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Dieser Laster stand extrem auf der Kippe

Greifswald Dieser Laster stand extrem auf der Kippe

Fahrer blieb mit Lkw unter Warmwasserleitung stecken/ Erst nach Stunden konnte der Kipper geborgen werden

Greifswald. Ein spektakulärer Unfall ereignete sich gestern Nachmittag gegen 15.30 Uhr in Greifswald: In der Straße An den Wurthen wollte ein 44-jähriger Lkw-Fahrer mit noch hochgefahrener Kippmulde unter einer Rohrleitungsbrücke durchfahren. Dabei blieb er jedoch mit der Ladefläche an der Brücke hängen — das Fahrerhaus des Lkw schleuderte daraufhin mehrere Meter nach oben. Der Mann, der Füllmaterial in ein nahe gelegenes Wohngebiet gebracht hat, musste mit Hilfe einer Leiter der Feuerwehr aus seinem Fahrerhaus befreit werden. Er trug äußerlich keine Verletzungen davon, erlitt aber einen Schock und wurde im Greifswalder Universitätsklinikum behandelt.

Um den festgeklemmten Lkw unter den Rohrleitungen hervorzuholen, wurden zwei Krane aus Grimmen geordert — einer hielt den Lkw, der andere die komplett verformte Brückenkonstruktion. Gegen 19 Uhr konnte dann endlich der kaputte Lastkraftwagen zur Seite gefahren werden. Noch am Abend begannen Spezialisten mit den Reparaturarbeiten an der Brücke. Sie schweißten beschädigte Nähte an den Stützpfeilern und gebrochene Streben.

Nach Angaben von Thomas Prauße, Geschäftsführer der Greifswalder Stadtwerke, hat der Mann tatsächlich mehr Glück als Verstand gehabt: Die Rohre über seinem Kopf sind eine Fernwärmehauptleitung. „Das Wasser darin ist zwischen 100 und 130 Grad heiß und hat einen Druck von 30 Bar. Wenn die Rohre geplatzt wären, ist davon auszugehen, dass der Mann in seinem Fahrerhaus verbrüht worden wäre“, sagte er. Andreas Förster, Leiter der Fernwärme, erklärte, dass die Stadtwerke nach dem Unfall schnell reagiert und Ersatzvarianten bei der Warmwasserversorgung installiert hätten. „Dadurch ist es nur in wenigen Haushalten zu längeren Ausfällen gekommen“, erklärte er.

Bei dem Unfall gab es laut Polizeiangaben am Lkw einen Schaden von 40000 Euro und an den Rohren Schäden von mindestens 10000 Euro. Die Straße war stundenlang voll gesperrt.

Dass sich Kraftwagen unter Brücken festfahren, kommt immer wieder vor: Nicht komplett eingefahrene Autokräne oder abgesenkte Lkw-Ladeflächen sorgen in MV des öfteren für Unfälle — wie in der Stralsunder Bauhofstraße. Erst Anfang März war hier ein Lastwagen unter einer Eisenbahnbrücke stecken geblieben. Der Fahrer (36) aus Stralsund war Richtung Werft unterwegs, beachtete die Höhenbegrenzung nicht und klemmte dann mit dem Aufbau unter der Brücke fest. Auch an der S-Bahn-Brücke Holbeinplatz im Herzen Rostocks gibt es immer wieder Unfälle wegen zu hoher Fahrzeuge. Im Sommer 2014 hatte ein Lkw-Fahrer vergessen, den Kranarm seines Kipplasters einzufahren. Dadurch kappte er Straßenbahn-Oberleitungen. Folge: stundenlanges Chaos, Ampel- und Stromausfall.

Von Cornelia Meerkatz

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