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Biker irrte nach Unfall umher

Bad Kleinen Biker irrte nach Unfall umher

Polizei, Verwandte und Freunde suchten stundenlang einen Motorradfahrer

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Nach dem Zusammenstoß seines Motorrades mit einem links abbiegenden Mercedes fehlte vom Fahrer jede Spur — nur den Helm ließ er zurück.

Quelle: Peter Täufel

Bad Kleinen. „Hoffentlich ist er nicht weiter verletzt, er soll aber am Kopf geblutet haben“, sagt Polizeihauptmeister Wolfgang Schiek, der Revierpolizist von Bad Kleinen, kurz nach einem Unfall, der sich am Donnerstag gegen 17.30 Uhr ereignet hat. Der Vermisste ist der am Unfall beteiligte Motorradfahrer aus dem Ort.

Der 20-Jährige ist mit seiner blauen Honda 125 CBR gegen einen Mercedes geprallt, der am Ortseingang von Gallentin, kurz hinter dem Bahnübergang, nach links auf ein Grundstück einbiegen wollte. „Ich habe ihn nicht gesehen. Ich habe geblinkt, nach links eingelenkt, da hat es auch schon geknallt", schildert die 37-jährige Fahrerin sichtlich geschockt den Hergang aus ihrer Sicht. Wie stark der Aufprall des von hinten kommenden Motorrads war, zeigen die geöffneten Airbags des Autos.

Und der Motorradfahrer. Von dem fehlt weiter jede Spur. „Ich habe erst einmal Verstärkung angefordert. Er soll über das Feld gelaufen sein“, zeigt Schiek mit einer Handbewegung Richtung Bahndamm der Strecke nach Schwerin. Der begrenzt den Acker ebenso wie die zweite Bahntrasse Richtung Lübeck. Eigentlich ist aus diesem Dreieck kein Entkommen.

Auch die herbeigeeilte Mutter macht sich Sorgen, versucht über Handy, einige Helfer für die Suche nach ihrem Sohn zu organisieren. Von offizieller Seite suchen drei Beamte nach dem jungen Mann.

„Anhand der Spurenlage haben wir festgestellt, dass er die Gleise überquert und Richtung Schweriner See gelaufen sein muss“, berichtet Polizeihauptmeister Schiek gestern Vormittag. Die Suche sei dann abgebrochen worden, weil die Mutter ihren Sohn per Handy erreicht hatte. Den Aufenthaltsort erfuhr sie aber nicht. Gegen 21.30 Uhr sei ihr Sohn wieder nach Hause gekommen, gestern Morgen habe er sich in ärztliche Behandlung begeben, so die Mutter auf OZ-Nachfrage. Weder der junge Mann noch seine Eltern hatten sich bis zum späten Freitagvormittag bei der Polizei gemeldet. In Wolfgang Schieks Augen ein großer Fehler. Nun wird sich der mutmaßliche Unfallverursacher wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort verantworten müssen.

„Erschwerend kommt hinzu, dass er laut Zeugenaussagen zuerst an der Hecke des Grundstücks gesessen haben soll, dann nach einer Weile das Motorrad aufgehoben und aufgebockt sowie beide Seiten des Nummernschildes abgebrochen und bei seiner Flucht übers Feld mitgenommen hat“, so der Polizeibeamte, der damit Spontanität ausschließt. Er fügt hinzu: „Dadurch war natürlich auch keine Kontrolle auf Alkohol- und Drogenkonsum möglich.“

Was bleibt, sind drei Leichtverletzte, darunter die beiden Kinder (3 und 6 Jahre), die im Mercedes saßen, und ein Sachschaden von mindestens 10000 Euro. Am Motorrad entstand Totalschaden. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen aufgenommen.

Von Peter Täufel

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