Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -1 ° Regen

Navigation:
Drei Feuer in einer Nacht: Polizei fahndet nach Brandstiftern

Stralsund Drei Feuer in einer Nacht: Polizei fahndet nach Brandstiftern

Schon wieder hat es in Stralsund gebrannt — diesmal in der Nacht zum Dienstag im Stadtteil Andershof.

Voriger Artikel
Auffahrunfall kostet 6500 Euro
Nächster Artikel
Einbruch in Einfamilienhaus

Vor einer Betreuungseinrichtung brannte eine Papiertonne direkt an einer Hauswand ab. Die Flammen griffen auf das Dach über.

Quelle: B. Fischer

Stralsund. Schon wieder hat es in Stralsund gebrannt — diesmal in der Nacht zum Dienstag im Stadtteil Andershof. In zwei der insgesamt drei Fälle hatten die Täter Papiercontainer in der Nähe von Hauswänden angesteckt. Die Polizei geht von Brandstiftung aus, hat aber noch keinen Tatverdächtigen. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. In Stralsund hat es in den vergangenen Wochen ungewöhnlich oft gebrannt. Immer der gleiche Verdacht: Brandstiftung. Macht ein Feuerteufel die Stadt unsicher?

OZ-Bild

Schon wieder hat es in Stralsund gebrannt — diesmal in der Nacht zum Dienstag im Stadtteil Andershof.

Zur Bildergalerie

In der Nacht zu gestern ereignete sich der schwerste Brand um 3.50 Uhr im Rotdornweg, teilte der Leiter des Polizeihauptreviers Stralsund, Dietmar Grotzky mit. Dort sei offenbar eine Papiertonne angezündet worden, die direkt an der Hauswand einer Einrichtung für betreutes Wohnen abgestellt war.

Das Feuer griff rasch auf den Dachkasten des einstöckigen Wohnhauses und schließlich auf den Dachstuhl über. Drei Menschen mussten das Haus verlassen. Sie wurden zunächst in der benachbarten Memo-Klinik untergebracht. Die Polizei schätzt den Schaden derzeit auf 10 000 Euro. Das Haus sei nicht mehr bewohnbar, sagte Grotzky. Die Täter hatten den Tod der Bewohner der Einrichtung offenbar billigend in Kauf genommen, weil abzusehen war, dass die Flammen aus der sehr nahe an der Hauswand abgestellten Papiertonne rasch auf den Dachstuhl des niedrigen Gebäudes übergreifen. Die alten Menschen seien geschockt, sagte eine Mitarbeiterin der Wohneinrichtung.

Zuvor hatte es um 3.20 Uhr einen Mülltonnenbrand in der Greifswalder Chaussee an der Grundschule Andershof gegeben. Durch die Hitze des Feuers entzündete sich ein Fenster. Das Feuer war von OZ-Zusteller Mike Simon entdeckt worden, der in der Nähe gerade Zeitungen ausgetragen hat. Er alarmierte die Feuerwehr. Um Schlimmeres zu verhindern, zog Simon weitere Mülltonnen, die neben dem Papiercontainer abgestellt waren, noch rechtzeitig zur Seite.

Der erste Brand in der Nacht war um 2.19 Uhr im Tannenhain ausgebrochen. Auch hier war es eine Mülltonne, die in Flammen aufging. Der Anrufer, der den Brand meldete, hatte das Feuer mit Hilfe eines Nachbarn bereits selbst gelöscht. Die Kriminalpolizei ermittelt in allen drei Fällen wegen Brandstiftung. „Ja, wir gehen von einem Zusammenhang aus“, sagt Dietmar Grotzky. Wie intensiv die Polizei ermittelt, belegt auch der Einsatz von Spürhunden gestern am frühen Nachmittag in Andershof. Offenbar haben die Beamten so überprüft, ob die mutmaßlichen Brandstifter sich unmittelbar von einem Tatort zum anderen bewegt haben.

In Stralsund haben in den vergangenen Monaten mehrere Häuser und Mülltonnen gebrannt, wie erst am Montag vergangener Woche beispielsweise der Rügendammbahnhof. Außerdem sind im Stadtgebiet zuletzt acht Autos angezündet worden.

Von Marlies Walther und Benjamin Fischer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Aktuelle Beiträge