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Auto reißt Oma und Enkel in den tiefen Stadtgraben

Greifswald Auto reißt Oma und Enkel in den tiefen Stadtgraben

Vier Verletzte bei Unfall am Greifswalder Stadteingang/ Lkw kippt auf A 20 um

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In diesem Auto fuhr eine 72-jährige Frau und ihr Enkel gestern Nachmittag in den Stadtgraben.

Quelle: Foto: Steven Holz

Greifswald. Dramatische Szenen gestern Nachmittag auf dem Parkplatz am Hansering: Beim Einparken ihres Autos gerät eine 72-jährige Frau unabsichtlich aufs Gaspedal und schießt mit ihrem Wagen in den bis zu zwei Meter tiefen Stadtgraben. Als das Unfassbare geschieht, ist sie nicht allein im Auto. Neben ihr sitzt ihr zehnjähriger Enkel. Geistesgegenwärtig reißen beide die Türen auf und retten sich ins Wasser, bevor der Pkw untergeht.

OZ-Bild

Vier Verletzte bei Unfall am Greifswalder Stadteingang/ Lkw kippt auf A 20 um

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Michael Fasten, Betreiber eines Boots- und Fahrzeugservicebetriebs unmittelbar am Stadtgraben, ist gerade beim Schweißen, als er plötzlich laute Hilferufe vernimmt. „Ich bin sofort aus meiner Werkstatt gelaufen, da sah ich die Frau mit dem Jungen schon im Graben.“ Er habe ihnen dann rausgeholfen.

Das Unglück ereignete sich gegen 14.30 Uhr: Wie die Polizei später mitteilte, hatte die Frau ihren Wagen bereits in einer Parknische am Graben abgestellt, als ihr ein offenes Autofenster auffiel. Sie habe sich daraufhin noch einmal hineingesetzt, um das elektrisch zu bedienende Fenster zu schließen. Dabei sei sie mit dem Fuß auf das Gaspedal geraten.

Als die Feuerwehr eintraf, war das Auto bereits komplett unter Wasser. „Es schauten von der Heckklappe nur noch das Kennzeichen und die Audiringe heraus“, schilderte Einsatzleiter Ralf Michaelis. Der Graben habe an dieser Stelle eine Tiefe von 1,50 Meter und eine riesige Schlammablagerung. Um den Wagen zu bergen, war die Berufsfeuerwehr mit vier Fahrzeugen und dem kompletten Zug der Frühschicht (zehn Einsatzkräfte) herbeigeeilt. Nach gut einer Stunde konnte sie den Pkw mit einer Seilwinde bergen. „Er war zwar voll Wasser gelaufen, aber sonst so gut wie nicht beschädigt“, so Michaelis.

Für ihn und seine Feuerwehrmänner war der Einsatz am Stadtgraben der zweite große an diesem Mittwoch: Am Vormittag waren sie zu einem schweren Verkehrsunfall gerufen worden. Am Ortseingang Greifswald auf der B 109 hatte ein 54-jähriger Mann aus Ziethen (bei Anklam) die Kontrolle über seinen Skoda verloren und war in der Folge gegen einen Ford geprallt, der aus Greifswald kam. Das Ganze passierte um 11 Uhr. Nach Erkenntnis der Polizei hatte der Unfallverursacher einen Hustenanfall erlitten und war deshalb auf die Gegenfahrbahn geraten. Dort prallte er gegen einen Pkw, der von einem 81-jährigen Mann aus Bansin gefahren wurde. Jener hätte noch versucht auszuweichen, den Zusammenstoß habe er aber nicht mehr verhindern können.

Die beiden Männer und ihre sie begleitenden Ehefrauen erlitten wegen des Aufpralls (u. a. Airbag, Gurtauslösung) Verletzungen, die eine stationäre Aufnahme ins Klinikum zur weiteren Diagnostik erforderlich machten. Eine der Frauen verletzte sich offenbar an der Wirbelsäule; sie wurde sofort in eine Vakuummatratze gelegt und in die Unimedizin gebracht.

Der Sachschaden an beiden nicht mehr fahrbereiten Fahrzeugen wird auf 15000 Euro geschätzt. Die Bundesstraße musste an der Unfallstelle bis 11.30 Uhr voll gesperrt werden. Die Berufsfeuerwehr Greifswald war nach Aussage von Einsatzleiter Ralf Michaelis mit zehn Einsatzkräften und vier Fahrzeugen am Ort. Außerdem waren vier Rettungsfahrzeuge und ein Notarzt im Einsatz.

Auch auf der Autobahn A20 bei Jarmen gab es gestern einen Unfall: Ein 50-jähriger Lkw-Fahrer aus Litauen war gegen 11.40 Uhr mit seinem voll beladenen Wagen nach rechts von der Fahrbahn abgekommen, auf die Seite gekippt und auf dem Seitenstreifen gelandet. „Der Mann wurde verletzt ins Greifswalder Uniklinikum gebracht“, berichtete Antje Unger von der Pressestelle der Polizeiinspektion Stralsund. „Es gibt aber keine Anzeichen auf eine schwere oder gar lebensbedrohliche Verletzung.“ Der Verkehr wurde zwischen den Anschlussstellen Jarmen und Gützkow umgeleitet, der Lkw musste mit einem Kran geborgen werden. Der Schaden wird auf knapp 20000 Euro geschätzt.

Sven Jeske und Cornelia Meerkatz

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