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Boltenhagener muss 87,20 Euro für Polizeieinsatz bezahlen

Boltenhagen Boltenhagener muss 87,20 Euro für Polizeieinsatz bezahlen

Dabei hatte Uwe Dunkelmann nach dem Auslösen der Alarmanlage eigentlich vorschriftsmäßig gehandelt / Da Einbruchsspuren fehlen, muss der Mann zahlen

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224 Einbrüche hat die Polizei im vergangenen Jahr im Landkreis Nordwestmecklenburg registriert. Im Vergleich zum Jahr 2014 gab es einen erheblichen Anstieg.

Quelle: StockAndPeople

Boltenhagen. „Lieber einmal mehr anrufen“, riet die Polizei erst kürzlich bei der Präsentation der Einbruchszahlen im Landkreis Nordwestmecklenburg — die übrigens gestiegen sind. Gesagt, getan: Uwe Dunkelmann aus Boltenhagen griff zum Telefon, und muss nun für den Einsatz zahlen: insgesamt 87,20 Euro!

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Dabei hatte Uwe Dunkelmann nach dem Auslösen der Alarmanlage eigentlich vorschriftsmäßig gehandelt / Da Einbruchsspuren fehlen, muss der Mann zahlen

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Was war geschehen? Bei Uwe Dunkelmann ist in der Vergangenheit bereits zweimal eingebrochen worden. Ein Präventionsbeamter der Polizei riet ihm vor Ort, sein Haus entsprechend mit einer Alarmanlage zu sichern. Und eben die löste am 16. Februar nachts im Keller aus. „So wie das Präventionsteam der Polizei rät, reagierten wir in dieser Situation nicht selbst kontrollierend, um eine Eigengefährdung auszuschließen“, berichtet Uwe Dunkelmann. Statt also selber in den Keller zu gehen und nach einem möglichen Einbrecher zu suchen, rief Dunkelmann über den Notruf die Polizei.

„Die Streife kam schnell und konnte keine Täter beziehungsweise Einbruchsspuren erkennen, versicherte uns aber, dass wir uns korrekt verhalten haben“, schildert der Boltenhagener.

Knapp zwei Monate später, am 5. April, landete ein Schreiben von der Polizei in seinem Briefkasten. Darin wurde Dunkelmann mitgeteilt, dass der Einsatz der Polizeistreife im Februar für ihn kostenpflichtig sei: 72 Euro für die Arbeitszeit der beiden Beamten sowie 15,20 Euro für die Anfahrt im Streifenwagen.

„Als Grund für den Alarm wurde ein ausgelöster Sensor im Kellerbereich festgestellt. Es handelte sich somit um einen Fehlalarm“, heißt es im Leistungsbescheid.

Uwe Dunkelmann hat das Geld bereits überwiesen, fragt sich aber, wie er die Aussage der Polizei, man solle lieber einmal mehr die Beamten rufen, für die Zukunft verstehen soll. Er findet die Rechnung eher abschreckend.

Isabel Wenzel, Sprecherin des Polizeipräsidiums Rostock, sagt dazu: „Natürlich raten wir in solchen und ähnlichen Fällen, die Polizei zu rufen. Es gibt aber Fälle, in denen wir dann gezwungen sind, Kosten in Rechnung zu stellen.“ In der Verordnung über Kosten im Geschäftsbereich des Innenministeriums Mecklenburg-Vorpommern habe die Polizei keinen Spielraum. „Da keine Einbruchsspuren zu erkennen waren, wird der Einsatz als ,ungerechtfertigte Alarmierung‘ eingestuft“, erklärt sie.

Uwe Dunkelmann erinnert sich aber an ein Gespräch mit einem Kriminaltechniker der Polizei nach dem letzten Einbruch. Er habe ihm erklärt, „dass professionelle Einbrecher an Türen keine Spuren hinterlassen, die durch eine äußere Besichtigung alleine zu erkennen sind“. Dunkelmann versichert außerdem: „Eine Überprüfung unserer Alarmanlage durch die Sicherheitsfirma ergab keinerlei technische Mängel.“

Polizeisprecherin Isabel Wenzel: „Das Ergebnis der Überprüfung der Alarmanlage hätte man eventuell einreichen können, um dem Leistungsbescheid zu widersprechen.“ Aus ihrer Sicht habe sich Uwe Dunkelmann nach dem Auslösen seiner Alarmanlage völlig richtig verhalten und es sei bedauerlich, dass er die Kosten für den Einsatz der Polizei zahlen muss.

Von Malte Behnk

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