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Enkeltrick: Grimmenerin um über 20000 Euro betrogen

Grimmen Enkeltrick: Grimmenerin um über 20000 Euro betrogen

Sicherheitsberater warnen ältere Menschen vor Schwindlern

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Immer wieder fallen ältere Menschen auf den sogenannten Enkeltrick herein und verlieren große Geldsummen.

Quelle: Foto: Oz-Archiv

Grimmen. Vertrauensselig übergab eine 80-jährige Grimmenerin am Mittwoch einem ihr unbekannten Besucher über 20 000 Euro. Zuvor hatte die angebliche Nichte der älteren Dame angerufen und um eine Finanzspritze gebeten, weil sie sich ein Haus kaufen wollte. Als sich die Seniorin später telefonisch bei ihrer echten Nichte meldete, kam das böse Erwachen: Sie hatte weder angerufen noch benötigte sie Geld. Auch wenn die alte Dame Anzeige bei der Polizei wegen Betruges erstattete – ob sie ihr Geld jemals wiedersieht, ist fraglich.

Die Grimmener Polizeibeamten leiteten erste Untersuchungen ein, sagte der stellvertretende Revierleiter Klaus Nehls und warnt vor allem ältere Menschen vor den hinterhältigen Maschen der Betrüger.

„Rat mal, wer ich bin“ – diese Floskel klinge am Telefon erst einmal harmlos, kann aber für den Angerufenen unangenehm enden. Vermeintliche Enkel, Nichten und Neffen würden auf diese Weise versuchen, ältere Leute zur Herausgabe von Geld zu animieren, weil sie angeblich in eine finanzielle Notlage geraten sind oder ein Haus oder Auto kaufen wollen.

„Lassen Sie sich auf solche Gespräche nicht ein“, warnt Andrea Hinkelmann, Präventionsberaterin bei der Polizei. Eine gesunde Portion Misstrauen sei durchaus angebracht, sollten sich Personen am Telefon als Verwandte oder auch Bekannte ausgeben. „Nennen Sie auf keinen Fall Namen und legen Sie einfach auf, wenn ihnen die Sache merkwürdig vorkommt“, rät Andrea Hinkelmann.

Und das sollte es spätestens dann, wenn die Anrufer um größere Geldbeträge bitten. Vor allem ältere Menschen hätten immer noch größere Mengen an Geld zu Hause. „Dieses Wissen machen sich Betrüger zunutze“, sagt Andrea Hinkelmann. Auf keinen Fall sollte man Angaben darüber machen, wie viel Bargeld man zu Hause hat und dieses auch keinen fremden Personen aushändigen.

Wie der jüngste Fall aus Grimmen zeigt, hat die Masche trotz aller Hinweise in der Öffentlichkeit immer wieder Erfolg. Deshalb setzt unter anderem der Präventionsrat des Landkreises Vorpommern-Rügen vermehrt auf Veranstaltungen mit Sicherheitsberatern. „Ehemalige Polizisten betreiben Aufklärung“, erklärt Kati Bischoff vom Präventionsrat. Insgesamt fünf solcher Berater gebe es im Landkreis, und die können „gebucht“ werden. „Sie halten Vorträge, geben Tipps, woran man Betrügereien erkennen und wie man sich schützen kann“, so Kati Bischoff. Diese Angebote würden sehr gut angenommen. Wer Interesse an einem Seminar mit einem Sicherheitsberater habe, könne sich jederzeit an den Präventionsrat wenden.

„Derzeit erarbeiten wir ein Projekt, von dem auch Menschen profitieren, die noch zu Hause leben und deshalb weniger gut organisiert sind als Senioren in einer Einrichtung“, sagt Bischoff. Im Herbst soll ein öffentliches Theaterprojekt an den Start gehen. In kurzen Szenen werden Betrugsmaschen dargestellt und Tipps gegeben, wie man sich schützen kann.

Claudia Noatnick

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