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Experte für Staatsschutz leitet ab sofort Rostocker Kripo

Kröpeliner-Tor-Vorstadt Experte für Staatsschutz leitet ab sofort Rostocker Kripo

Rogan Liebmann als neuer Leiter der Kriminalinspektion mit 120 Mitarbeitern vorgestellt/ Der 50-Jährige arbeitete lange beim Landeskriminalamt und im Ministerium

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Rogan Liebmann (r.) im Gespräch mit seinem Vorgänger Peter Mainka

Quelle: Fotos: Thomas Niebuhr, Ove Arscholl (2)

Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Über das Landeskriminalamt und das Innenministerium in Schwerin auf den Chefsessel der Rostocker Kripo: Der neue Leiter der Kriminalinspektion heißt Rogan Liebmann. Gestern wurde der 50-Jährige von Innenminister Lorenz Caffier (CDU) und Polizeipräsident Thomas Laum in sein Amt eingeführt.

Zuständig für Banden- und Wirtschaftskriminalität

Die Kriminalpolizeiinspektionen sind zuständig für die Bearbeitung der schweren Kriminalität im Bereich der Polizeipräsidien, insbesondere in den Bereichen Spezielle Kapitaldelikte,

Organisierte und Banden-, Rauschgift-, Staatsschutz- und Wirtschaftskriminalität sowie Cybercrime.

„Er hat von der Pike auf Kripo gelernt“, begrüßte Laum den Neuen, aber jetzt stehe er zum ersten Mal an der Spitze einer Inspektion mit 120 Mitarbeitern. „Die Lage in und um Rostock ist immer etwas Besonderes und eine Herausforderung.“ Das sei auch eine besondere Dienststelle, sagte der Polizeipräsident. Die Kriminalpolizeiinspektion ist unter anderem für die Bekämpfung von Wirtschaftsstraftaten, Rauschgiftdelikten, der Organisierten sowie Staatsschutz-Kriminalität und anderer Schwerstkriminalität in der Hansestadt sowie dem Landkreis zuständig.

„Ja, ich habe es freiwillig gemacht“, erklärte Rogan Liebmann in seiner Antrittsrede. Seit 1990 ist der aus Berlin stammende Liebmann bei der Polizei. Im Landeskriminalamt war er zehn Jahre lang beim Mobilen Einsatzkommando (MEK) und später fünf Jahre beim Staatsschutz. 2011 wurde Rogan Liebmann dann ins Innenministerium versetzt und war seitdem stellvertretender Referatsleiter in der Polizeiabteilung. Innenminister Lorenz Caffier gefällt dessen „analytischer Verstand“ und das „unglaubliche Detailwissen“. „Vor allem im Staatsschutz macht ihm niemand etwas vor.“ Er habe „beste Voraussetzungen, um nun die Leitung und damit auch die Ressourcenverantwortung einer ziemlich großen Dienststelle zu übernehmen“, lobte der oberste Polizei-Dienstherr den „ehrgeizigen Kriminalexperten“.

Rogan Liebmann wird zukünftig zwischen seinem Wohnort Schwerin und Rostock pendeln. An die Hansestadt erinnern ihn noch zahlreiche Aktionen als MEK-Mann in den 1990er Jahren. Als er beispielsweise hinterm Rathaus auf einen Drogenkurier mit 100 Kilo Kokain wartete oder die verschiedenen Einsätze im Rotlicht-Milieu seien ihm im Gedächtnis geblieben.

Auf einen Schwerpunkt seiner zukünftigen Arbeit will er sich nicht festlegen. „Das sind alles Schwerpunkte“, erklärt Rostocks neuer Kripo-Chef. So gelte es für den Staatsschutz, Terror und politische Gewalt zu verhindern. Wirtschaftskriminalität nennt er genauso wie Cyber-Crime. Heute müssten keine Verbrecher mehr eine Bank überfallen, wenn sich das Geld auch per Mausklick verschieben lasse. Bei Rauschgiftdelikten stehe die Polizei immer wieder vor der Frage, ob sie regelmäßig kleine Dealer hochgehen lässt oder sich die Zeit und intensive Ermittlungsarbeit gönnt, um an die Hintermänner zu kommen. „Überall wo Netzwerke agieren, ist viel Ermittlungsarbeit erforderlich.“ Als weiteren Schwerpunkt nennt Rogan Liebmann das Feld der Kinderpornografie. Allein um das in den Griff zu bekommen, müsste er eigentlich alle seine Mitarbeiter rund um die Uhr damit befassen. Für Liebmann gilt, mit den vorhandenen Ressourcen bei der Polizei die größtmöglichen Erfolge zu erzielen.

Zunächst will Rogan Liebmann sich die Zeit nehmen, um seine Inspektion richtig kennenzulernen. Er tritt in Rostock die Nachfolge von Peter Mainka an, der im April die Leitung der Wasserschutzpolizei im Land übernahm.

Thomas Niebuhr

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