Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 14 ° Regenschauer

Navigation:
Drogenfund in Bad Doberan: Angeklagter vor Gericht

Bad Doberan/Rostock Drogenfund in Bad Doberan: Angeklagter vor Gericht

Das Amtsgericht stellt Verfahren wegen Pflichtverletzung der Polizei ein / 37-Jähriger wird danach wegen Trunkenheit am Steuer verurteilt

Bad Doberan/Rostock. Am Amtsgericht Rostock ist ein Verfahren gegen einen 37 Jahre alten Bad Doberan wegen Pflichtverletzung der Polizei eingestellt worden. Der Angeklagte wurde jedoch wegen Trunkenheitsfahrt verurteilt.

Serie

Gerichtsbericht

Am 13. Oktober 2015 fand in der Wohnung des 37-Jährigen in Bad Doberan eine Hausdurchsuchung statt. In einer Vase im Wohnzimmer entdeckten die Ermittler mehrere Tütchen mit Marihuana. Außerdem fanden sie einen Handspiegel und eine Telefonkarte mit Anhaftungen von Amphetaminen. Der 37-Jährige stand letzte Woche wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz und wegen einer Trunkenheitsfahrt vor dem Rostocker Amtsgericht. Den ersten Tatvorwurf bestritt er, den zweiten gab er zu.

„Die Drogen gehörten mir nicht“, sagte der Angeklagte. Er sei drei Monate lang nicht in der Wohnung, sondern in Schwerin bei seinen Kindern gewesen. Er wäre zurückgekommen, weil er einen Termin bei der Arbeitsagentur hatte. Er hätte während seiner Abwesenheit einem Kumpel erlaubt, in seiner Doberaner Wohnung zu nächtigen. Er nannte auch den Namen des Freundes.

„Dass die Marihuanatütchen jemand anderen gehören sollen, höre ich heute zum ersten Mal“, sagte der Richter. Das stehe auch nicht in der Akte. „Ich habe es den Polizisten aber gesagt“, behauptete der Angeklagte. Gesagt hat er es, bestätigte anschließend der für die Hausdurchsuchung verantwortliche Beamte, der als Zeuge geladen war. „Und warum steht das nicht in der Akte?“, fragte der Richter.

„Ich habe das als Schutzbehauptung eingestuft“, so der Ermittler. Er habe deshalb auch nicht nach Spuren eines Gastes gesucht.

Das Gericht fasste in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft den Beschluss, das Verfahren wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz einzustellen. Durch die nachlässige Pflichtauffassung der Ermittler konnte der Sachverhalt nicht mehr geklärt werden.

Verurteilt wurde der Angeklagte wegen vorsätzlicher Trunkenheitsfahrt und Fahrens ohne Fahrerlaubnis zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Drei Tage nach der Hausdurchsuchung war er um Mitternacht mit 1,57 Promille und Drogenspuren im Blut sowie ohne Fahrerlaubnis in Höhe Pferderennbahn von der Polizei erwischt worden.

Der 37-Jährige ist vielfach vorbestraft, meistens wegen Diebstahls, und diese Tat beging er in einer noch laufenden Bewährung. „Aber der Angeklagte hat eine Arbeit gefunden und kümmert sich um seine Kinder“, erklärte der Richter. Die Bewährungszeit wurde auf drei Jahre festgelegt. Zusätzlich muss der Angeklagte 120 gemeinnützige Arbeitsstunden leisten .

Mlh

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Barth
Der Mann wollte nur mit gebürtigen Barthern sprechen und forderte die Polizeibeamten an seiner Tür auf, zu gehen.“ Polizeisprecherin Antje Unger

Der 62-Jährige wollte sich über die Polizei beschweren und wählte dazu die 110 / Der alkoholisierte Mann beleidigte die Beamten mit übelsten Schimpfwörtern

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Aktuelle Beiträge