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Einbruch: Dieser Mann kennt alle Tricks und Schwachstellen

OZ-Ratgeberserie: Wohnen in Greifswald Einbruch: Dieser Mann kennt alle Tricks und Schwachstellen

„Hundertprozentige Sicherheit wird es nicht geben“, sagt Uwe Schwerin von der Polizei / Er berät Bürger, wie sie Dieben trotzdem das Leben schwerer machen können

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Werfen Sie mal einen Blick auf das Schließsystem ihrer Fenster. Eine Pilzkopfverriegelung (Bild links) ist am sichersten, wenn sie nicht in ein einfach angeschraubtes Metallteil greift (Mitte), sondern in ein mehrfach verschraubtes Stahlsicherheitsschließblech, wie rechts dargestellt.

Greifswald. Wie einbruchsicher sind Haus oder Wohnung? Polizeihauptmeister Uwe Schwerin von der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle in Anklam weiß es. Er kommt gerne vorbei, nimmt das Gebäude professionell unter die Lupe und identifiziert Schwachstellen. Das alles ist kostenlos.

OZ-Bild

„Hundertprozentige Sicherheit wird es nicht geben“, sagt Uwe Schwerin von der Polizei / Er berät Bürger, wie sie Dieben trotzdem das Leben schwerer machen können

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Diesen Service hat auch die Greifswalder Maklerin Kerstin Zimmer von Remax Immobilien für ein Haus in der Stadt in Anspruch genommen, um das sie sich kümmert. Die OZ hat den Termin begleitet. In Grundstück und Gebäude wurde schon in Sicherheitstechnik investiert. Dennoch hat Schwerins geschulter Blick durchaus Optimierungsbedarf entdeckt.

Das Haus steht in einer Sackgasse. Das sei gut, sagt der Polizist. Damit hätten Einbrecher weniger Fluchtmöglichkeiten. Fremde Personen würden dort auch eher auffallen. „Hier beginnt der Einbruchschutz“, sagt Schwerin noch vor dem Gartentor und zeigt auf die Klingel. „Wer das Grundstück betreten will, muss sich also vorher melden.“ Wird nicht geklingelt und das Grundstück dennoch betreten, sei das schon mal Hausfriedensbruch. Ist die Klingel am Haus, könne das Grundstück beim Betreten ausgespäht werden. Auch „Gaunerzinken“ (siehe unten) sind keine vorhanden. Die etwa 1,50 Meter hohe Hecke ums Grundstück – ein Vor- oder Nachteil? „Sie erschwert den Blick ins Haus“, meint die Maklerin. „Stimmt. Sie kann aber auch einem Einbrecher helfen, weil er dahinter ebenfalls schlechter gesehen wird.“ Lösung: Hecke etwas runterschneiden. Die Kamera am Haus findet er gut. Sie dürfe wegen Datenschutzgründen und Persönlichkeitsrechten allerdings nur aufs Grundstück, nicht auf den öffentlichen Fußweg davor gerichtet sein.

In der Auffahrt hängen Bewegungsmelder. Ohne Mühe greift Schwerin an die Beleuchtung. „Die könnte ich jetzt entweder abreißen oder zukleben“, sagt er. Lösung: Mindestens 2,50 Meter hoch anbringen.

Schwerin prüft die heruntergelassenen Jalousien. Kein Schraubenzieher sollte unten durchgesteckt werden können. Denn dann könnte sie nach vorne und aus der Halterung gezogen werden. Hochschieben lassen sollte sie sich sowieso nicht. „Also: Mindestens Widerstandsklasse 2!“

Dann die größte Schwachstelle: „Angekippte Fenster sind offene Fenster“, sagt Schwerin beim Blick auf drei Fenster im ersten Stock, die dank eines Vordachs auch noch einfach zu erreichen wären.

„Sollte nach einem Einbruch die Versicherung mitbekommen, dass die Diebe durch ein angekipptes Fenster gekommen sind, gibt es keinen Cent“, berichtet er und erzählt gleichzeitig, wie wenig nötig ist, um ein solches Fenster zu öffnen.

Ein Pluspunkt des Hauses ist die Alarmanlage. „Es ist ein leiser Alarm“, sagt Maklerin Zimmer. Das heißt: Wenn er auslöst, kommt das sofort bei einer Sicherheitsfirma an. Der Einbrecher würde es also gar nicht mitbekommen und möglicherweise auf frischer Tat ertappt werden.

Im Inneren des Hauses nimmt Schwerin besonders die Fenster und die Terrassentür unter die Lupe. „58 Prozent aller Einbrecher kommen über die Terrasse.“ Er schwört auf eine „Pilzkopfverriegelung“.

Fazit: „Sehr interessant, was für Mängel es doch gibt“, sagt Kerstin Zimmer im Anschluss – und denkt schon über eine Nachrüstung nach.

Kontakt zu Uwe Schwerin:

☎ 03971 / 251 12 11

Künstliche DNA

Sollten gestohlene Wertgegenstände wiedergefunden werden , fällt die Zuordnung oft schwer. Dank künstlicher DNA können Diebe, die behaupten, die Sachen gehörten ihnen, leicht überführt werden. Zudem ist es möglich, die Gegenstände wieder dem Besitzer zurückzubringen. Künstliche DNA nennt man eine durchsichtige Markierungsflüssigkeit, die auf Wertsachen aufgebracht wird. Sie ist mit bloßem Auge kaum wahrnehmbar, flouresziert aber unter UV-Licht. Enthalten sind Mini-Kunststoffplättchen, die einen weltweit einmaligen Code tragen, der in einer Datenbank registriert ist. Das Prinzip ist also ähnlich wie bei einer Fahrradcodierung.

• Uwe Schwerin empfiehlt

www.selectadna.de

Kai Lachmann

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