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Brutaler Überfall in der Wismarer Fußgängerzone

Wismar Brutaler Überfall in der Wismarer Fußgängerzone

20-Jähriger tritt 35-Jährigen bewusstlos / Täter ist inzwischen in Haft

Wismar. Kurz nach 18 Uhr am Donnerstagabend in Wismars Innenstadt: Vor dem Einkaufsmarkt in der Altwismarstraße geht laut Augenzeugen ein Mann auf einen 35-Jährigen los – offenbar grundlos. Das Opfer fällt zu Boden, der 20 Jahre alte Deutsche türkischer Abstammung springt dem Mann auf den Körper und ins Gesicht. Das Opfer habe stark geblutet, und: „Der Mann hat furchtbar geschrien“, so ein Augenzeuge.

 

OZ-Bild

Dort ist kein Schwerpunkt für Kriminalität.Nancy Schönenberg, Polizei Wismar

Bewusstlos und schwer verletzt wird der 35-Jährige ins Krankenhaus gebracht. Der Vater des Mannes hatte noch versucht, sich schützend über seinen Sohn zu legen und kassierte dafür auch Tritte und Schläge. Ein Zeuge, der helfend eingreifend wollte, wurde laut Polizei vom mutmaßlichen Täter mit einem Küchenmesser bedroht. Beim Versuch, es ihm abzunehmen, landete ein Faustschlag in seinem Gesicht. Am Ende konnte der Mann den 20-Jährigen bis zum Eintreffen der Polizei festhalten.

Das Motiv ist laut Staatsanwaltschaft noch unklar. Hinweise darauf, dass Opfer und Täter sich kennen, wollten weder Polizei noch Staatsanwaltschaft bestätigen. Nach Informationen der OSTSEE-ZEITUNG ist das Opfer der Polizei wegen politisch-motivierter Gewaltstraftaten bekannt.

Auch der mutmaßliche Täter hat bereits gegen Gesetze verstoßen. Laut Staatsanwaltschaft war der 20-Jährige nur unter Bewährungsauflagen auf freiem Fuß. Demnach war er im vergangenen Jahr wegen schwerer räuberischer Erpressung und gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt worden.

Die Bewährung wurde wegen der Ereignisse vom Donnerstag ausgesetzt, wie die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Schwerin, Claudia Lange, auf Nachfrage der OZ mitteilte. Zudem sei noch am Freitag ein Haftantrag ans Amtsgericht Wismar gegangen – wegen zweifacher schwerer Körperverletzung und wegen einfacher schwerer Körperverletzung. Der junge Mann war Freitag in die Jugendarrestanstalt überführt worden.

Bei einer Mitarbeiterin des Einkaufszentrums hat der Donnerstagabend Spuren hinterlassen. „Mein Mann will mir zum Geburtstag einen Taser schenken.“ Die Frau, deren Name der OZ bekannt ist, war ebenfalls Zeugin des Vorfalls. „Als hier einer reingestürmt kam und rief, wir sollen die Polizei rufen, habe ich kurz überlegt, was ich mit rausnehme – Besenstiel oder Bratpfanne“, erzählt die Frau.

Der Mann, der draußen versuchte, den Angreifer von den am Boden liegenden Opfern abzulenken, habe ihr dann das Messer gegeben, das er dem Angreifer abnehmen konnte. „Ich hatte den Eindruck, der stand unter Drogen, als er auf mich zukam und das Messer wieder wollte“, so die Mitarbeiterin.

Unbegreiflich sei das auch noch einen Tag danach, sagt die Frau. Dass so viele Menschen einfach nur rumstanden und gegafft hätten, findet sie im Nachhinein noch fast schlimmer als die eigentliche Tat: „Niemand – außer der eine Mann – hat geholfen.“ Gerade vor dem Einkaufsmarkt sei zum Wochenende hin abends häufiger etwas los.

Aus Sicht der Wismarer Polizei gibt es in der Altwismarstraße keinen Kriminalitätsschwerpunkt. Die Beamten würden dorthin überwiegend wegen Ladendieben ausrücken, teilte Polizeisprecherin Nancy Schönenberg auf Nachfrage der OZ mit.

Nicole Buchmann

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