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Brandstifter zünden Strohballen an

Grevesmühlen Brandstifter zünden Strohballen an

Donnerstagnacht haben Unbekannte Lagerhallen in Kühlenstein und Rankendorf in Brand gesetzt

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In Rankendorf ging eine Strohmiete in Flammen auf, ein Traktor, der neben der Scheune stand, wurde ebenfalls zerstört.

Quelle: Fotos: M. Prochnow, K.-E. Schmidt

Grevesmühlen. Schon wieder haben in Nordwestmecklenburg Brandstifter zugeschlagen. Donnerstagnacht gingen in Rankendorf und Kühlenstein zwei Strohlager in Flammen auf. Wie die Polizei mitteilte, wurde gegen 0.45 Uhr das erste Feuer gemeldet. In Rankendorf stand zu diesem Zeitpunkt eine offene Lagerhalle in Flammen, in der Strohballen gelagert wurden. Die Polizisten, die als erste am Tatort eintrafen, meldeten mehrere Brandherde an der Scheune.

OZ-Bild

Donnerstagnacht haben Unbekannte Lagerhallen in Kühlenstein und Rankendorf in Brand gesetzt

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Während die 35 Mitglieder der Feuerwehren Mallentin, Roggenstorf und Dassow dort im Einsatz waren, meldeten Zeugen bereits den nächsten Brand. Nur wenige Kilometer vom ersten Tatort entfernt, waren ebenfalls Strohballen angezündet worden. Dieses Mal in Kühlenstein. Die Ermittler gehen davon aus, dass es dieselben Täter waren, die zuvor in Rankendorf das Feuer gelegt hatten.

Auch in Kühlenstein brannte die Scheune trotz des Einsatzes der Löschkräfte vollständig nieder. Doch damit nicht genug. Schließlich setzten die Täter unweit des zweiten Brandortes in Kühlenstein noch eine Wertstofftonne mit Altpapier in Brand. Auch hier entstand Sachschaden. Die Kriminalpolizei Wismar hat die Ermittlungen wegen Brandstiftung an den beiden Heumieten sowie Sachbeschädigung im dritten Fall aufgenommen. Gestern waren die Experten der Kripo im Einsatz, um die Tatorte zu untersuchen. Die Ergebnisse, so hieß es von der Polizei, würden in der kommenden Woche erwartet.

Die Feuerwehren waren bis gestern Vormittag im Einsatz, da das Stroh immer wieder aufloderte und Glutnester die Löscharbeiten erschwerten. Doch mittlerweile haben die ehrenamtlichen Helfer reichlich Erfahrung im Umgang mit brennenden Strohmieten. Denn seit einigen Jahren häufen sich die Fälle.

Und so war bei den Feuerwehrleuten gestern die Suche nach den Brandstiftern das beherrschende Thema. Gerüchte, dass die Polizei noch Donnerstagnacht in der Nähe der Tatorte einen Verdächtigen habe ermitteln können, bestätigte eine Sprecherin der Polizeiinspektion Wismar nicht. „Es gibt noch keine Ergebnisse“, so Sprecherin Nancy Schönenberg.

Derweil schießen die Spekulationen über mögliche Täter ins Kraut. So gibt es aus den vergangenen Jahren mehrere ungeklärte Fälle, die sich alle in der Nähe ereigneten. Erst vor zwei Monaten war vor dem Amtsgericht in Wismar ein junger Mann zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt worden, weil er mehrere Brände in Rüting und Umgebung gelegt haben soll. Der mutmaßliche Täter war selbst Mitglied der Feuerwehr und bei den Löscheinsätzen dabei. Allerdings hat die Verteidigung erhebliche Zweifel, dass ihr Mandant für sämtliche Taten verantwortlich sein soll, sie hat Berufung eingelegt.

Das Verfahren wird vermutlich vor dem Landgericht in Schwerin neu aufgerollt.

Bei den Bränden aus dem Jahr 2015 in Mallentin und Umgebung hatten die Ermittler auch einen Verdächtigen im Visier, zu einem Verfahren kam es bislang jedoch nicht, da konkrete Beweise fehlen.

Ungeklärte Fälle von Brandstiftung rund um Grevesmühlen

Moor/Mallentin: Rund um Grevesmühlen brannte es in jüngster Vergangenheit vermehrt. Die Ursachen sind nach wie vor nicht geklärt. So stand Ende April 2015 zwischen Gostorf und Moor ein Reifenstapel in Flammen, im Jahr zuvor waren bei Mallentin zwei große Strohmieten abgefackelt. Im Fokus der Ermittlungen stand damals ein junger Mann aus Gostorf. Der Verdächtige war in allen Fällen einer der Ersten am Tatort. Doch die Ermittlungen stocken. Bisher reichte die Faktenlage aber nicht aus, um ihn anzuklagen. Der junge Mann bestreitet die Vorwürfe.

Recyclinghof Neu Degtow: Am 20. Juni 2015 brach der Großbrand auf dem Recyclinghof in Neu Degtow aus. Mehrere Tage kämpften bis zu 300 Feuerwehrleute gegen die Flammen. Weil das Löschwasser vor Ort nicht ausreichte, fuhren die Landwirtschaftsbetriebe mit Tankwagen Wasser vom Ploggensee auf die Deponie. Der Wasserspiegel sank dadurch um 20 Zentimeter. Bis heute gibt es keinen Tatverdächtigen, trotz der ausgesetzten Belohnung von 15000 Euro.

Pferdestall am Tannenberg: Für den verheerenden Brand in einem Pferdestall in Grevesmühlen im Jahr 2014, bei dem vier Tiere verendeten, hat das Landgericht Ende 2016 einen 17-Jährigen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Die Verteidigung des Jugendlichen hat Revision gegen das Urteil eingelegt.

Michael Prochnow

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PP Rostock

Die Integrierte Rettungsleitstelle Westmecklenburg informierte die Polizei am Donnerstag gegen 00:45 Uhr über den Ausbruch eines Feuers in einer Lagerhall in Rankendorf.

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