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Augen auf beim Autofahren! Wild überquert die Straße

Satow Augen auf beim Autofahren! Wild überquert die Straße

Auf den Straßen wird es in den kommenden Wochen wieder gefährlich, denn Wildschweine, Rehe und Füchse überqueren verstärkt die Straßen.

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Rehe, Wildschweine, Füchse und Marder sind jetzt besonders häufig an den Straßenrändern unterwegs.

Quelle: Tüv

Satow. Auf den Straßen wird es in den kommenden Wochen wieder gefährlich, denn Wildschweine, Rehe und Füchse überqueren verstärkt die Straßen. Unfallschwerpunkte sind laut Polizei die Regionen rund um Satow und Kröpelin. Doch nicht an allen Schwerpunkten gibt es Schilder, die vor Wildwechsel warnen.

Ein totes Tier sollte man auf keinen Fall in den Kofferraum legen. Das gibt eine Anzeige wegen Jagdwilderei.“Gerd Frahm, Polizei Güstrow

Seit über zehn Jahren schon fordert Jürgen Schoknecht für die Landesstraße 10 hinter Heiligenhagen (Gemeinde Satow) ein Wildwechsel-Schild. Er schätzt, dass im Frühjahr und im Herbst etwa jeden zweiten Monat ein Reh überfahren wird. Er wohnt an einer dicht bewachsenen verwilderten Hecke. „Ein Biotop für alle möglichen Tierarten.“ Wenn Füchse, Igel und Marder über die Straße zu den Wiesen wollen, wird es gefährlich. Im Herbst 2015 hat die Gemeinde Satow beim Landkreis ein Hinweisschild beantragt, der wollte prüfen. Bis heute hat sich nichts getan. Vom Landkreis gab es bis gestern dazu keine Aussage zum Stand der Dinge. Dabei hat die Polizei registriert, dass in der Satower Gegend, aber auch in und um Kröpelin besonders viele Wildunfälle passieren. „Hier ereignen sich jeweils 50 Wildunfälle im Jahr“, sagt Gerd Frahm von der Polizeiinspektion Güstrow, der beide Regionen als Schwerpunkte bezeichnet.

Im Landkreis Rostock sind 2015 bis zu 200 Sauen und 500 Rehe durch Unfälle auf der Straße ums Leben gekommen, sagt Gerhard Kusch, Vorsitzender des Landesjagdverbandes Rostock und Hansestadt Rostock.

„Hinzu kommen Füchse, Marder und Dachse.“ Der Schaden liege etwa bei 50000 Euro — berechnet an den Preisen für Wildbret. „Beim Rehwild beginnt nun die Zeit der Revierkämpfe. Die Böcke jagen sich gegenseitig und laufen blind über die Straße“, so Kusch. Ausschlaggebend sei die Paarungszeit bei Dachsen und Marderhunden. Außerdem würden sich jetzt junge männliche Schweine von der Herde absondern und in Grüppchen von zwei bis drei Tieren umher ziehen. Beim Rot-, Reh- und Damwild ist im Frühjahr der Mineralienbedarf ein Grund für das Betreten der Fahrbahn. „Sie stoßen sich die Geweihe ab, die wachsen innerhalb der nächsten vier Monate nach. Die Tiere benötigen für das Wachstum viele Nährstoffe“, erklärt Kusch. Die holen sie sich nicht selten von den Straßen — weil hier vom Winter oft noch Salz liege. Die Kollision mit einem Auto ist dann nicht mehr weit. Damit das nicht passiert, haben Jäger eine effektive Abschreckungsmethode gefunden. Blaue Warnreflektoren entlang der Fahrbahn streuen bei Dunkelheit das Scheinwerferlicht herannahender Autos. „Die Wildunfälle sind um 80 bis 90 Prozent zurückgegangen“, so Kusch, der dafür plädiert, dass die zuständigen Straßenmeistereien die Kosten für die Reflektoren übernehmen.

Der Landesjagdverband und die Polizei raten: Bei einem Wildunfall die Polizei rufen, denn die stellt für die Versicherung eine Wildschadensbegrenzung-Bescheinigung aus und gibt dem zuständigen Jäger Bescheid. „Auf keinen Fall sollte man ein totes Tier in den Kofferraum laden“, sagt Frahm. Das könne zu einer Anzeige wegen Jagdwilderei führen. Stattdessen sollte das verendete Tier vorsichtig an den Straßenrand gelegt werden. Ist ein Tier kurz davor die Fahrbahn zu betreten, sollte man das Lenkrad gerade halten und hupen. „Auf jeden Fall kein Ausweichmanöver starten“, warnt Kusch.

Von Katarina Sass

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