Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 13 ° wolkig

Navigation:
Droh-Mails: Junge Frau aus Grevesmühlen im Verdacht

Grevesmühlen Droh-Mails: Junge Frau aus Grevesmühlen im Verdacht

Sie soll mit Bombendrohungen Flughäfen lahmgelegt haben / Jetzt sitzt die Verdächtige in der Psychiatrie

Grevesmühlen. Die Ermittlungsbehörden haben eine junge Frau aus Grevesmühlen im Visier, die offenbar bundesweit für Aufsehen gesorgt hat. Mit Bombendrohungen soll sie unter anderem dafür gesorgt haben, dass auf dem Flughafen Berlin-Tegel Anfang Juli eine Lufthansa-Maschine den Start abbrechen musste. Das Flugzeug wurde evakuiert und durchsucht, gefunden wurde nichts. Ähnliche Erfahrungen mussten die Mitarbeiter des Münchner Flughafens machen, auch dort soll eine Bombendrohung eingegangen sein.

Wie viele Straftaten der jungen Frau insgesamt zur Last gelegt werden, konnte die Staatsanwaltschaft Schwerin gestern nicht sagen. Es würde einige Verfahren parallel laufen, hieß es dazu von einer Sprecherin der Behörde. Nur so viel: Es laufen etliche Ermittlungen zu dieser Person.

Die Vorgehensweise der mutmaßlichen Täterin war in vielen Fällen ähnlich. Über die Internetwache der Polizei gingen Mails ein, in denen die Absenderin mit Straftaten drohte. Neben Flughäfen in Deutschland waren auch mehrere Polizeistationen das Ziel der jungen Frau.

Inzwischen wurde die mutmaßliche Täterin aus dem Verkehr gezogen. In der vergangenen Woche fand aufgrund der zahlreichen Vorkommnisse ein Treffen zwischen Vertretern des Landkreises, der Polizei, des Ordnungsamtes und des Gesundheitsamtes statt. In der Folge wurde die junge Frau in die geschlossene Abteilung eines Klinikums eingeliefert. Vorangegangen war ein entsprechender Antrag der Ordnungsbehörde des Landkreises. Bis Ende August bleibt die Frau in der Obhut der Klinik.

Die Frage, die sich nun für die Behörden stellt, ist, ob die junge Frau strafrechtlich überhaupt zur Verantwortung gezogen werden kann. Ein Gericht beziehungsweise ein Gutachten muss entscheiden, ob der gesundheitliche Zustand der Verdächtigen ihre Handlungen beeinträchtigt hat.

Bei der Polizei in Nordwestmecklenburg ist die junge Frau seit geraumer Zeit bekannt. Sie hatte nach OZ-Informationen die Beamten in Wismar und Grevesmühlen etliche Male beschäftig.

Wie Nancy Schönenberg, Sprecherin der Polizeiinspektion Wismar, gestern bestätigt, habe es seit Herbst vergangenen Jahres mehrfach Kontakt gegeben. Die Frau hatte per Mail über die Internetwache der Polizei oder auch direkt am Telefon Straftaten angedroht. Unter anderem gegen das Revier in Grevesmühlen.

Aus den anfänglichen „kleinen“ Sachen wurden dann im Laufe der Zeit offenbar größere Delikte, die mit der Bombendrohung im Flughafen Tegel ihren vorläufigen Höhepunkt fanden.

Im Gegensatz zu zahlreichen anderen anonymen Anrufen, bei denen die Tätern nie ermittelt werden konnten, sind die Beamten in diesem Fall der mutmaßlichen Täterin relativ schnell auf die Spur gekommen.

Unklar ist bislang noch, ob die Fluggesellschaft beziehungsweise der Flughafenbetreiber nach Abschluss der Ermittlungen Ansprüche geltend macht. Sollte dies geschehen, käme auf die Tatverdächtige eine hohe Schadenersatzsumme zu.

Michael Prochnow

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Stadtmitte

Ein junger Mann ist am Mittwochabend am Leibnizplatz von einer Gruppe beleidigt, getreten und ausgeraubt worden. Die Polizei sucht nun nach Zeugen.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Aktuelle Beiträge