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Awo-Bereicherungsfall: Kreisverbände legen Verträge offen

Neubrandenburg Awo-Bereicherungsfall: Kreisverbände legen Verträge offen

Mit der Offenlegung soll sicher gestellt werden, dass nicht noch mehr Kreisgeschäftsführer zu viel verdienen. Der Warener Ex-Kreisgeschäftsführer Peter Olijnyk hatte sich ein Jahresgehalt von 150 000 Euro plus 30 000 Euro Tantiemen zugeschanzt.

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Nach dem Bereicherungsskandal beim Müritz-Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt (Awo) legen alle Kreisverbände ihre Geschäftsführerverträge offen. Im Bild: der Geschäftsführer des Awo-Landesverbandes Bernd Tünker.

Quelle: Cornelius Kettler

Neubrandenburg. Nach dem Bereicherungsskandal beim Müritz-Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt (Awo) legen alle Kreisverbände ihre Geschäftsführerverträge offen. Das haben die Vertreter der Verbände auf der Tagung des Landesausschusses in Neubrandenburg erklärt, sagte am Samstag der Geschäftsführer des Awo-Landesverbandes Bernd Tünker. Der Landesausschuss ist das zweithöchste Gremium des Verbandes mit rund 6100 Mitgliedern, rund 6500 Beschäftigten und fasst bindende Beschlüsse.

Mit der Offenlegung soll sicher gestellt werden, dass nicht noch mehr Kreisgeschäftsführer bis zu 180 000 Euro im Jahr verdienten, wie in Waren ans Licht kam. „Unsere Kreisverbände betrachten den Fall der Müritz-Awo als „Ausreißer““, sagte Tünker. Der Landesausschuss beschloss auch, dass neue Geschäftsführerverträge im Vorfeld dem Landesverband vorgelegt werden. Auch soll es einen Ehrenkodex geben, bei dem Nebentätigkeiten offen gelegt werden.  

Der Warener Ex-Kreisgeschäftsführer Peter Olijnyk hatte sich laut Tünker ein unverhältnismäßig hohes Jahresgehalt von 150 000 Euro plus 30 000 Euro Tantiemen zugeschanzt, die bei einem Sozialverband gar nicht zulässig seien. Er war im Juni gekündigt worden, wogegen er am Landgericht klagt. Olijnyk soll alles am Vorstand vorbei inszeniert haben. Es war auch eine Zahlung von 100 000 Euro bei seinem Ausscheiden festgelegt worden, die er nun einfordere. Eine außergerichtliche Einigung war im Vorfeld gescheitert.

Olijnyk und der Ex-Bundestagsabgeordnete (1998-2005) Götz-Peter Lohmann (SPD) als Kreisvorsitzender hätten gegenseitig Verträge unterschrieben. So hatte Lohmann über fast zehn Jahre rund 700 000 Euro vom Kreisverband erhalten, ohne „signifikante Tätigkeiten nachzuweisen“, wie es nach Prüfung hieß. Gegen die Männer ermittelt die Neubrandenburger Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Untreue.

dpa/mv

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