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Dachstuhl der ehemaligen Psychiatrie abgebrannt

Wismar Dachstuhl der ehemaligen Psychiatrie abgebrannt

Mehr als 100 Einsatzkräfte am Dahlberg in Wismar / Ermittlungen wegen vorsätzlicher Brandstiftung / Investor will Gebäude abreißen und Seniorenwohnresidenz errichten

Wismar. Flammen im Wismarer Nachthimmel: In der Nacht zu Freitag brannte der Dachstuhl der alten Psychiatrie am Dahlberg. Eine Anwohnerin (40) aus der Turmstraße wurde durch das Heulen der Sirenen der Einsatzfahrzeuge aufmerksam: „Vom Fenster aus sah ich Rauch und Flammen aufsteigen. Dass das ehemalige Krankenhaus brannte, war mir zunächst nicht klar.“

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Mehr als 100 Einsatzkräfte am Dahlberg in Wismar / Ermittlungen wegen vorsätzlicher Brandstiftung / Investor will Gebäude abreißen und Seniorenwohnresidenz errichten

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Die Kriminal- polizei hat die Ermittlungen wegen vorsätzlicher Brandstiftung aufgenommen.“ Adriana Ott-Ebert,

Polizeiführerin vom Dienst

103 Einsatzkräfte von Feuerwehr, DRK und Polizei waren mit 26 Fahrzeugen im Einsatz. Um 23.41 Uhr wurde der Alarm am Donnerstag ausgelöst. Das Feuer soll sich rasend schnell im Dachbereich ausgebreitet haben. „Während des Brandes mussten die angrenzenden Straßen für den Verkehr gesperrt werden, weil durch die starke Hitzeentwicklung geborstene Dachziegel und andere Hausteile umherflogen“, so ein Sprecher der Stadt.

Bei der Ursache tappt die Polizei noch im Dunkeln. „Da das Gebäude von sämtlichen Versorgungsleitungen getrennt ist, hat die Kriminalpolizei die Ermittlungen wegen vorsätzlicher Brandstiftung aufgenommen“, sagte die Polizeiführerin vom Dienst, Adriana Ott-Ebert.

In den vergangenen Wochen habe man immer wieder Jugendliche aus dem leer stehenden Gebäude verweisen müssen. Wer Hinweise geben kann, wird gebeten, sich an die Polizei in Wismar (☎ 038

41/ 2030) oder an die Internetwache (www.polizei.mvnet.de) zu wenden.

Der Dachstuhl hatte schon beim Eintreffen der Feuerwehr auf einer Länge von etwa 100 Metern gebrannt. Im Einsatz waren die Berufsfeuerwehr sowie die Freiwilligen Wehren Friedenshof und Altstadt aus Wismar, Dorf Mecklenburg und Lübow sowie die Drehleitern der Wehren Neukloster und Grevesmühlen. Weitere Kräfte waren vom Deutschen Roten Kreuz Wismar und von der Polizei. In der Nacht vor Ort war auch Wismars Senator Michael Berkhahn (CDU): „Die Zusammenarbeit mit allen Einsatzkräften hat sehr gut geklappt. Wir hatten aber auch Glück, weil es fast windstill war und so die Flammen nach oben weggegangen sind. Eine Nacht davor hätten Glutnester stärker durch die Gegend fliegen können.“ Der Bausenator fügte hinzu: „Wir werden jetzt noch mal auf den Investor zugehen und sehen, ob die Entwicklung forciert werden kann. Die Ruine zeigt, dass eine Gefahr durch Vandalen oder Brandstifter ausgehen kann.“

Das Gebäude, am 25. Mai 1909 als städtisches Krankenhaus übergeben, steht seit Jahren leer. Es gibt Pläne für eine Seniorenresidenz für 147 Bewohner (vier Vollgeschosse) sowie sieben Appartementhäuser für insgesamt 129 betreute Wohnungen in Dreigeschossern. Da das ehemalige Krankenhaus nicht unter Denkmalschutz steht, darf es abgerissen werden. Im März 2015 hatte die Bürgerschaft den Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan „Wohn- und Sondergebiet Dr.-Unruh-Straße – Dahlberg“ gefasst. Es gab bereits kritische Stimmen, die sich unter anderem gegen die Höhe der Bebauung richten.

Heiko Hoffmann

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