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Caffier: „Die Polizei muss jünger werden“

Anklam Caffier: „Die Polizei muss jünger werden“

Landespolizeischule sucht mit Aufklebern auf Streifenwagen nach Nachwuchs

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In Anklam stellte Innenminister Lorenz Caffier die neuen Aufkleber vor.

Quelle: Foto: Hannes Ewert

Anklam. Die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern sucht personellen Nachwuchs. Ein auffälliger Aufkleber auf den Streifenwagen der Beamten soll nun helfen, frisches Personal zu finden. Auf dem Aufdruck lächeln zwei junge Polizisten, darunter befinden sich die Kontaktdaten der Polizeischule in Güstrow. „In der Bevölkerung herrscht immer noch die Meinung, wir würden mit Bewerbungen zugeschüttet, doch dem ist nicht so“, erklärte Innenminister Lorenz Caffier in dieser Woche in Anklam. „Es ist nicht immer einfach, qualifizierte Bewerber zu finden. Die aktuelle Personalkampagne haben wir vor allem mit Blick auf die demographische Entwicklung in unserem Bundesland gestartet“, betont er.

Vor allem beim Gesundheitstest fallen viele Bewerber durch die Prüfung. „Auch der Deutschtest mit einem integrierten Diktat macht ihnen das Leben schwer“, so Caffier. Zum Vergleich: In diesem Jahr erhielt die Polizeischule in Güstrow nur 1660 Bewerbungen für 288 offene Stellen. Vor sieben Jahren warfen noch 2275 Bewerber ihre Bewerbung in den Ring, um die Polizeilaufbahn einzuschlagen. Auch die Polizei muss – wie viele andere Arbeitgeber auch – um qualifizierten Nachwuchs werben.

Derzeit sind rund 5800 Beamte bei der Polizei beziehungsweise deren Verwaltung im Land angestellt. „Unser Problem ist, dass wir Anfang der 1990er Jahre zu wenig Personal eingestellt haben. Die Konsequenzen bekommen wir heute zu spüren. Die Polizei muss sich auf jeden Fall verjüngen“, sagt Innenminister Caffier.

Auf der Insel Usedom ist die Verjüngungskur der Polizei bereits angekommen. „In den vergangenen Jahren bekamen wir im Herbst stets neue Kollegen. Oft von der Polizeischule in Güstrow oder der Bereitschaftspolizei“, erklärt Mandy Collet, stellvertretende Revierleiterin in Heringsdorf. Mit dem derzeitigen Kollegium gehört die Usedomer Polizei zu den jüngsten der gesamten Polizeiinspektion.

„So wie es aussieht, bekommen wir im Herbst wieder jungen Nachwuchs. Ältere Kollegen scheiden zum Beispiel durch die Pensionierung aus dem Dienst“, erklärt sie.

Wer Polizist in Mecklenburg- Vorpommern werden will, muss in erster Linie in persönlicher, gesundheitlicher und fachlicher Hinsicht fit sein und die Gewähr dafür bieten, dass er jederzeit für die freiheitlich demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes eintritt.

Beim Sporttest müssen die Bewerber unter anderem folgendes absolvieren: Wendelauf auf Zeit zwischen zwei Kästen, Dreierhopp auf dem rechten und auf dem linken Bein, Klimmzüge im Schräg-Liegehang am Stufenbarren über eine Zeitdauer von 20 Sekunden und Konditionstest auf einer Hindernisbahn in der Sporthalle. Nicht jeder Bewerber schafft diese Anforderungen auf Anhieb.

Der Weg zur Polizei

Insgesamt werden 25 VW Passat und 25 Mercedes Vito aus den Polizeipräsidien Rostock und Neubrandenburg beidseitig beklebt. Sie sollen die Werbekampagne ins Land tragen. Die Kosten hierfür liegen bei 4200 Euro.

Neben der Aufkleber setzt die Polizei auf Anzeigen in Zeitungen, Radiowerbung und Bewerbungsaufrufen in Sozialen Medien sowie auf den Kontakt mit Interessenten.

Hannes Ewert

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