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Einbruch-Serie: Stadtteil in Angst

Rostock-Kassebohm Einbruch-Serie: Stadtteil in Angst

Innerhalb weniger Tage wurden dort vier Häuser ausgeraubt / Polizei rät zur Wachsamkeit in ganz Rostock

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Bei Tag und auch bei Nacht schlugen die Diebe zu – sogar während im Obergeschoss die Opfer schliefen (Symbolbild).

Quelle: Imago

Rostock-Kassebohm. Im Wohngebiet Kassebohm geht die Angst um – die Angst vor Kriminellen. Allein am Wochenende wurden vier Häuser in dem Rostocker Ortsteil von bislang unbekannten Tätern ausgeraubt. In mindestens zwei Fällen waren die Opfer sogar noch im Haus: Sie schliefen friedlich im Obergeschoss, während unten die Diebe zuschlugen. Die Polizei spricht von Einzelfällen. Denn laut jüngster Kriminalitätsstatistik ist die Zahl der Wohnungs- und Hauseinbrüche in der Hansestadt rückläufig. Dennoch warnt die Polizei und mahnt, Häuser auch nachts zu sichern.

Nach Angaben von Polizeisprecherin Dörte Lembke ereigneten sich die Einbrüche in Kassebohm in der Zeit vom 28. bis zum 30. Mai. Und bei allen Taten sollen es die Opfer den Tätern leicht gemacht haben: „In einem Fall war der Bewohner des Hauses kurz in den Garten gegangen und hatte die Terrassentür nur angelehnt. Die Diebe haben einen unbemerkten Augenblick ausgenutzt, sind in das Haus rein und ließen eine Handtasche sowie eine Geldbörse mitgehen“, berichtet Lembke. Die Tasche wurde kurze Zeit später in der Nähe des Tatortes gefunden – allerdings ohne Bargeld. Auch bei zwei Einbrüchen, die sich in der Nacht zum Montag ereignet haben, hatten die Kriminellen leichtes Spiel. „Die Bewohner hatten die Haustüren zwar ge-, aber nicht verschlossen“, so Lembke. Soll heißen: Die Türen waren nicht abgeschlossen worden. „Wir haben an den Haustüren jedenfalls keine Spuren von Gewalteinwirkung gefunden. Sie sind nicht aufgehebelt worden.“ Die schlafenden Opfer bekamen von dem Einbruch nichts mit. „Die Täter durchsuchten auch keine Räume, hatten es nur auf Handtaschen und Geldbörsen abgesehen – auf das schnelle Geld“, so die Behördensprecherin.

Immerhin: Die Opfer, die nachts ausgeraubt wurden, bekommen den Schaden von der Versicherung erstattet. Denn: „Wenn ich außer Haus bin, muss ich die Türen abschließen. Nur dann zahlt die Versicherung bei einem Einbruch. Bin ich aber nachts daheim, reicht es, wenn die Tür zu ist. Ich muss nicht abschließen – damit die Bewohner im Falle eines Brandes schnell das Haus verlassen können“, sagt Edmund Jänsch, Mitglied des OZ- Leserbeirates und Allianz-Generalvertreter in Bad Doberan. Einzige Bedingung: „Die Tür darf außen keinen Griff oder drehbaren Knauf haben.“ Die Einbruchsopfer, die ihre Terrassentür offen ließen, bleiben hingegen auf dem Schaden sitzen: „Das ist im Versicherungssinne kein Einbruch, sondern einfacher Diebstahl. Und der ist nicht versichert.“

Rostocks Polizei rät nach der Serie in Kassebohm zu erhöhter Vorsicht im gesamten Stadtgebiet: „Sichern Sie alle Haustüren und Fenster – auch Balkon- und Terrassentüren“, so Dörte Lembke. „Einbrecher scheuen das Risiko, wollen keinen Lärm machen. Je besser ein Fenster oder eine Tür gesichert ist, desto unwahrscheinlicher ist auch ein Einbruch.“ Lembke mahnt zudem zu Wachsamkeit in der Nachbarschaft: „Wenn Sie Verdächtiges beobachten, rufen Sie sofort die Polizei an.“

Kontakt: ☎ 0381 / 4 91 60

Einbrüche gehen zurück

156 Einbrüche in Wohnungen und Häuser zählte die Polizei im Jahr 2015 in der Hansestadt. Ein Minus von rund 30 Prozent im Vergleich zu 2014: Damals wurden laut Kriminalstatistik für Rostock noch 223 Taten angezeigt. Der niedrigste Stand seit fünf Jahren. Und: Der Trend ist trotz der jüngsten Vorfälle in Kassebohm ungebrochen: „In den ersten vier Monaten des Jahres 2016 waren die Zahlen weiter rückläufig“, so Polizeisprecherin Dörte Lembke.

Andreas Meyer

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