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Bei jedem achten Unfall wird ein Mensch verletzt

Stralsund Bei jedem achten Unfall wird ein Mensch verletzt

Die Zahl der Unglücksfälle auf den Straßen des Landkreises Vorpommern-Rügen hat im vergangenen Jahr zugenommen / Die Polizei will mit mehr Kontrollen gegensteuern

Stralsund. Auf den Straßen des Landkreises Vorpommern-Rügen haben sich im vergangenen Jahr 8572 Verkehrsunfälle ereignet. Im Jahr zuvor waren es 284 weniger. Das geht aus der Statistik der Polizeiinspektion Stralsund hervor, die am Freitag veröffentlicht wurde.

Bei jedem achten Unfall wurden Menschen verletzt oder getötet. Insgesamt waren es 1035 Personen, die zu Schaden kamen. Deutlich wird, dass diese Zahl seit 2012 — damals waren 965 Verkehrsteilnehmer betroffen — kontinuierlich größer wird. Thomas Dabel, Leiter der Polizeiinspektion Stralsund: „Das ist eine Tendenz, die nicht zufrieden stellen kann.“

Leicht zurück gegangen ist im Vergleich zum Vorjahr hingegen die Zahl der Verkehrstoten. 2015 waren es insgesamt zwölf — auf Rügen fünf, in Stralsund vier, in der Region um Grimmen mit der Autobahn einer, und im Bereich Ribnitz-Damgarten/Barth mit der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst zwei. Im Jahr davor starben 14 Menschen. 2013 gab es acht Verkehrstote in der Region. Hauptunfallursache ist und bleibt die Missachtung der Vorfahrtsregeln, gefolgt von unangepasster bzw. zu hoher Geschwindigkeit, Alkohol am Steuer und Fehlern beim Überholen.

Thomas Dabel bezeichnete die Statistik als alarmierend: „Für uns heißt das, wir müssen in Prävention und Repression zulegen.“ Mit anderen Worten: Die Polizei will stärker das aufklärende Gespräch mit Verkehrsteilnehmern suchen, aber vor allem auch den Kontrolldruck erhöhen. Am besten beides zusammen. Das gehe zum Beispiel bei Verkehrskontrollen mit dem so genannten Laser-Messgerät, so Dabel.

Dabei würden die Beamten nicht nur Temposünder erwischen. Weil bei der Laser-Methode jedes Fahrzeug mit zu hoher Geschwindigkeit sofort gestoppt werden müsse, könnten auch andere Verstöße festgestellt werden. Außerdem bestehe die Möglichkeit des persönlichen Gesprächs zwischen Polizist und Kraftfahrer. Der Nachteil: Die Methode sei sehr personalintensiv. „Da hatten wir in den letzten Monaten Probleme, weil unsere Beamten unter anderem bei vielen Demonstrationen im Einsatz waren“, so Dabel.

2015 wurden insgesamt 33500 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt. 711 Kraftfahrer mussten sich verantworten, weil sie falsch überholt haben. 4281 Fahrzeuginsassen hatten den Sicherheitsgurt nicht angelegt. Darüber hinaus erwischten die Beamten 494 betrunkene Fahrzeugführer, darunter mehr als 100 Radler. Bei 214 Kraftfahrern wurde festgestellt, dass sie unter dem Einfluss illegaler Drogen unterwegs waren. Ein Kontrollschwerpunkt der Polizei in diesem Jahr ist die neue B 96 zwischen Altefähr und Samtens auf Rügen. Grund: der Wechsel zwischen zwei- und einspuriger Verkehrsführung. Das sei in MV einzigartig und für viele Kraftfahrer ungewohnt, sagte Dabel. Die Befürchtung, dass es dort mehr Geschwindigkeitsüberschreitungen als anderswo gebe, habe sich aber nicht bestätigt.

Von Jens-Peter Woldt

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