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Brandstiftung: Feuer am Ärztehaus

Toitenwinkel Brandstiftung: Feuer am Ärztehaus

Brennende Müllcontainer beschädigen Gebäude / Polizei ermittelt und sucht Zeugen

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Dr. Wolfgang Rachold hat seine Praxis über den Hebammen. Auch bei ihm sind die Fenster schwarz und kaputt.

Toitenwinkel. Eine Brandstiftung mit Folgen: Unbekannte haben am Dienstag gegen 23.30 Uhr in Toitenwinkel direkt am Ärztehaus in der Salvador-Allende-Straße mehrere Müllcontainer in Brand gesteckt. Das Feuer richtete auch erhebliche Schäden am und sogar im Gebäude an. Vor allem eine Hebammenpraxis traf es hart, sie kann vorerst nicht mehr genutzt werden. Die Polizei geht nach ersten Untersuchungen von einem Gesamtschaden von mindestens 12000 Euro aus und ermittelt wegen schwerer Brandstiftung.

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Brennende Müllcontainer beschädigen Gebäude / Polizei ermittelt und sucht Zeugen

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Die Kripo setzt dabei auf Zeugen, die zwischen 23 und 0 Uhr im Bereich des Tatorts unterwegs waren. „Jeder einzelne Hinweis in diesem Zusammenhang ist wichtig“, sagt Polizeisprecherin Dörte Lembke. Auch Beobachtungen, die auf den ersten Blick gar nichts mit dem Geschehen zu hätten. Als Zeuge wird insbesondere ein Mann gesucht, der gegen 23.30 Uhr in diesem Bereich mit seinem Hund spazieren ging, und womöglich Personen beobachtet hatte, die sich in der Nähe des Brandortes aufgehalten haben.

Bei den Betroffenen im Ärztehaus ist der Ärger groß. Als Schwestern und Ärzte gestern Morgen zur Arbeit kamen, trauten sie ihren Augen nicht. Ein großer Teil der Fassade war beschädigt, Dreck und Gestank überall. 500 Patienten kommen pro Tag in das medizinische Zentrum, das unter anderem Allgemeinmediziner, Zahnarzt, Urologe, Ergotherapie und Hebammenpraxis sowie eine Apotheke beheimatet.

„Ich bin fassungslos, traurig und wütend“, sagt Allgemeinmediziner Dr. Wolfgang Rachold. Er und sein Team wollen jetzt ein Zeichen setzen gegen den zunehmenden Vandalismus im Stadtteil. Er könne sich nicht erklären, warum gerade das Ärztehaus angegriffen wurde. „Wir engagieren uns im Stadtteil, kümmern uns im Moment sogar um die Bauruine in der Nähe des Versorgungszentrums“, so Rachold, der regelmäßig Ortsbeiratssitzungen besucht. Toitenwinkel sei ein sozialer Brennpunkt in der Stadt. Deshalb sei das Engagement so wichtig.

Anne Getsin geht nicht von einem gezielten Angriff auf das Haus aus. „Wir sind Hebammen, wer sollte etwas gegen uns haben.“ Vielmehr vermutet sie, dass irgendwelche „Vollpfosten“ die Mülltonnen vor dem Gebäude angezündet hätten und dabei das Haus und eben ihre Praxis betroffen waren. Fensterscheiben barsten durch das Feuer und so konnten die Flammen auch in der Praxis „Kleiner Stern“ für Schäden sorgen.

Die Hebammen sind wütend. „Unsere Räume stinken, der Bodenbelag muss erneuert und zunächst trockengelegt werden. Teilweise ist unser Inventar zerstört“, schimpfen sie auf ihrer Facebook-Seite.

Ausgaben im fünfstelligen Bereich und viel Zeitaufwand werden befürchtet. „Damit bleiben unsere Schwangeren und jungen Familien auf der Strecke. Vom Verdienstausfall abgesehen.“ Die Stadtteil- und Begegnungszentren Toitenwinkel und Dierkow haben den Hebammen inzwischen Räume angeboten, die sie nächste Woche nutzen können, falls die Praxis nicht fertig wird.

89 Fälle von Brandstiftung oder „Herbeiführen einer Brandgefahr“ zählte die Polizei in der Stadt Rostock im vergangenen Jahr. „Brennende Mülltonnen sind immer wieder dabei“, sagt Dörte Lembke – verteilt auf das ganze Stadtgebiet. Doch der Rostocker Nordosten scheint in diesem Jahr wortwörtlich zum Brennpunkt zu werden: Anfang August musste sich die Polizei bereits mit einer Brandserie beschäftigen. Innerhalb von nur einer Stunde löschten die Feuerwehren gleich sechs Feuer. In Dierkow und Toitenwinkel gingen in dieser August-Nacht zwei Autos, zwei Heuballen und mehrere Müllcontainer in Flammen auf. Eine ähnliche Lage gab es auch schon im Mai. Die Polizei könne nicht ausschließen, dass es einen Zusammenhang zwischen den Brandstiftungen gebe. „Diese Frage ist auch ein Bestandteil unserer Ermittlungen“, sagt Dörte Lembke.

Hinweise nimmt die Polizei unter 0381/4916 1616, in jeder Dienststelle oder die Internetwache unter www.polizei.mvnet.de entgegen.

Andreas Ebel und Thomas Niebuhr

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