Arndt-Geburtshaus

Bei einer Veranstaltung der Ernst-Moritz-Arndt-Gesellschaft sind am Sonnabend in Groß Schoritz auf Rügen mehrere Personen leicht verletzt worden. Bei Ermittlungen hat die Polizei eine verdächtige Substanz sichergestellt.

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Auf dem Dacherker des ehemaligen Gutshauses in Groß Schoritz kann man in großen Lettern lesen „Hier ist E. M. Arndt am 26. Dez. 1769 geboren“. Heute erinnert im Haus eine Ausstellung an das Leben des Schriftstellers.

Quelle: Stefan Sauer

Greifswald/Groß Schoritz. Anschlag mit ätzender Substanz auf Rügener Arndt-Geburtshaus: Wie eine Sprecherin der Polizei Stralsund am Mittwoch der OSTSEE-ZEITUNG mitteilte, hat es am Sonnabend mehrere leicht verletzte Personen bei einer Mitgliederversammlung der Ernst-Moritz-Arndt-Gesellschaft gegeben. Etliche Teilnehmer der Veranstaltung in Groß Schoritz bei Garz (Vorpommern-Rügen) haben über eine Reizung der Atemwege und Schleimhäute geklagt. Die Tagung fand dennoch statt.

 

Polizei lässt Substanz untersuchen

Erst Anfang der Woche ging bei der Rügener Polizei eine entsprechende Anzeige wegen Körperverletzung ein. Dies bestätigte die Staatsanwaltschaft Stralsund am Mittwoch. Bei Ermittlungen am Dienstag konnte die Polizei im Arndt-Geburtshaus eine verdächtige Substanz mit einem ätzenden Geruch sicherstellen. Diese ist für weitere Untersuchungen in ein Labor geschickt worden. Ob der Angriff politisch motiviert war, ist bislang unklar. Die weiteren Ermittlungen hat die Kripo Bergen übernommen.

Vortrag „Was ist des Deutschen Vaterland?“ fand trotz Anschlag statt

Die 25. Mitgliederversammlung der Arndt-Gesellschaft ist mit einem öffentlichen Vortrag von Prof. Walter Werbeck und der Opernsängerin Doris Hädrich-Eichhorn begleitet worden. Ihr Beitrag beschäftigte sich mit der Vertonung von Arndts Gedicht „Was ist des Deutschen Vaterland?“. Daran versucht hatten sich unter anderem Carl Friedrich Zelter oder Franz Liszt.

Der Greifswalder Landtagsabgeordnete Egbert Liskow (CDU) verurteilte den Vorfall. „Solche Art des politischen Diskurses ist absolut unangemessen, feige und hat in einer Demokratie nichts zu suchen“, sagte er. Wer ein Problem mit der Zeitfigur Ernst Moritz Arndt habe, der könne gern Stellung beziehen und sich der offenen Diskussion stellen.

In Greifswald ist seit Januar ein heftiger Streit um den wegen antisemitischer Äußerungen umstrittenen Historiker und Publizisten Arndt (1769-1860) entbrannt. Die Universität hatte beschlossen, den Namen abzulegen. Das Bildungsministerium kassierte den Beschluss später wegen formaler Fehler.

OZ

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