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Brandserie: Noch kein Tatverdächtiger

Greifswald Brandserie: Noch kein Tatverdächtiger

Die Polizei geht bei allen fünf Feuern von Brandstiftung aus / Zusammenhang zu bisherigen Bränden wird geprüft

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Greifswald. Großeinsatz für die Feuerwehren aus Greifswald und den Umlandgemeinden: 100 Fachkräfte waren am Sonntagmorgen im Einsatz, um insgesamt fünf Brände zu löschen, die innerhalb von drei Stunden in der Hansestadt gelegt wurden. Die Polizei geht in allen Fällen von Brandstiftung aus.

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Die Polizei geht bei allen fünf Feuern von Brandstiftung aus / Zusammenhang zu bisherigen Bränden wird geprüft

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Das erste Mal wurden die Feuerwehrleute um 3 Uhr alarmiert, um ein brennendes Haus in der Anklamer Straße zu löschen. Das leerstehende Gebäude befindet sich unmittelbar neben dem Greifswalder Theater. Das Haus brannte komplett aus. Die Polizei schätzt den Sachschaden auf 125000 Euro. Während die Löscharbeiten in vollem Gange waren, wurde ein Teil der Einsatzkräfte zum nächsten Brand abgezogen. Um 3.40 Uhr ging der Notruf zu einem Feuer auf dem Recyclinghof an der Steinbecker Brücke ein. Dort stand in einer Ausdehnung von 50 Mal 50 Metern gepresster Müll in Flammen. Über mehrere Stunden blieb unklar, was für Materialien brannten. Da einige Kunststoffe giftige Dämpfe absondern, wenn sie brennen, arbeiteten die Rettungskräfte unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen. Der Katastrophenschutz führte stündliche Schadstoffmessungen in der Luft durch. Die Bewohner der gesamten Innenstadt wurden aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

„Da das Feuer drohte auf die angrenzenden Wohnhäuser überzugreifen, wurden die Anwohner vorsorglich evakuiert“, sagt Achim Froitzheim, Pressesprecher des Kreises. Die 20 Bewohner wurden während des Einsatzes in den Räumen der Freiwilligen Feuerwehr betreut und durften gegen 8.30 Uhr wieder zurück in ihre Wohnungen. Zu diesem Zeitpunkt gab der Katastrophenschutz Entwarnung. „In der Luft wurden über mehrere Stunden keine erhöhten Belastungen gemessen“, sagt Einsatzleiter Günter Giermann. Deswegen sollten nur noch die Bewohner im Nahbereich des Feuers ihre Fenster und Türen geschlossen halten. „Die Geruchsbelästigung ist noch sehr stark. Eine gesundheitliche Gefahr geht von dem Rauch aber nicht aus“, erklärt Einsatzleiter Mathias Herenz. Auf dem Recyclinghof seien offenbar vor allem gepresste Pappe, Lumpen und Einwegflaschen entzündet worden. Den Sachschaden hat ein Verantwortlicher der Firma auf einen hohen fünfstelligen Betrag beziffert.

Bereits um 4.40 Uhr ging der dritte Notruf der Nacht ein. Auf einem Parkplatz in der Vitus-Bering-Straße stand ein Wohnwagen in Flammen. Das Feuer griff auch auf das daneben geparkte Auto über. Der Wohnwagen brannte komplett nieder. Schaden: 55000 Euro.

Das vierte Feuer wurde um 5 Uhr gemeldet. Auf einem Innenhof in der Makarenkostraße brannte ein Sperrmüllhaufen. Der Innenhof ist auf zwei Seiten von Wohnblöcken umgeben. Ebenso wie in der Vitus-Bering-Straße hätte der oder hätten die Täter von zahlreichen Bewohnern leicht bemerkt werden können. Weit abgeschieden von möglichen Passanten wurde hingegen das letzte Feuer der Nacht entzündet. Gegen 6 Uhr ging eine leerstehende Halle auf dem Gelände der Firma Greifenfleisch in Flammen auf.

Die letzten drei Feuer konnten zügig gelöscht werden, während die Arbeiten in der Anklamer Straße und vor allem auf dem Recyclinghof noch den Vormittag über andauerten. Die Straße Hansering war in Höhe Steinbecker Brücke über mehrere Stunden in beide Richtungen gesperrt.

Die Kriminalpolizei untersucht, ob die Feuer möglicherweise von dem gleichen Täter oder den gleichen Tätern gelegt wurden. Bislang gibt es keine Verdächtigen. „Das müsste schon ein großer Zufall sein, wenn die Brände nichts miteinander zu tun haben“, sagt Einsatzleiter Herenz. Die Kriminalpolizei überprüft auch, ob die Feuer im Zusammenhang mit einem oder mehreren Bränden stehen, die in den vergangenen sieben Monaten in Greifswald und Umgebung gelegt worden waren.

Bei den insgesamt fünf Bränden waren neben der Berufsfeuerwehr Greifswald auch die Freiwilligen Wehren aus Greifswald, Levenhagen, Hinrichshagen, Kemnitz, Groß Petershagen, Mesekenhagen, Neuenkirchen, Wackerow und Loitz im Einsatz.

Zeugenhinweise erbeten: Wer etwas gesehen hat, meldet sich bitte im Polizeirevier unter ☎ 03834/ 5400.

Katharina Degrassi

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