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Explosion: Feuer wütet in Biogasanlage

Oebelitz Explosion: Feuer wütet in Biogasanlage

47 Feuerwehrleute müssen nach dem Einsatz durch den Notarzt vor Ort untersucht werden

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Kilometerweit mussten Schläuche ausgerollt werden.

Oebelitz. Der Brand einer Biogasanlage in Oebelitz (Amt Franzburg-Richtenberg) hält 160 Feuerwehrleute aus der gesamten Region in der Nacht zum Montag in Atem. Insgesamt sind bei dem Brand, der gegen 18.30 Uhr ausbricht, 300 Einsatzkräfte vor Ort. „Ich war zu diesem Zeitpunkt noch in der Anlage beschäftigt“, sagt deren Chef Elard Raben und erklärt: „Ich habe sofort die Einsatzkräfte alarmiert.“

OZ-Bild

47 Feuerwehrleute müssen nach dem Einsatz durch den Notarzt vor Ort untersucht werden

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Als die Retter der Feuerwehr Richtenberg an der Biogasanlage eintreffen, peitschen die Flammen bereits meterhoch in den Oebelitzer Abendhimmel und dicke Rauchschwaden ziehen in Richtung der angrenzenden Landesstraße. „Die Feuerwehrleute haben sehr umsichtig gehandelt“, sagt Hans-Jürgen Krauel. Der Amtswehrführer von Franzburg-Richtenberg meint damit, dass die Kameraden die Gefahr der austretenden Schwefelsäure, die durch einen chemischen Prozess in der Anlage entsteht, erkennen und den Löschangriff mit Wasser nicht aufnehmen.

Immer mehr Fahrzeuge der Feuerwehr, der Polizei, des Rettungsdienstes, des Katastrophenschutzes und Spezialisten des Landkreises Vorpommern-Rügen treffen im Minutentakt am Unglücksort ein. „Ich war einer der Ersten vor Ort. Schon von weitem sah ich eine für einen normalen Brand untypische lilafarbene Flamme, die für eine Verpuffung spricht“, erinnert sich Hans-Jürgen Krauel gestern Vormittag und betont: „Wie sich später herausstellte, handelte es sich tatsächlich um eine Explosion.“

Das nachalarmierte Grimmener Tanklöschfahrzeug trifft genau zum richtigen Zeitpunkt am Ort des Geschehens ein. „Wir konnten aus sicherer Entfernung durch Einsatz des Monitors vom Fahrzeugdach aus die Flammen ersticken und den giftigen Rauch nach unten drücken“, erklärt Olaf Clasen, Wehrführer der Stadt Grimmen, die Vorgehensweise. Bei dem „Monitor“ handelt es sich um ein sogenanntes Schwerschaumrohr.

Einige Meter vom Brandherd entfernt wird währenddessen eine sogenannte Dekontaminationsdusche aufgebaut. „Alle am Einsatz beteiligten Kameraden mussten sich dort reinigen“, sagt Hans-Jürgen Krauel.

Die Schutzkleidung kommt samt Pressluftatemgeräten auf einen extra angelegten Platz. Sie sind vorerst nicht wieder einsetzbar und müssen von einer Spezialfirma in Roggentin gereinigt werden.

Wegen des giftigen Qualmes wird die Landesstraße 192 im Bereich des Brandherdes voll gesperrt. Durch den günstig stehenden Wind können die Anwohner des Ortes in ihren Häusern bleiben und werden mittels Lautsprecherdurchsagen der Polizei gebeten, Fenster und Türen zu schließen. Ein Evakuierungsplan steht bereit.

Auch gestern Mittag, also 17 Stunden nach Ausbruch des Feuers, ist der Einsatz längst nicht beendet. Spezialisten nehmen Löschwasserproben und besprechen mit Elard Raben die Entsorgung der Gärreste, in denen sich immer noch Glutnester befinden.

„Es war ein gewaltiger Schreck, aber die Retter haben unglaublich toll reagiert. Kurios, ich habe den Anlagenteil im vergangenen Jahr erst warten lassen“, sagt Raben.

Zahlen zum Großbrand

300 Einsatzkräfte waren insgesamt beim Brand der Biogasanlage in Oebelitz vor Ort.

Auf bis zu 750000 Euro wird der Schaden an der Biogasanlage geschätzt. Die betroffene Halle muss komplett abgerissen und wieder aufgebaut werden.

14 Feuerwehrmänner werden nach dem Einsatz vorsorglich im DRK-Krankenhaus Bartmannshagen und im Klinikum Stralsund behandelt.

Insgesamt 47 Kameraden wurden vor Ort vom Notarzt untersucht.

Die Wasserversorgung wurde über den Löschteich in Oebelitz und Hydranten abgesichert.

Raik Mielke und Claudia Noatnick

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