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Betrüger prellt Rentnerin in der Hansestadt um 60000 Euro

Greifswald Betrüger prellt Rentnerin in der Hansestadt um 60000 Euro

60000 Euro hat ein Gauner im Februar bei einer Greifswalder Rentnerin erbeutet, als er ihr vorgaukelte, Polizist zu sein.

Greifswald. 60000 Euro hat ein Gauner im Februar bei einer Greifswalder Rentnerin erbeutet, als er ihr vorgaukelte, Polizist zu sein. Wie der Sprecher der Polizeiinspektion Anklam, Axel Falkenberg, erklärte, könnte der geglückte Betrug als Romanvorlage dienen, „wenn es für die Geschädigten nicht so bitter wäre.“

Nach seinen Worten habe der Täter seine perfide Betrugsmasche bei einer 67-jährigen Frau professionell durchgezogen: Das Opfer erhielt seit Ende Januar ständig Anrufe eines angeblichen Polizisten.

Dieser fragte die Frau nach Bargeld und Wertgegenständen aus. Um an die Informationen zu kommen, erzählte er ihr, dass eine rumänische Bande Kenntnis über ihr Vermögen habe, weil an einem Tatort Dokumente mit ihrer Bankverbindung aufgetaucht seien. Die Greifswalderin glaubte den Ausführungen, da angeblich ihre Depot- und Spareinlagen nun nicht mehr sicher seien.

Laut Falkenberg brachte der Mann „gezielt in den Telefonaten das Bundeskriminalamt, die Staatsanwaltschaft und Interpol ins Spiel und riet der Frau, weder mit der Polizei zu sprechen noch Zivilfahnder in die Wohnung zu lassen.“ Dann suggerierte er der Seniorin, dass sie für Telefonate mit ihm unbedingt Kennwort und Prepaid-Handy benutzen müsse. Sie tat, wie ihr geheißen. Selbst auf den Hinweis der Seniorin, dass sie über einen aktuellen Betrugsfall in der Greifswalder Ausgabe der OSTSEE-ZEITUNG gelesen habe, war der Betrüger vorbereitet: Die Pressemitteilung stamme von ihm, sagte er.

Obwohl die Bank stutzig wurde und sie davon abhalten wollte, verkaufte das Opfer, telefonisch angeleitet vom Täter, ein größeres Depot und brachte das Geld — 60000 Euro — nach Hause. Ein Bote holte das Geld zur „sicheren Verwahrung bei der Polizei“ dann ab.

Axel Falkenberg verweist darauf, dass es seit Monaten immer wieder zu dieser Art Betrugsversuchen kommt, wo bei Rentnern Bargeld oder Wertgegenstände ausgespäht und auch ergaunert werden. Erst vor wenigen Tagen waren in Stralsund drei solcher Fälle bekannt geworden. In Greifswald kam es am 1. März zu einer Bargeldübergabe von über 40000 Euro — die OZ berichtete. „Die betrogenen Senioren sind keineswegs alle senil, sondern kennen sich mit Bankgeschäften und dem Internet gut aus. Dennoch legen sie einfach nicht auf, wenn solche dubiosen Anrufe bei ihnen ankommen“, bedauert der Polizeisprecher.

Die Polizei glaubt, dass es weitere Opfer gibt. Die Betrugshandlungen in Stralsund und Greifswald liefen ähnlich ab, in Greifswald wurde ein weiteres Opfer ebenfalls mit fast gleicher Masche geschädigt. „Der/die Betrüger gehen sehr professionell vor und täuschen die Rentner geschickt“, erklärt Falkenberg und vergleicht das Vorgehen mit einem Schachspiel. „Der Täter macht den ersten Zug, schaut dann, wie das Opfer reagiert und richtet daran seine weitere Vorgehensweise aus. Wir warnen deshalb erneut vor falschen Polizisten. Geben Sie keine Details zu finanziellen Verhältnissen preis“, sagt Falkenberg und fordert: „Rufen Sie trotz eindringlicher Warnung des angeblichen Polizisten immer den Notruf 110 an!“ Die einfachste Methode, nicht um seine Ersparnisse betrogen zu werden, sei aber, das Telefonat sofort zu beenden.

Von Cornelia Meerkatz

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